Ursache für Hubschrauberabsturz in Kassel geklärt

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Artikelstatus: Fertig 10:25, 28. Mrz. 2006 (CEST)
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Niestetal (Deutschland), 28.03.2006 – Am Montagmittag, den 21. März stürzte im hessischen Niestetal in unmittelbarer Nähe einer Schule ein Hubschrauber einer österreichischen Firma ab. Die einzige Person an Bord des achtsitzigen „Agusta A 109 C“, der Pilot, wurde dabei schwer verletzt. Einen Tag danach wurde das Wrack des 14 Jahre alten Hubschraubers am späten Abend geborgen und sichergestellt.

Bereits am Montag waren von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) drei Sachverständige aus Braunschweig an die Unfallstelle gereist. Am Dienstag setzten sie ihre Ermittlungen fort. Sie hatten bis dahin bereits das Wrack, das im Vorgarten eines Einfamilienhauses lag, untersucht und den Sprechfunk sowie die Radaraufzeichnungen ausgewertet. Einer der drei Männer gab am Dienstag gegenüber der Zeitung „HNA.de“ erste Details zur Unglücksursache bekannt. Demnach soll der Hubschrauber wegen Spritmangels abrupt abgestürzt sein. Für eine Notlandung und einen gezielten Abgang in unbewohntem Gebiet war nach Annahme der Flugexpterten offenbar keine Zeit mehr. Diese Annahme stützt sich auf die Auswertung des Funkverkehrs zwischen dem Hubschrauber und der Funkleitstelle. Der Funkkontakt bestand von 09:48 Uhr bis 11:19 Uhr. Kurz vor dessen Ende um 11:07 Uhr meldete der Pilot „low on fuel“, was in der Fliegersprache bedeutet, der Treibstoff geht jeden Moment zu Ende.

Noch am Montag waren die Ermittler davon ausgegangen, der Pilot wäre auf dem Weg zum Flughafen Kassel-Calden gewesen, um dort Treibstoff zu tanken. Inzwischen wurde jedoch anhand der Funk- und Radaraufzeichnungen festgestellt, dass er den Flughafen bereits erreicht hatte, dort aber wegen der Schlechtwetterlage nicht landen konnte. Durch eine dichte Wolkenschicht war ihm der Blick auf den Flughafen verwehrt. Einen Blindflug durch die Wolken hindurch durfte er nicht durchführen, da er nicht nach den Instrumenten, sondern nach Sicht geflogen war. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich der Pilot dann nach einer Umrundung des Flughafens auf dem Flug zum Hohen Meißner nach Thüringen befunden hatte, als der Treibstoff ausging.

Zur Identiät des Piloten wurde mittlerweile bekannt, dass es sich um einen 46-jährigen Österreicher handelt, der früher Flieger beim österreichischen Bundesheer war. Aussagen zum Unfall konnte er bisher nicht machen, da er von den Ärzten in einem künstlichen Koma gehalten wird. Sein Gesundheitszustand ist nach wie vor kritisch.

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Quellen