Samba im Weltraum: Brasilianer fliegt zur ISS

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Artikelstatus: Fertig 20:21, 30. Mrz. 2006 (CEST)
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Marcos César Pontes

Baikonur (Kasachstan), 30.03.2006 – Heute um 04:30 Uhr MESZ ist der erste Brasilianer in den Weltraum gestartet. Vom Kosmodrom in Baikonur startete eine russische Trägerrakete vom Typ Sojus mit drei Mann an Bord zur Internationalen Raumstation ISS. Dabei handelt es sich um den Kosmonauten Pawel Wladimirowitsch Winogradow, den NASA-Flugingenieur Jeffrey Nels Williams und den brasilianischen Astronauten Marcos César Pontes, die mit der Mission Sojus TMA-8 unterwegs sind.

Während des Fluges hatte es leichte Probleme bei der Übertragung telemetrischer Daten gegeben. Der Kontakt zur Rakete sei aber niemals abgebrochen, betonte der russische Flugleiter gegenüber der dpa.

Während Wingradow und Williams für mehrere Monate an Bord der ISS bleiben, wird Pontes zusammen mit William McArthur und Waleri Iwanowitsch Tokarew voraussichtlich am 8. April 2006 zur Erde zurückkehren. Vinogradov und Williams werden die ISS für die Ankunft eines Spaceshuttles vorbereiten, mit dem auch der deutsche Astronaut Thomas Reiter zur ISS fliegen wird. Der Shuttleflug wird frühestens am 1. Juli 2006 stattfinden. Marcos Pontes nahm ein Trikot der brasilianischen Fußballnationalmannschaft und eine Flagge seines Heimatlandes mit auf den Flug, um die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft zu unterstützen. Der Raketenstart wurde live im brasilianischen Fernsehen übertragen. Während die BBC von zehn Millionen US-Dollar ausgeht, sagte der stellvertretende Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos Nikolai Moissejew im Oktober, er müsse soviel zahlen wie jeder Weltraumtourist oder ausländischer Spezialist auch. Marcos Pontes hat sich seit 1998 im Johnson Space Center und seit dem Jahr 2005 im einem Trainingszentrum bei Moskau auf die Weltraummission vorbereitet. Ursprünglich sollte er mit einem US-amerikanischen Spaceschuttle ins All fliegen. Marcos Pontes ist am 11. März 1963 in Bauru, Sao Paulo, geboren und bei der brasilianischen Luftwaffe angestellt. Der Brasilianer soll während seiner Weltraummission wissenschaftliche Experimente, unter anderem im Bereich der Nanotechnologie, durchführen. Der Arzt von Marcos Pontes bezeichnete das Ereignis vor dem Start der Rakete als historischen Moment. Es sei, wie wenn Brasilien im Finale der Fußball-WM spiele.

Vor drei Jahren gab es beim Startversuch einer brasilianischen Rakete einen Unfall, als sie auf der Startrampe explodierte. Bei dem Unglück starben 21 Menschen. In Brasilien gibt es große Hoffnungen, dass die Raumfahrt das Selbstbewusstsein des Landes steigern kann. Kritiker in Brasilien sagen, dass man das Geld besser für andere Dinge ausgeben sollte.

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Quellen