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October 7, 2006

Zwei deutsche Journalisten in Afghanistan ermordet

Zwei deutsche Journalisten in Afghanistan ermordet

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Artikelstatus: Fertig 20:35, 7. Okt. 2006 (CEST)
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Lage der Provinz Bamiyan

Kabul (Afghanistan), 07.10.2006 – In Afghanistan wurden einem Sprecher des afghanischen Innenministeriums zufolge zwei deutsche Journalisten erschossen aufgefunden. Ein Mann und eine Frau waren auf dem Weg von der Provinz Baglan im Norden in die Provinz Bamiyan. Sie haben laut tagesschau.de an einem Ort namens Abi Tootak ihr Zelt aufgeschlagen, in dem sie später tot aufgefunden wurden. Die Darstellung des Polizeichefs Bamiyans, General Mohammed Dschalal Haschimis, legt eine andere Interpretation nahe: „Unbekannte Aufständische haben ihr Fahrzeug mit Kugeln regelrecht durchsiebt.“ Der Vorfall soll sich in der Nacht von Freitag auf Samstag ereignet haben.

Wie ein ISAF-Sprecher mitteilte, hätten die beiden Journalisten die Arbeit der ISAF begleitet. Seit Mittwoch letzter Woche seien sie jedoch auf eigene Faust unterwegs gewesen. Asim Haschimi sagte, vermutlich hätten die beiden Journalisten für die Deutsche Welle gearbeitet. Der Sender hat diese Information inzwischen bestätigt. Es handele sich um zwei freie Mitarbeiter des Senders, hieß es in dem Internetportal des Senders. Nach Angaben afghanischer Behörden hätten die beiden Journalisten an einer Dokumentation gearbeitet.

Die Sicherheitslage in Afghanistan gilt in diesem Jahr als schwieriger als in den vergangenen Jahren. Im Norden des Landes, in dem auch die Bundeswehr im Rahmen der ISAF ihren Dienst tut, soll es der Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters zufolge relativ ruhig sein.

Die Taliban haben jede Verantwortung für die Ermordung der beiden Journalisten bestritten: „Unsere Mudschaheddin greifen keine Journalisten an.“

Die vorliegenden Informationen sind jedoch noch nicht gesichert. Das Auswärtige Amt bemüht sich nach Aussage eines Sprechers in Berlin um die Aufklärung des Vorfalls.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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August 14, 2006

Sechs Millionen Zuschauer sahen Interview mit Papst Benedikt XVI.

Sechs Millionen Zuschauer sahen Interview mit Papst Benedikt XVI.

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Artikelstatus: Fertig 17:16, 14. Aug. 2006 (CEST)
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Papst Benedikt XVI.

Bonn / Köln / Mainz (Deutschland) / Castel Gandolfo (Italien) / Vatikanstadt, 14.08.2006 – Am gestrigen Sonntag wurde auf ARD, ZDF, der Deutschen Welle und Radio Vatikan ein Interview mit Papst Benedikt XVI. ausgestrahlt. Im Fernsehen erreichte das Interview 6,08 Millionen Zuschauer, wobei auf ARD um 19:20 Uhr 2,94 Millionen und auf ZDF um 22:00 Uhr 3,14 Millionen Menschen zugeschaut haben. Das Interview wurde am 6. August in der Sommerresidenz auf Castel Gandolfo aufgezeichnet. Dabei stellte sich der Papst den Fragen von vier Moderatoren, je einem pro Sender. Für die ARD war Gerhard Fuchs vom Bayerischen Rundfunk, für das ZDF Thomas Bellut, für die Deutsche Welle Christoph Lanz und für Radio Vatikan der Leiter der deutschsprachigen Abteilung, Eberhard von Gemmingen SJ, anwesend.

Das Interview wurde angesichts des im September anstehenden Papstbesuches in Süddeutschland aufgenommen. Es ist das erste Interview seiner Art mit einem Papst.

Papst Benedikt stellte fest, dass er sich ein bisschen wie vor einem Gericht gefühlt habe. Die vier Moderatoren stellten ihm Fragen zur Aktualität der Kirchenstruktur, dem Frauenpriestertum, Homosexualität, Verhütung und Abtreibung. Aber auch aktuelle Themen wie die Ökumene und der Nahostkonflikt waren Themen des halbstündigen Interviews. Gerade beim Nahostkonflikt wies der Papst darauf hin, dass der Vatikan keinerlei politische Macht habe, um einzugreifen (er strebe auch keine solche an), dennoch wies er darauf hin, dass Krieg für alle die schlechteste Lösung sei: „Er bringt für niemanden etwas, auch für die scheinbaren Sieger nichts […]“. Der Papst wies im Zuge der Frage nach der Aids-Problematik und des Problems der Überbevölkerung darauf hin, dass neben der technischen Lösung auch eine geistige existieren müsse. Es reiche nicht, wenn der Mensch wisse, wie er ein Kondom benutzen müsse. „[…] Wir brauchen zwei Dimensionen, es muss die Bildung des Herzens, wenn ich’s so sagen darf, mit dazukommen, durch die der Mensch Maßstäbe gewinnt und dann auch seine Technik richtig gebrauchen lernt.“

Im Bezug auf die Ökumene hat sich vor Ausstrahlung des Interviews der evangelische Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, negativ zu den ökumenischen Bemühungen des Papstes geäußert. Er kritisierte den Papst, dass dieser bei seiner Amtseinführung zwar der Ökumene eine große Rolle zugesprochen habe, aber nach seinem ersten Amtsjahr keine Fortschritte im Miteinander der zwei großen deutschen Kirchen zu sehen seien. Der Papst sagte in dem Interview, welches vor der Aussage aufgenommen, aber erst danach gesendet wurde: „Vielleicht ist es wichtig, zunächst einmal zu sagen, dass die evangelische Kirche ja sehr vielgestaltig ist.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Papst
  • September 2006: Papstbesuch in Deutschland (14.08.2006)

Quellen[Bearbeiten]

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