Wilderei: Drei seltene Löwen in Indien getötet

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Artikelstatus: Fertig 20:37, 7. Mär. 2007 (CET)
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Ein männlicher asiatischer Löwe im Nürnberger Tiergarten.

Gandhinagar (Indien), 07.03.2007 – Im nordindischen Bundesstaat Gujarat fanden Wildhüter am vergangenen Samstag nur noch die Überreste dreier vom Aussterben bedrohter Asiatischer Löwen.

Nur etwa 350 dieser Exemplare leben noch im Gir-Nationalpark, dem weltweit letzten Rückzugsgebiet dieser Art. Bharat Pathak, ein Mitarbeiter des Nationalparks, vermutet, dass professionelle Wilddiebe hinter der Aktion stecken, da sie Köpfe, Knochen und Klauen der zwei Löwinnen und eines Jungtieres komplett mitgenommen hatten. Die Knochen werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, und die Klauen dienen als Anhänger, die angeblich die Potenz steigern sollen.

In den letzten Jahren starben immer wieder einige dieser seltenen Tiere, die früher von der Türkei bis nach Indien verbreitet waren. Aber dies ist der erste Vorfall, bei dem die Löwen innerhalb eines geschützten Gebietes der Wilderei zum Opfer fielen. Wassergruben stellen eine andere große Gefahr für die verbleibenden Tiere dar. Seit 2002 sind allein 19 Tiere ertrunken, zwei davon erst am 24. Februar.

„Die Behörden müssen aufwachen, Indien kann es sich nicht leisten, Löwen durch Wilderei oder Ertrinken zu verlieren“, meint der Naturschützer Ajay Rao. Nach Aussage eines Ministers versuchen Mitarbeiter des Parks, die über 300 Gruben mit Holzbrettern abzudecken, um das Ertrinken der Tiere zu verhindern.

Rufe nach der Schaffung einer zweiten Schutzzone für die Löwen werden jetzt lauter. Umweltschützer fürchten, wenn alle Tiere in nur einem Gebiet lebten, sei der Bestand durch Wilderei und Krankheiten stärker anfällig.

„Wir werden unsere Sicherheitsregeln überprüfen“, sagte Pradeep Khanna, der Verantwortliche für die Wälder in Gujarat gegenüber dem indischen Fernsehsender CNN-IBN. Zusätzliche Patrouillen sollen den 1.400 Quadratkilometer großen Nationalpark, in dem auch bis zu 8.000 Menschen leben und der von einer Bahnlinie durchquert wird, in Zukunft besser schützen. Weiterhin sollen die Kontrollen an der Grenze verstärkt werden, um zu verhindern, dass die Körperteile der der getöteten Löwen außer Landes geschmuggelt werden. Eine dementsprechende Anfrage an die Regierung wurde bereits gestellt.

Wildschutz wird in Indien eher lasch gehandhabt. Zu wenige Mitarbeiter versuchen, die Nationalparks vor Wilderern zu bewahren. Dörfer, die in den Gebieten liegen, tragen ebenfalls zum Konflikt zwischen den geschützten Tieren, zumeist Tigern, Leoparden und Elefanten, und dem Menschen bei. Offiziellen Angaben zufolge ist die Anzahl der Tiger in den letzten 100 Jahren von 40.000 Exemplaren auf etwa 3.700 geschrumpft. Umweltgruppen vermuten jedoch, dass die wirkliche Zahl viel geringer ist und nur noch ein Drittel davon am Leben ist.

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Quellen