Zwei japanische Satelliten starten mit „Dnepr 1“ in den Erdorbit

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Artikelstatus: Fertig 22:25, 24. Aug 2005 (CEST)
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Baikonur (Kasachstan), 24.08.2005 – Gestern kurz vor Mitternacht startete die russisch-ukrainische Rakete „Dnepr 1“ mit zwei japanischen Satelliten in den Weltraum. Die ehemalige Interkontinentalrakete, die in der westlichen Welt während des Kalten Krieges als SS-18 bekannt war, startete um 21:10 Uhr GMT vom Startkomplex 109 im Kosmodrom von Baiqongyr. Die Rakete flog zuerst in Richtung Süden über den Iran und die Arabische Halbinsel, um die Nutzlast in Höhe der Ostküste Somalias auszusetzen.

Nach etwas mehr als 15 Minuten trennten sich die beiden Satelliten in einer Höhe von etwa 379 Meilen von der dritten Stufe der Dnepr-Rakete. Danach nahmen die beiden Nutzlasten mit ihren eigenen Systemen die Energieversorgung auf und sind nun bereit, ihre normalen Funktionen aufzunehmen.

Es war die fünfte Orbitalmission der umgebauten ukrainischen ballistischen Rakete. Sie wird von der Firma „ISC Kosmotras“, einem internationalen Firmenkonsortium, vermarktet und ist für mittlere und kleine Nutzlasten in einem niedrigen Erdorbit ausgelegt.

Bei der Primärnutzlast handelt es sich um einen Versuchssatelliten zur optischen Kommunikation mit dem Namen „Optical Inter-orbit Communications Engineering Test Satellite“ (OICETS), der für die japanische Raumfahrtagentur JAXA gestartet wurde. 90 Minuten nach dem Start wurden die ersten Signale von einer Kontrollstation in Kiruna, Schweden, empfangen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Solarpanele des Satelliten bereits entfaltet und in Betrieb. OICETS hat eine Startmasse von 570 Kilogramm und soll ein Jahr lang Tests mit Lasern und Detektoren zur Herstellung einer Kommunikation durchführen.

Die zweite Nutzlast war ein so genannter Microsatellit namens „INDEX“ mit einer Startmasse von 60 Kilogramm. Auch hierbei handelt es sich um einen Testflug, der eine Anzahl von Komponenten und Technologien für den Einsatz im Weltraum beinhaltet. Beispiele sind ein Computerprozessor, ein Gyroskop aus Fiberverbundglas oder ein kleiner GPS-Receiver für die Navigation im Niedrigkostenbereich. Wissenschaftler wollen auch effektivere Solarzellen und eine neue Magnesium-Lithium-Batterie testen.

Traditionell benennt die japanische Raumfahrtagentur JAXA nach dem Start ihre Satelliten um. „OICETS“ heißt nun „Kirari“, „INDEX“ hat nun die Bezeichnung „Reimei“.

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Quellen