Todesstrafe in Florida und Kalifornien ausgesetzt

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Artikelstatus: Fertig 18:55, 18. Dez. 2006 (CET)
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Hinrichtungen in den USA

Tallahassee (Vereinigte Staaten), 18.12.2006 – Ein Fehler bei der Hinrichtung des wegen Mordes verurteilten Angel Nieves Diaz am Freitag veranlasste den Gouverneur von Florida, die Durchführung von Exekutionen bis auf weiteres auszusetzen. Diaz wurde durch eine Giftspritze hingerichtet. Normalerweise soll das verwendete Gift zuerst mit einer enthaltenen Substanz dem Todeskandidaten das Schmerzgefühl nehmen und dann binnen Minuten zur Bewusstlosigkeit führen. Eine weitere Substanz führt zur Lähmung, wodurch Sprechen, Bewegung und Atmung unmöglich werden. Eine dritte Substanz schließlich bringt das Herz zum Stillstand.

Da bei Diaz ersten Angaben nach eine Vene im Arm verfehlt worden war, musste ihm eine zweite Injektion verabreicht werden. Erst 34 Minuten nach der ersten Injektion hörte das Herz des 55-jährigen dann auf zu schlagen. Augenzeugen berichteten, er habe während dieser Zeit qualvoll gelitten und noch kurz vor dem Tod das Gesicht verzerrt. Eine Justizsprecherin sagte außerdem, dass Diaz leberkrank gewesen sei, wodurch das Gift nicht richtig gewirkt hätte.

Als Reaktion auf den Vorfall setzte der Gouverneur von Florida, Jeb Bush, die Durchführung von Hinrichtungen aus, bis der Vorfall genau untersucht worden ist. Fast zur gleichen Zeit erging auch in Kalifornien ein Urteil, das ein seit Februar bestehendes Aussetzen von Hinrichtungen verlängert. Dort soll zuerst überprüft werden, ob Hinrichtungen nicht eine ungewöhnlich grausame Bestrafung und damit nicht verfassungskonform seien. Aus dem selben Grund waren in der Vergangenheit die verwendeten Tötungsarten elektrischer Stuhl und Köpfen verboten worden.

Die Todesstrafe wird in den USA in zirka 30 Bundesstaaten praktiziert, ausschließlich unter Verwendung von Giftspritzen. Die Zahl an tatsächlich durchgeführten Hinrichtungen hat dabei in den letzten Jahren abgenommen und auch die Zahl von Todesurteilen sank seit 1999 um 60 Prozent.

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Quellen