Thailand: Thaksin Shinawatra besucht den aufständischen Süden

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Artikelstatus: Fertig 13:05, 17. Okt. 2005 (CEST)
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Sungai Kolok / Bangkok (Thailand), 07.10.2005 – Der Besuch des thailändischen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra in den Unruhegebieten im Süden Thailands wird vom Bombenterror aufständischer Kräfte begleitet. Neun Personen wurden bei Bombenexplosionen im Sungai Kolok Bezirk in der Provinz Narathiwat verwundet.

Die Explosionen ereigneten sich in einem Gebiet, das für sein reges Nachtleben bekannt ist. Nicht weit davon entfernt in dieser Region übernachtete der Ministerpräsident im Distrikt Joh I Rong (Provinz Narathiwat). Die Reise durch die Südprovinzen ist Teil seines Versuchs, die politische Initiative in diesem von Unruhen erschütterten Teil Thailands zurückzugewinnen. Die Übernachtung in dieser so genannten roten Zone, einem als gefährlich eingestuften Gebiet, versteht der Ministerpräsident als demonstrative Geste, um die Sicherheit in dieser Region wieder herzustellen. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften schützt den Ministerpräsidenten und die ihn begleitenden acht Minister.

In einem Fernsehinterview mit dem bekannten Sender Channel 5 versicherte er außerdem, die Regierung werde die Sicherheitsmaßnahmen in dieser Region massiv verstärken. Er wandte sich auch direkt an die aufständischen Kräfte in der Region und drängte sie, ihren Kampf gegen die Regierung aufzugeben und ihre Kräfte dem gemeinsamen Aufbau der Region zu widmen. Der Joh-I-Rong-Unterbezirk war erst vor zwei Tagen Schauplatz tödlicher Angriffe auf Soldaten gewesen. Der Premierminister und sein „Tross“ übernachteten in einem buddhistischen Tempel in Joh I Rong.

Ziel seines Besuches in der Region waren jedoch keine politischen Gespräche mit Vertretern der lokalen Staatsmacht, sondern er besuchte persönlich die Familien von aufständischen Kämpfern, die Anfang September nach Malaysia geflohen waren. Das Dorf Ban Bukit wurde völlig durch den Besuch des Ministerpräsidenten überrascht, wo das Haus von Masae Useng, einer der Leitfiguren der aufständischen Kräfte, steht. Auf Masaes Ergreifung ist eine Belohnung von fünf Millionen Baht ausgesetzt. Ihm wird zur Last gelegt, der Kopf zu sein, der hinter einem Überfall auf einen Armeestützpunkt im vergangenen Jahr steckt. Masaes Frau Maneeyoh floh beim Anblick des Ministerpräsidenten ins Haus und schloss Fenster und Türen hinter sich. Der Ministerpräsident folgte ihr jedoch bis in die Küche ihres Hauses und versprach ihr, dass ihr Mann ein faires Gerichtsverfahren bekommen würde. Als Geste des guten Willens stockte er das Taschengeld ihrer fünf Kinder mit je 1.000 Baht auf. Die Frau drängte er, ihren Mann zur Aufgabe zu bewegen. Mit etwas mehr Entgegenkommen wurde der Ministerpräsident dann auf dem Markt des Dorfes begrüßt, wo die Einheimischen beim Frühstück zusammen saßen. Es ist der zweite Tag des Ramadan.

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Quellen