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August 14, 2006

Sechs Millionen Zuschauer sahen Interview mit Papst Benedikt XVI.

Sechs Millionen Zuschauer sahen Interview mit Papst Benedikt XVI.

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Artikelstatus: Fertig 17:16, 14. Aug. 2006 (CEST)
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Papst Benedikt XVI.

Bonn / Köln / Mainz (Deutschland) / Castel Gandolfo (Italien) / Vatikanstadt, 14.08.2006 – Am gestrigen Sonntag wurde auf ARD, ZDF, der Deutschen Welle und Radio Vatikan ein Interview mit Papst Benedikt XVI. ausgestrahlt. Im Fernsehen erreichte das Interview 6,08 Millionen Zuschauer, wobei auf ARD um 19:20 Uhr 2,94 Millionen und auf ZDF um 22:00 Uhr 3,14 Millionen Menschen zugeschaut haben. Das Interview wurde am 6. August in der Sommerresidenz auf Castel Gandolfo aufgezeichnet. Dabei stellte sich der Papst den Fragen von vier Moderatoren, je einem pro Sender. Für die ARD war Gerhard Fuchs vom Bayerischen Rundfunk, für das ZDF Thomas Bellut, für die Deutsche Welle Christoph Lanz und für Radio Vatikan der Leiter der deutschsprachigen Abteilung, Eberhard von Gemmingen SJ, anwesend.

Das Interview wurde angesichts des im September anstehenden Papstbesuches in Süddeutschland aufgenommen. Es ist das erste Interview seiner Art mit einem Papst.

Papst Benedikt stellte fest, dass er sich ein bisschen wie vor einem Gericht gefühlt habe. Die vier Moderatoren stellten ihm Fragen zur Aktualität der Kirchenstruktur, dem Frauenpriestertum, Homosexualität, Verhütung und Abtreibung. Aber auch aktuelle Themen wie die Ökumene und der Nahostkonflikt waren Themen des halbstündigen Interviews. Gerade beim Nahostkonflikt wies der Papst darauf hin, dass der Vatikan keinerlei politische Macht habe, um einzugreifen (er strebe auch keine solche an), dennoch wies er darauf hin, dass Krieg für alle die schlechteste Lösung sei: „Er bringt für niemanden etwas, auch für die scheinbaren Sieger nichts […]“. Der Papst wies im Zuge der Frage nach der Aids-Problematik und des Problems der Überbevölkerung darauf hin, dass neben der technischen Lösung auch eine geistige existieren müsse. Es reiche nicht, wenn der Mensch wisse, wie er ein Kondom benutzen müsse. „[…] Wir brauchen zwei Dimensionen, es muss die Bildung des Herzens, wenn ich’s so sagen darf, mit dazukommen, durch die der Mensch Maßstäbe gewinnt und dann auch seine Technik richtig gebrauchen lernt.“

Im Bezug auf die Ökumene hat sich vor Ausstrahlung des Interviews der evangelische Bischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, negativ zu den ökumenischen Bemühungen des Papstes geäußert. Er kritisierte den Papst, dass dieser bei seiner Amtseinführung zwar der Ökumene eine große Rolle zugesprochen habe, aber nach seinem ersten Amtsjahr keine Fortschritte im Miteinander der zwei großen deutschen Kirchen zu sehen seien. Der Papst sagte in dem Interview, welches vor der Aussage aufgenommen, aber erst danach gesendet wurde: „Vielleicht ist es wichtig, zunächst einmal zu sagen, dass die evangelische Kirche ja sehr vielgestaltig ist.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Papst
  • September 2006: Papstbesuch in Deutschland (14.08.2006)

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April 3, 2005

Versteckte Kritik an Johannes Paul II in der Nachfolgediskussion

Versteckte Kritik an Johannes Paul II in der Nachfolgediskussion

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Vatikanstadt, 03.04.2005 – Während in Rom Gedenkfeiern und Messen anlässlich des gestrigen Todes von Papst Johannes Paul II. abgehalten werden, beginnen nun weltweit erste Stimmen zur Nachfolge laut zu werden.

Unter anderem ist die Rede vom Wunsch nach einem reformfreudigeren Kirchenoberhaupt. So interpretiert der Schweizer Theologe mit Wohnsitz in Tübingen, Hans Küng, den Nachlass des Papstes als eine „schwere Erblast“. Niemand zweifele die persönliche Frömmigkeit und das Engagement von Johannes Paul an, es gebe aber eine Hoffnungs- und Vertrauenskrise innerhalb der katholischen Kirche.

Nach außen habe der Papst zwar recht weltoffen und freimütig gewirkt, im Innenleben des kirchlichen Miteinanders seien jedoch viele Mängel festzustellen. Küng kritisiert dabei die fehlende Qualifikation einiger Bischöfe. Auch den Mangel an qualifiziertem Priesternachwuchs rechnet Küng dem fehlenden Reformwillen des Papstes zu.

Beobachter hoffen jetzt auf einen neuen Papst, der aktiv Reformen durchführt. Themen, die schon lange anstehen, aber mit Johannes Paul II. nicht erneuerbar waren, sollten jetzt angegangen werden. Hervorgehoben werden dabei die Bereiche Frauenförderung, Transparenz in der Kirche, Zölibat, Ehescheidung, Fragen der Ökumene sowie die Probleme mit der Schwangerschaftskonfliktberatung. Dem Nachfolgepapst wird daher Kraft und Mut zu starkem Reformwillen gewünscht.

Themenverwandte Artikel

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