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March 31, 2015

Träger des Abelpreises des Jahres 2015 bekanntgegeben

Träger des Abelpreises des Jahres 2015 bekanntgegeben

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Veröffentlicht: 10:44, 31. Mär. 2015 (CEST)
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Oslo (Norwegen), 31.03.2015 – Am 25. März hat die Norwegische Akademie der Wissenschaften die Träger des diesjährigen Abelpreises bekanntgegeben. Der Preis geht an die beiden Mathematiker John Forbes Nash Jr. (86) und Louis Nirenberg (90). Sie werden hiermit für ihre „eindrucksvollen und bahnbrechenden Beiträge zur Theorie der nichtlinearen partiellen Differentialgleichungen und ihre Anwendungen in der geometrischen Analysis“ geehrt.

Nichtlineare partielle Differentialgleichungen helfen beispielsweise bei der mathematischen Modellierung vieler physikalischer Vorgänge. Es stellte sich aber auch heraus, dass sie auch bei der Analyse von abstrakten geometrischen Objekten genutzt werden können.

Das Abelkomitee erklärte zur Begründung für die Preisvergabe: „Ihre Entdeckungen wurden zu vielseitigen und robusten Verfahren weiterentwickelt, die zu wesentlichen Werkzeugen für das Studium nichtlinearer partieller Differentialgleichungen geworden sind. Ihr Einfluss ist in allen Bereichen der Theorie zu spüren.“ Und weiter: „Keinesfalls beschränkt auf die Lösungen der Probleme, für die sie entwickelt wurden, haben die Ergebnisse von Nash und Nirenberg sich als sehr nützliches Instrumentarium erwiesen, das in vielen Zusammenhängen äußerst eindrucksvolle Anwendungen gefunden hat.“

Der Abelpreis wird seit 2003 vergeben. Das Abelkomitee, das die Preisträger jedes Jahr nominiert, besteht immer aus fünf international anerkannten Mathematikern. Es handelt sich bei dem Preis, der nach dem norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel benannt ist, der im 19. Jahrhundert lebte, um einen der höchstdotierten Mathematikpreise. Der Wert liegt derzeit bei umgerechnet etwa 700.000 Euro. Der Preis wird von der norwegischen Regierung finanziert.

Themenverwandte Artikel

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Quellen

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January 11, 2014

Wikinews-Interview über Beiträge zu Open Source: Opera

Wikinews-Interview über Beiträge zu Open Source: Opera

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Veröffentlicht: 02:01, 12. Jan. 2014 (CET)
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Oslo (Norwegen), 11.01.2014 – Wikinews interviewte den norwegischen Software-Hersteller Opera über seine Beiträge zu Open-Source-Projekten und zur Software überhaupt. Die Fragen betrafen den gegenwärtigen Arbeitsablauf, die Dynamik der Beiträge sowie den Hintergrund.

Wikinews-logo.svgWikinews:  Was war der Grund für Ihr ursprüngliches Interesse an Open Source?

Bruce Lawson: Opera war in der Vergangenheit sehr stark in Open-Source-Projekten engagiert. Oft haben wir Open-Source-Software selbst benutzt und weiterentwickelt und in unsere Produkte eingebaut. Opera begann mit der Spezifikation für HTML5 und erweiterte dabei die Standardsprache HTML im Internet um Fähigkeiten, die bisher nur von proprietären Programmen wie Flash und Silverlight angeboten wurden. Seit kurzem beschäftigen wir uns mit Blink, einer Open-Source-Software für Rendering, und wir haben ein eigenes Team für Blink und Chromium, um diese Produkte weiterzuentwickeln und für alle Nutzer zu verbessern.

Wikinews-logo.svgWikinews:  Wie sieht Ihr gegenwärtiger Arbeitsablauf bei Open Source aus?

Bruce Lawson: Wir machen Erweiterungen, bauen diese ein und testen sie – immer wieder.

Wikinews-logo.svgWikinews:  Was hat sich in den letzten Jahre während Ihrer Arbeit an Open-Source-Projekten verändert?

Bruce Lawson: Die Fähigkeiten und der Bekanntheitsgrad von Github.

Wikinews-logo.svgWikinews:  Welche Rolle spielt Open Source in der heutigen Zeit?

Bruce Lawson: Open Source ist gleichwertig mit Produkten, deren Quellcode nicht zur Verfügung steht. Der entscheidende Unterschied sind offene Standards für den Datenaustausch, so dass ein Benutzer nicht an einen Anbieter gebunden ist.

Wikinews-logo.svgWikinews:  Wieviel Aufwand setzen sie in die Lokalisierung Ihrer Produkte? Open source und andere?

Bruce Lawson: Der Webbrowser Opera steht in 54 Sprachen zur Verfügung, also viel Aufwand!

Wikinews-logo.svgWikinews:  Beschäftigen Sie auch Personen außerhalb ihres Unternehmens? Wie schätzen Sie den Trend ein, dass viele aus der Ferne arbeiten?

Bruce Lawson: Nein, wir haben Büros in Norwegen, Polen und Schweden, aber für uns geht die Arbeit am besten, wenn alle Mitarbeiter eng zusammen sind.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels (mit originärer Berichterstattung) vom 06.01.2014

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September 9, 2013

Wahlkampf in Norwegen: Kleinpartei wirbt mit Reichen-Safari in Oslo

Wahlkampf in Norwegen: Kleinpartei wirbt mit Reichen-Safari in Oslo

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Veröffentlicht: 19:24, 9. Sep. 2013 (CEST)
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Oslo (Norwegen), 09.09.2013 – Mit Busrundfahrten durch Villenviertel in Norwegen wollte die linke Partei „Rødt“ vor den Wahlen Aufsehen erregen und auf den großen Unterschied zwischen den Klassen aufmerksam machen. Sie bot Besichtigungen in den westlichen Stadtteilen Oslos an, wo der Überfluss der Reichen zu bestaunen sei. Obwohl die Schere zwischen den Klassen heute so groß ist wie zuletzt vor 80 Jahren, sei das Klassenbewusstsein in Norwegen ein Tabu. Dieses Tabu wolle man durch solche Safaris brechen, erklärte ein Sprecher von Rødt.

Rødt (deutsch Rot) ist eine sozialistische-revolutionäre Partei in Norwegen, die bei der Wahl 2009 nur 1,4 Prozent der Stimmen und somit im Storting keinen Sitz erhielt. Laut aktueller Umfragen gilt ein Erfolg der bürgerlichen Opposition als ziemlich wahrscheinlich. Bisher regiert die sozialdemokratische Arbeiterpartei (Ap) in Koalition mit der Sozialistischen Linkspartei und der grünen Zentrumspartei. Allerdings könnte mit der Umweltpartei Die Grünen eine weitere ökologische Partei, die 1988 gegründet wurde, die 4%-Hürde schaffen und ins Parlament einziehen. Insgesamt treten landesweit 13 Parteien zur Parlamentswahl am heutigen Montag an. Einige Wahllokale hatten bereits gestern geöffnet.

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March 21, 2013

Abelpreis des Jahres 2013 geht an Pierre Deligne

Abelpreis des Jahres 2013 geht an Pierre Deligne

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Veröffentlicht: 21:42, 21. Mär. 2013 (CET)
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Pierre Deligne im März 2005

Oslo (Norwegen), 21.03.2013 – Der diesjährige Abelpreis wird an den Mathematiker Pierre Deligne gehen. Das gab die Präsidentin der Norwegischen Akademie der Wissenschaften und Künste, Kirsti Strøm Bull, am gestrigen Mittwoch bekannt. Die Preisübergabe findet am 21. Mai 2013 in Oslo durch den norwegischen König Harald statt.

Der 68-jährige Pierre Deligne erhält den Preis für seine „wegweisenden Beiträge zur algebraischen Geometrie und ihren prägenden Einfluss auf Zahlentheorie, Darstellungstheorie und verwandte Gebiete“.

Berühmt wurde Deligne durch seinen Beweis des letzten Teils der so genannten Weil-Vermutungen, den er bereits in jungen Jahren fand. Seine Arbeit ist durch eine besondere Breite, die Schwierigkeit der benutzten Methoden und den Ideenreichtum gekennzeichnet. Sein Hauptforschungsgebiet ist die Algebraische Geometrie, ein mathematisches Gebiet, das in einer Pressemitteilung der Norwegischen Akademie der Wissenschaften und Künste wie folgt beschrieben wird: „Geometrische Objekte wie Geraden, Kreise und Kugeln können mit Hilfe von einfachen algebraischen Gleichungen beschrieben werden. Die daraus resultierende grundlegende Verbindung zwischen Geometrie und Algebra führte zur Entwicklung der Algebraischen Geometrie. In dieser werden geometrische Methoden benutzt, um die Lösungen von polynomialen Gleichungssystemen zu lösen; und umgekehrt werden algebraische Techniken angewandt, um geometrische Objekte zu analysieren.“

Deligne wurde am 3. Oktober 1944 in Etterbeek bei Brüssel geboren. Seinen Weg zur Mathematik fand er als Zwölfjähriger durch Aufzeichnungen seines älteren Bruders, die dieser im Rahmen seines Studiums angefertigt hatte. Zunächst begann Pierre Deligne ein Studium in Brüssel – mit dem vorläufigen Ziel, Mathematiklehrer zu werden. Dort studierte er u.a. bei Jacques Tits, der im Jahr 2008 (zusammen mit John Griggs Thompson) ebenfalls Preisträger des Abelpreises wurde. Nachdem Deligne 1970 das jüngste fest angestellte Mitglied am Institut des Hautes Études Scientifiques (IHÉS) in Bures-sur-Yvette bei Paris geworden war und dort viele Jahre geforscht hatte, ging er im Jahr 1984 an die School of Mathematics am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey, USA. Heute ist er dort emeritierter Professor.

Bevor er als Preisträger des Abelpreises bekanntgegeben wurde, hat Pierre Deligne weitere international anerkannte Auszeichnungen erhalten: 1978 bekam er die Fields-Medaille beim Internationalen Mathematikerkongress in Helsinki. 1988 erhielt er den Crafoord-Preis der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (zusammen mit Alexander Grothendieck) und 2004 den Balzan-Preis. Im Jahr 2008 wurde ihm mit seinen Kollegen Phillip Griffiths und David Mumford der Wolf-Preis verliehen.

Der Abelpreis ist einer der höchstdotierten Mathematikpreise der Welt – umgerechnet handelt es sich um etwa 800.000 Euro. Er geht an Personen, die grundlegende Beiträge zur Mathematik erbracht und das Fach nachhaltig geprägt haben. Die Auszeichnung gibt es seit 2003; sie wird in Erinnerung an den norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel (1802 – 1829) verliehen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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August 25, 2012

Oslo: 21 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung für den Massenmörder

Oslo: 21 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung für den Massenmörder

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Veröffentlicht: 14:30, 25. Aug. 2012 (CEST)
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Oslo (Norwegen), 25.08.2012 – Ende des Prozesses gegen Anders Breivik, den Attentäter von Oslo und Utøya: Das Urteil lautet auf 21 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung. Breivik ist schuldfähig und wird damit nicht wie von der Staatsanwaltschaft gefordert in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Er ist verantwortlich für die Anschläge in Norwegen bei denen 77 Menschen ums Leben kamen. Es waren überwiegend Teilnehmer eines Zeltlagers einer sozialdemokratischen Jugendorganisation, die von ihm erschossen wurden, nachdem er in Oslo eine Autobombe gezündet hatte. Er wurde am Tag des Anschlags, dem 22. Juli 2011, festgenommen. Seine Motivation war, Norwegen gegen den Islam und den „Kulturmarxismus“ verteidigen zu wollen. Laut einem im November 2011 bekanntgegebenen rechtspsychiatrischen Gutachten war Breivik zur Tatzeit aufgrund einer paranoiden Schizophrenie nicht zurechnungsfähig. Ein zweites Gutachten kam zu dem Ergebnis, dass Breivik an einer Persönlichkeitsstörung leide, aber zurechnungsfähig sei.

Themenverwandte Artikel

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Anschläge in Norwegen 2011“.

Quellen

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July 12, 2012

Norwegen: Nach Breivik-Anschlägen sollen Anti-Terrorgesetze verschärft werden

Norwegen: Nach Breivik-Anschlägen sollen Anti-Terrorgesetze verschärft werden

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Veröffentlicht: 20:34, 12. Jul. 2012 (CEST)
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Die norwegische Justizministerin Grete Faremo

Oslo (Norwegen), 12.07.2012 – Nach den Anschlägen des rechtsextremen Anders Behring Breivik, bei denen 77 Menschen getötet wurden, will die norwegische Regierung die Möglichkeiten zur Verfolgung von „Solo-Terroristen“ erweitern. Am Donnerstag, zehn Tage vor dem ersten Jahrestag der Anschläge von Oslo und Utøya, übergab die Justizministerin Grete Faremo dem Parlament entsprechende Vorschläge. Die Regierung will vor allem die Vorbereitung von Terrorhandlungen ohne Hilfe anderer künftig als strafbare Handlung einstufen.

Über Jahre hinweg hatte Breivik die Detonation einer Autobombe in Oslo und das Massaker auf der Insel Utøya am 22. Juli 2011 unbemerkt vorbereitet. Die Abhör-Möglichkeiten und auch Video-Überwachungen und Kontrollen im Internet könnten für die Polizei und den Geheimdienst PST erweitert werden, erklärte Faremo. Es sei außerdem geplant, die Teilnahme an Terroristen-Camps und auch den Besitz von Materialien, welche sich zur Ausübung von terroristischen Aktionen eignen, unter Strafe zu stellen.

Die sozialdemokratische Ministerin wies darauf hin, dass sich die Regierung noch nicht endgültig festgelegt habe, wie weit sie gehen will. Die Regierung soll sich eine „möglichst offene Debatte“ wünschen. Im nächsten Jahr könnten, nachdem die Anhörungsfrist im November abgelaufen ist, neue Regeln in Kraft treten.

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May 12, 2012

Oslo: Hinterbliebener Kurde schleudert Schuh auf Breivik

Oslo: Hinterbliebener Kurde schleudert Schuh auf Breivik

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Veröffentlicht: 13:22, 12. Mai 2012 (CEST)
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Flying shoe in the air.JPG

Oslo (Norwegen), 12.05.2012 – Am Freitag wurde nach dem Attentäter Anders Behring Breivik während der Verhandlung vom Bruder eines Getöteten ein Schuh geworfen. Der Schuhwerfer, ein Kurde, der aus dem Irak angereist war, um dem Prozess beizuwohnen, rief mehrmals: „Du Mörder, fahr zur Hölle!“ Der Schuh verfehlte sein Ziel und traf eine Verteidigerin von Breivik.

Dem Angeklagten wird in dem Prozess vorgeworfen, zunächst in Oslo durch eine Autobombe acht Menschen ermordet und danach auf der Insel Utøya 69 weitere, zumeist junge Leute erschossen zu haben. Auf der Insel fand damals ein Sommerlager der norwegischen Arbeiterpartei statt.

Sicherheitsleute führten den 20-jährigen Iraker Mustafa Kassim nach dem Schuhwurf aus dem Saal. Kassim selbst zu dem Vorfall: „Ich zog meinen Schuh aus, rief dem Mörder was zu, bekam Augenkontakt und warf den Schuh. Er hat mein Leben und das meiner Familie ruiniert.“ Und weiter: „Ich bin vom Irak nach Norwegen gereist, um im Gericht zu sein. Das war ein enormer Eindruck für mich.“ Die Verhandlung wurde nach dem Zwischenfall für einige Minuten unterbrochen. Einige Zuschauer applaudierten, andere begannen zu weinen. Polizeichef Rune Björsvik sah den Angriff als eine spontane emotionale Reaktion, von dem kein Sicherheitsrisiko ausgegangen sei. Breivik selbst nach der Verhandlungsunterbrechung: „Wenn jemand etwas auf mich werfen will, kann er das tun, wenn ich hereinkomme oder herausgehe.“

Vor allem in arabischen Ländern gilt das Werfen eines Schuhs als Ausdruck tiefster Verachtung.

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April 18, 2012

Oslo: Massenmörder Anders Behring Breivik seit drei Tagen vor Gericht

Oslo: Massenmörder Anders Behring Breivik seit drei Tagen vor Gericht

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Veröffentlicht: 21:19, 18. Apr. 2012 (CEST)
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Oslo (Norwegen), 18.04.2012 – In Oslo hat am 16. April der Prozess gegen Anders Behring Breivik begonnen, der am 22. Juli 2011 insgesamt 77 Menschen getötet hat. Er hatte zunächst im Regierungsviertel von Oslo ein Auto zur Explosion gebracht, wodurch sieben Menschen starben, und war dann mit einem Auto zu der etwa vierzig Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegenden Insel Utoya gefahren, wo er insgesamt 70 meist jugendliche Teilnehmer bei einem Sommerlager erschoss. Zahlreiche weitere Personen wurden verletzt, bei der Explosion in Oslo entstand außerdem hoher Sachschaden. Die Staatsanwaltschaft wirft Breivik Terrorismus vor. Im Falle einer Verurteilung muss Breivik mit bis zu 21 Jahren Gefängnis rechnen.

Am ersten Tag des Prozesses verlas die Staatsanwaltschaft die Anklage gegen Breivik. Am zweiten Prozesstag trug Breivik ein 13-seitiges Dokument vor; er hatte es während der Untersuchungshaft verfasst. 75 Minuten lang äußert sich der Angeklagte. Er besteht auf sein vermeintliches Recht der Selbstverteidigung. Die Staatsanwältin Inga Bejer kontert ihn mit der Frage aus: „Wo haben Sie das Recht her, Norwegen zu verteidigen?“ Das Motiv wird gesucht. Was war der Auslöser für die objektiv sinnlose Gewaltorgie? Mit einem Einsehen des Täters ist nicht zu rechnen: „Ich würde es wieder tun“, sagt Breivik.

Am Mittwoch ging es ins Detail. Die Staatsanwaltschaft hinterfragt Aussagen aus den von Breivik verfassten Zeilen. Immer wieder geht es um den angeblichen Tempelorden. Wenn er in die Enge getrieben ist, kommt immer wieder die Aussage: „Dazu möchte ich nichts sagen.“ Dann kommen auch Aussagen, er habe bei dem ein oder anderem Punkt geschwindelt, den Orden für die Rettung Europas gäbe es nicht und auch nicht die Ritter, die ein Netzwerk gebildet hätten. Schließlich wirft er der Staatsanwältin vor, ihn mit den Fragen lächerlich machen zu wollen. Sie entgegnet, dass sie nur aufklären wolle.

Auf die Frage, ob man nach seiner Tat die Todesstrafe wieder hätte einführen sollen, antwortet er: „Das wäre aus vielen Gründen richtig gewesen. Wenn man diese Sache beurteilt, gibt es doch nur zwei Möglichkeiten: Entweder Freispruch, was unrealistisch ist, oder die Todesstrafe. Ich sehe 21 Jahre Gefängnis als armselige Strafe an.“

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April 10, 2012

Neues Gutachten erklärt Attentäter Breivik als zurechnungsfähig

Neues Gutachten erklärt Attentäter Breivik als zurechnungsfähig

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Veröffentlicht: 22:27, 10. Apr. 2012 (CEST)
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Das Regierungsviertel in Oslo kurz nach dem Bombenanschlag Breiviks

Oslo (Norwegen), 10.04.2012 – Einem neuen Gutachten zufolge ist der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik zurechnungsfähig. Breivik hatte am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet. Zunächst zündete er in der norwegischen Hauptstadt eine Autobombe, womit er die Polizei ablenken wollte. Die Explosion tötete acht Personen und richtete im Regierungsviertel teils erheblichen Schaden an. Danach fuhr Breivik zu der etwa 40 Kilometer vom Zentrum Oslos entfernten Insel, auf der ein Sommerlager der norwegischen sozialdemokratischen Partei stattfand, wo er sich zunächst als Polizist ausgab, bevor er das Feuer auf die meist jugendlichen Teilnehmer eröffnete.

Beide Anschläge hat der 32-jährige Breivik zugegeben und sie als „grausam, aber notwendig“ bezeichnet. Die Tat, die er neun Jahre lang geplant habe, begründete Breivik mit Hass auf den Islam und die regierenden Sozialdemokraten. In einem vor der Tat im Internet veröffentlichten Manifest wandte sich Breivik gegen muslimische Zuwanderer und „Kulturmarxismus“.

Das neue Gutachten der Psychiater Terje Tørrissen und Agnar Aspaas kam damit zu einem anderen Ergebnis, als das im November bekannt gewordene, das Breivik attestiert hatte, er sei paranoid-schizophren. Das Gericht hatte damals ein Gegengutachten angeordnet. Breivik selbst hält sich nach Angaben seines Anwalts für schuldfähig. Er hatte schriftlich gegenüber norwegischen Medien geäußert, die Gutachter Torgeir Husby und Synne Sørheim hätten gelogen und die Feststellungen des ersten Gutachtens seien weitgehend erfunden. Im Prozess, der am 16. April beginnen soll, werden beide Gutachten berücksichtigt.

Sollte das Gericht Breivik für unzurechnungsfähig halten, würde er in eine geschlossene Anstalt eingewiesen, andernfalls käme eine Freiheitsstrafe in Betracht.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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March 9, 2012

Anklageverlesung gegen Attentäter Anders Behring Breivik

Anklageverlesung gegen Attentäter Anders Behring Breivik

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Veröffentlicht: 17:31, 9. Mär. 2012 (CET)
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Das Regierungsviertel in Oslo kurz nach dem Bombenanschlag Breiviks

Oslo (Norwegen), 09.03.2012 – In Oslo wurde am Mittwoch die Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Attentäter Anders Behring Breivik verlesen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Breivik, zunächst in Oslo durch eine Autobombe acht Menschen ermordet zu haben und danach auf der Insel Utöya 69 weitere, zumeist junge Menschen erschossen zu haben. Auf der Insel fand damals ein Sommerlager der norwegischen Arbeiterpartei statt. Breivik nahm die Anklage ruhig entgegen. Die Anklage wirft Breivik in der 19 Seiten langen Anklageschrift „Terrorakte“ und „vorsätzliche Tötung“ vor. Nach Angaben von Staatsanwältin Inga Bejer Engh waren 34 der 69 Opfer auf Utöya zwischen 14 und 17 Jahre alt, nur sieben von ihnen waren älter als 25 Jahre. 33 weitere Menschen hatte Breivik mit Schüssen verletzt. Insgesamt tötete Breivik 77 Menschen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Breivik zur Tatzeit unzurechnungsfähig war. Dies belege ein Gutachten, so die Staatsanwaltschaft, das im vergangenen November angefertigt wurde und Breivik „paranoide Schizophrenie“ attestiert. Allerdings will sich die Staatsanwaltschaft vorbehalten, eine normale Haftstrafe zu verlangen, sofern sich neue Erkenntnisse ergeben. Angehörige der Opfer hatten durchgesetzt, dass ein zweites Gutachten angefertigt wird; dieses soll bis zum 10. April vorliegen. Der Prozess gegen Breivik soll am 16. April beginnen.

Breivik selbst hat sich für zurechnungsfähig erklärt. Sein Anwalt Geir Lippestad sagte im norwegischen Fernsehen, sein Mandant sei „enttäuscht“, dass die Staatsanwaltschaft ihn nicht für zurechnungsfähig halte und ihn in eine psychiatrische Anstalt sperren wolle. Breivik „hält sich für straffähig“, so Lippestad. Breivik hatte die Tat gestanden, erklärte sich jedoch für nicht schuldig. In den Verhören hatte Breivik seine Opfer als „Verräter“ bezeichnet, denen die schleichende Islamisierung des Landes zuzuschreiben sei.

Breivik, der bisherige Anhörungen dazu nutzte, sich selbst darzustellen und seinen Kreuzzug gegen die „muslimische Invasion“ Europas und die multikulturelle Gesellschaft zu propagieren, drohen 21 Jahre Haft und nachfolgende Verwahrung. Diese könnte nachfolgend immer wieder verlängert werden, falls Breivik noch als gefährlich gälte.

Unterdessen haben französische und norwegische Polizisten in Carcassonne den Vater des Attentäters befragt. Er sollte Auskunft geben über das Verhältnis zu seinem Sohn und über dessen Kindheit. Der frühere Diplomat Jens Breivik lebt seit seiner Pensionierung in Südfrankreich.

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