Thailand bricht Patentschutz für Merck-Aids-Medikament Efavirenz

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Artikelstatus: Fertig 20:18, 3. Dez. 2006 (CET)
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Bangkok (Thailand), 03.12.2006 – Die thailändische Gesundheitsbehörde gab am letzten Mittwoch bekannt, dass sie das von dem US-Pharmakonzern Merck & Co. vertriebene AIDS-Medikament Efavirenz ab sofort mit einer Zwangslizenz belegt. Dadurch kann das Medikament zu einem günstigeren Preis angeboten werden. Merck & Co., das die exklusiven Rechte für den Vertrieb in Thailand besaß, verlangte 41 US-Dollar je Patient und Monat für das Medikament. Die thailändische Regierung hatte den Schritt damit begründet, dass die Kosten für das Medikament angesichts wachsender Zahlen HIV-infizierter Patienten für Thailand nicht mehr finanzierbar seien. Durch die Zwangslizenz verbilligt sich der Preis für das Medikament in Thailand auf 38,50 US-Dollar.

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die die Entscheidung der thailändischen Regierung ausdrücklich begrüßte, erklärte, indische Generika-Produzenten hätten das Medikament bisher schon für 22 US-Dollar angeboten. Der staatliche thailändische Pharmaproduzent GPO werde in sechs Monaten außerdem auch für den thailändischen Markt ein Nachahmerprodukt für Efavirenz produzieren, berichteten thailändische Medien. Ein Sprecher von „Ärzte ohne Grenzen“ sagte außerdem, Mercks Belieferung des thailändischen Marktes mit Efavirenz sei nicht verlässlich gewesen, „was Behandlungsunterbrechungen zur Folge hatte“.

Das Medikament Efavirenz hemmt ein Protein des HI-Virus. Bei diesem Protein handelt es sich um das Enzym „Reverse Transkriptase“, mit dessen Hilfe sich HIV in menschlichen Körperzellen vermehrt.

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Quellen