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November 7, 2011

SWR beendet Mittelwellenausstrahlung

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SWR beendet Mittelwellenausstrahlung

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Veröffentlicht: 19:21, 7. Nov. 2011 (CET)
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Der traditionsreiche „Rheinsender“ bei Mainz: seit Jahrzehnten auf 1017 kHz weit über Rheinland-Pfalz hinaus empfangbar

Baden-Baden (Deutschland), 07.11.2011 – Der Südwestrundfunk hat am Montag, den 7. November 2011 bekanntgegeben, die Hörfunkausstrahlung auf Mittelwelle endgültig einzustellen. Bisher wird das bis auf den Raum Stuttgart nicht über UKW verbreitete Wortprogramm SWR cont.ra über sechs Mittelwellensender ausgestrahlt. Ein konkretes Abschaltdatum wurde noch nicht mitgeteilt. Allerdings wird die Wirksamkeit der damit einhergehenden Kosteneinsparungen bereits für das Jahr 2012 angekündigt, sodass mit einer kurzfristigen Umsetzung gerechnet werden muss.

Die ARD-Rundfunkanstalt für die Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz begründet den Schritt mit der inzwischen nicht mehr zeitgemäßen Audioqualität auf Empfängerseite sowie mit der damit im Zusammenhang stehenden weitgehenden Abwendung der Hörer von der Mittelwelle. Stattdessen wolle man sich neben der Pflege der UKW-Netze der SWR-Radioprogramme zukünftig verstärkt auf den Ausbau des Digitalradios als neuen Übertragungsweg konzentrieren.

Im Zuge der technischen Neuorientierung soll ein neues Hörfunkprogramm „SWR info“ etabliert werden. Auch hierzu wurde noch kein Datum bekanntgegeben, ebensowenig zu seinem Inhaltskonzept sowie zur Frage eines Weiterbestehens von SWR cont.ra.

Der SWR ging 1998 aus den bis dahin bestehenden Anstalten Südwestfunk (Rheinland-Pfalz und ehemals zur französischen Besatzungszone gehörende Teile von Baden-Württemberg) und Süddeutscher Rundfunk (zur amerikanischen Besatzungszone gehörende Teile Baden-Württembergs) hervor. Bis dahin wurden die Mittelwellensender zur Ausstrahlung der jeweiligen 1. Programme genutzt, die als informationsorientierte Vollprogramme die Funktion einer Grundversorgung der Sendegebiete erfüllt hatten.

Mittelwellensender sind aufgrund der notwendigen Sendeleistungen von oft mehreren hundert Kilowatt sehr energie- und mithin kostenintensiv. Ein Vorteil gegenüber UKW ist das größere Empfangsgebiet; in den Nachtstunden kann ein sich in Deutschland befindender Mittelwellensender unter Umständen in ganz Europa empfangen werden. Während dieser Übertragungsweg in Deutschland schon länger praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit genutzt wird und sogar einem Großteil der Hörfunknutzer noch nicht einmal bekannt ist, spielt er beispielsweise in den USA eine zentrale Rolle auf dem kommerziellen Hörfunkmarkt für die Ausstrahlung von Talk- und Nachrichtensendern, für die eine gehobene Audioqualität nicht erforderlich ist.

Quellen[Bearbeiten]

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July 16, 2006

SWR3 nicht mehr Partner der „Robbie-Williams-Tour 2006“

SWR3 nicht mehr Partner der „Robbie-Williams-Tour 2006“

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Artikelstatus: Fertig 15:47, 16. Jul. 2006 (CEST)
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Baden-Baden (Deutschland), 16.07.2006 – Das dritte Programm des Südwestfunks (SWR3) gab bekannt, nicht weiter Partner der „Robbie-Williams-Tour 2006“ zu sein. Diesen Schritt begründete der Rundfunksender mit den unzumutbaren Arbeitsbedingungen für Fotojournalisten während der Konzerte des Popstars, die als Einschränkung der Pressefreiheit angesehen würden.

SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann sagte: „Robbie Williams ist zweifellos ein Super-Star, macht gute Musik und ist bei seinen Fans sehr beliebt. Doch das Management stellt unerträgliche Bedingungen für die journalistische Berichterstattung – mit Pressefreiheit hat das nichts mehr zu tun. Deshalb bin ich mir mit den SWR3-Kollegen einig, die Zusammenarbeit einzustellen, solange derart zensiert wird.“

Fotografen, die bei Williams-Konzerten Fotos machen wollten, müssten vorher einen Vertrag unterschreiben, der sie verpflichtet, die Fotos später der Konzertagentur kostenlos zur Verfügung zu stellen. Der Protest der Fotojournalisten gegen diese „Knebelverträge“ (so DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken) führte daraufhin zum Ausschluss der Agenturfotografen von den Konzerten der Robbie-Williams-Tour. Die großen deutschen Nachrichtenagenturen dpa, AP und ddp konterten mit dem Verzicht auf die Berichterstattung im Vorfeld der Williams-Konzerte.

Der Deutsche Journalistenverband, die Gewerkschaft der Journalisten, solidarisierte sich mit dem Vorgehen des SWR3 sowie der Nachrichtenagenturen. Michael Konken: „Williams und seine Manager kommen anscheinend nicht damit klar, dass die Medien nicht nach ihrer Pfeife tanzen wollen.“ Bereits im vergangenen Jahr habe es solche unzumutbaren Verträge gegeben, die die zeitliche und räumliche Nutzung der auf den Konzerten geschossenen Fotos einschränkten. Konken forderte alle Medien auf, solchen Stars, die mit solchen „Knebelverträgen“ arbeiteten und dadurch die Pressefreiheit in dieser Weise einschränkten, keine Plattform in der Berichterstattung mehr zu bieten und folgerichtig auch über jegliche Berichterstattung über die Konzerte zu verzichten.

Quellen

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