Vernichtung der Vögel vietnamesischer Städte gestoppt

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Artikelstatus: Fertig 20:05, 8. Dez. 2005 (CET)
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Lage Vietnams

Hanoi (Vietnam), 08.12.2005 – Die vietnamesische Regierung hat die in Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang und Hue von den Stadtverwaltungen angeordnete Vernichtung aller wild lebenden Vögel untersagt. Das Landwirtschaftsministerium in Hà Nội bezeichnete in einem Schreiben an die drei Städte die Tötungskampagnen als ungeeignet zur Bekämpfung der Vogelgrippe und schädlich für das Ökosystem, wie BirdLife International, die internationale Dachorganisation von Natur- und Vogelschutzverbänden, mitteilt. Dem Eingreifen der Regierung war eine Intervention seitens der Welternährungsorganisation FAO vorausgegangen.

Vor zwei Wochen war vom Beginn der Vernichtungsaktionen berichtet worden. Vor allem Tauben, aber auch Reiher wurden mit Gewehrschüssen erlegt, das Insektizid Trichlorfon (Dipterex) wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt eingesetzt. Dort war auch die Geflügelzucht verboten worden, und alle in Haushalten lebenden Vögel sollten aus der Stadt gebracht werden, bis Vietnam frei von der Tierseuche sei.

Die Seuche, deren Überspringen auf den Menschen nach einer Mutation des Erregers vom Typ Influenza A-H5N1 befürchtet wird, ist inzwischen in Südostasien und China unter wildlebenden Vögeln endemisch und verursachte bisher in 19 der 64 Provinzen Vietnams Epidemien in Geflügelhaltungen. Die Stadtbehörden wollten dem Einschleppen aus dem Umland vorbeugen.

Tierseuchenexperten der FAO lehnen die Tötung wildlebender Vögel ab, weil dies ineffektiv sei und die Aufmerksamkeit ablenke von der primär nötigen Bekämpfung der Seuche unter Hausgeflügel durch Notschlachtung, Quarantäne und Impfung. Außerdem gehe von zur Geflügelzucht gehaltenen erkrankten Tieren die eigentliche Gefahr für Menschen aus, auch seien typischerweise in Städten vorkommende wilde Vogelarten bisher weniger als Träger der Seuche aufgefallen im Unterschied zu Zugvögeln, die am Wasser und in Feuchtgebieten leben, wie wilden Enten, Gänsen oder Schwänen.

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Quellen