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October 14, 2012

Pakistan: Viele Tote durch Selbstmordanschlag

Pakistan: Viele Tote durch Selbstmordanschlag

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Veröffentlicht: 01:53, 14. Okt. 2012 (CEST)
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Pakistans Präsident Asif Ali Zardari (2009)

Islamabad (Pakistan), 14.10.2012 – Bei einem Selbstmordanschlag auf einem Markt im Nordwesten Pakistans, welcher sich am gestrigen Samstag ereignete, starben mindestens 16 Menschen. Wie Behörden mitteilten, waren wahrscheinlich Mitglieder der Pro-Regierungsmiliz, welche sich in dem Ort Darra Adam Khel befanden, das Ziel des Attentats. Die Pro-Regierungsmiliz kämpft seit langem gegen die radikal-islamischen Taliban in Pakistan.

Zur Zeit befinden sich noch einige der 25 Verletzten in einem lebensbedrohlichem Zustand, weshalb die Anzahl der Toten noch weiter steigen kann. Augenzeugen zufolge soll sich der Selbstmordattentäter in einem Auto auf dem Marktplatz in die Luft gesprengt haben. Es wurden auch fünfzehn Geschäfte und acht Autos durch die Explosion zerstört. Der Anschlag wurde von Asif Ali Zardari, Pakistans Präsident, und Raja Pervez Ashraf, Pakistans Ministerpräsident, scharf verurteilt.

Vor fünf Tagen hatten Angehörige der Taliban die 14-jährige Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai im Swat-Tal überfallen, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war, und ihr schwere Schussverletzungen an Kopf und Hals zugefügt. Das junge Mädchen befindet sich derzeit immer noch auf der Intensivstation. Für die Taliban waren Yousafzais Bemühungen für die Einführung des Bildungsrechts für Mädchen der Grund für diese Tat. Die pakistanische Armee startete in Waziristan, dem Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan, mehrere Offensiven gegen die Taliban und andere terroristische Gruppierungen. Doch bislang schlugen alle Offensiven fehl.

Aufgrund der wenigen Erfolge begrüßt die pakistanische Regierung die Aufstellung traditioneller Milizen, um die pakistanische Armee im Kampf gegen die Taliban zu unterstützen. Jedoch konnten auch die Miliz-Gruppen bis jetzt kaum Siege erringen.

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October 12, 2012

Pakistan: Taliban verüben Mordanschlag auf 14-jähriges Mädchen

Pakistan: Taliban verüben Mordanschlag auf 14-jähriges Mädchen

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Veröffentlicht: 18:40, 12. Okt. 2012 (CEST)
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Taliban schlägt eine Frau (Afghanistan)

Khyber Pakhtunkhwa (Pakistan), 12.10.2012 – Am Dienstag wurde ein Mordanschlag auf die 14-jährige Malala Yousafzai (Bild) im Swat-Tal verübt. Dem Mädchen wurde in den Kopf und in den Nacken geschossen, sie schwebt in Lebensgefahr. Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt. Malala Yousafzai ist eine Ikone des Widerstands gegen die Taliban in Pakistan. Bereits als Elfjährige führte sie für die BBC ein Tagebuch-Blog, in dem sie die Herrschaft der Taliban im pakistanischen Swat-Tal, in dem sie lebte, aus ihrer Sicht beschrieb. Sie setzt sich unter anderem für den Zugang von Mädchen zur Bildung ein. Für ihr Engagement erhielt sie bereits eine Auszeichnung der Regierung.

Die Taliban hatten ein Überfall-Kommando geschickt, dieses schlug zu als das Mädchen nach der Schule in einen Bus einstieg. Durch Schüsse, die sie in den Kopf und Nacken trafen, wurde sie lebensgefährlich verletzt. In einem Militär-Krankenhaus in der Provinzstadt Peschawar wurde eine Kugel aus dem Nacken entfernt. Jetzt kämpft man um das junge Leben von Malala Yousafzai. Innenminister Rehman Malik hat sie im Krankenhaus besucht, er berichtet von ersten Fortschritten bei der Behandlung. General Ashfaq Parvez Kayani von den Streitkräften Pakistans erklärte, das Militär werde sich den Terroristen nicht beugen. Malala sei ein Symbol des Mutes und der Hoffnung, was die Taliban nicht verstanden hätten. Aussenministerin Hina Rabbani Khar äußerte sich zu dem Anschlag: „Malala Yousufzai ist ein Vorbild für ganz Pakistan, und wir sollten vereint stehen, um gegen die Elemente anzugehen, die die 14-Jährige angegriffen haben.“ Nach dem Anschlag kam es zu Protesten auf den Straßen, Wut und Empörung über Mordanschlag kamen zum Ausdruck.

Der in dem Fall dieses Mordanschlags gezeigten Empörung von pakistanischen Politikern steht die allgemeine Verwicklung des pakistanischen Geheimdienstes Inter-Services Intelligence (ISI) mit den Taliban gegenüber. Anfang des Jahres nahm die British Broadcasting Corporation (BBC) in einen geheimen Nato-Bericht Einsicht. Nach dem Bericht sei die Regierung über den Geheimdienst ISI nach wie vor mit den Aufständischen „eng verknüpft“. Grundlage des Berichts sind 27.000 Verhöre von 4.000 Taliban-Kämpfern und Al-Kaida-Mitgliedern. Der französische Geheimdienst war vorher schon auf entsprechende Ergebnisse gekommen.

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September 3, 2012

Pakistan: Islamischer Geistlicher wegen falscher Verdächtigung festgenommen

Pakistan: Islamischer Geistlicher wegen falscher Verdächtigung festgenommen

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Veröffentlicht: 06:44, 3. Sep. 2012 (CEST)
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Die Faisal-Moschee in Islamabad bietet bis zu 74.000 Gläubigen Platz.

Islamabad (Pakistan), 03.09.2012 – Hafiz Mohammed Khalid Chishti wurde am Samstag von der pakistanischen Polizei festgenommen. Er soll Seiten aus dem Koran in Papiere gemischt haben, die von der jungen Christin Rimsha verbrannt worden waren. Für die Verbrennung von Koranversen sieht das Blasphemiegesetz als Höchststrafe lebenslange Haft vor. Eine Beleidigung des Propheten Mohammed wird mit dem Tod bestraft.

Rimsha, die geistig zurückgeblieben sein soll und unter dem Down-Syndrom leidet, war vor zwei Wochen festgenommen worden. Hafiz Mohammed Khalid Chishti hatte sie angezeigt. Seit dieser Zeit ist das Mädchen, von dem das exakte Alter nicht bekannt ist, in Haft. Nach der Festnahme war es zu Protesten gekommen (Bild). Mitarbeiter des Geistlichen gaben bei der Polizei an, er habe die Koranverse hinzugefügt. Damit hätte er falsche Beweismittel geschaffen. Nach einem Altersgutachten ist die junge Christin 14 Jahre alt und ihr Fall müsste vor einem Jugendgericht verhandelt werden; dort hätte sie eine niedrigere Strafe zu erwarten. Die Staatsanwaltschaft widerspricht dem Gutachten und erkennt nicht an, dass das Mädchen einen niedrigen Intelligenzquotienten haben soll.

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May 5, 2011

Pakistanischer Geheimdienst: Osama bin Laden wurde nach Aussagen seiner Tochter lebend gefasst

Pakistanischer Geheimdienst: Osama bin Laden wurde nach Aussagen seiner Tochter lebend gefasst

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Veröffentlicht: 09:58, 5. Mai 2011 (CEST)
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Islamabad (Pakistan), 05.05.2011 – Weitere Informationen über den Verlauf der Tötung Osama bin Ladens in Abbottabad (Pakistan) am Montag durch eine US-Spezialeinheit – gestern von dem pakistanischen Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) in Umlauf gebracht – ziehen die US-Darstellung der Militäraktion in Zweifel.

Demnach wurde bin Ladens 12 Jahre alte Tochter, die sich im Gewahrsam der pakistanischen Regierung befindet, Zeugin der Tötung ihres Vaters. Bin Laden sei nach Aussagen der Tochter getötet worden, nachdem dieser zunächst lebend gefasst worden war. 17 oder 18 Menschen hätten sich zum Zeitpunkt der US-Militäraktion auf dem Gelände befunden, darunter eine Ehefrau, eine Tochter und zwischen acht und neun Kinder anderer Familien. Diese sollen aus Saudi-Arabien und dem Jemen stammen.

Der ISI-Offizielle gab zu, der pakistanische Geheimdienst sei beschämt über sein Versagen hinsichtlich seiner Rolle bei der Ergreifung bin Ladens. Die Anlage, in der bin Laden von US-Einheiten gestellt wurde, habe man aktuell nicht „auf dem Schirm“ gehabt. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass der pakistanische Geheimdienst die CIA schon 2009 auf das Gelände als möglichem Aufenthaltsort bin Ladens hingewiesen habe – neben vielen anderen möglichen Orten.

Die Regierung Pakistans hat inzwischen bestätigt, dass sie keinerlei Kenntnis der US-Militäraktion vom Montag gehabt habe. Die US-Hubschrauber hätten sich im Schutz des Geländes unterhalb des pakistanischen Radars bewegt.

Laut CNN wurden auf dem Gelände, auf dem bin Laden getötet wurde, eine Reihe elektronischer Speichermedien sichergestellt, darunter zehn Festplatten, fünf Computer und mehr als einhundert Disketten, DVDs und USB-Sticks. Diese würden zurzeit von den US-Geheimdiensten ausgewertet.

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May 2, 2011

Pakistan: Osama bin Laden ist tot

Pakistan: Osama bin Laden ist tot – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Pakistan: Osama bin Laden ist tot

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Veröffentlicht: 23:10, 2. Mai 2011 (CEST)
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Osama

Abbottabad (Pakistan) / Washington D.C. (Vereinigten Staaten), 02.05.2011 – Al-Qaida-Führungsfigur Osama bin Laden wurde durch US-Sondereinheiten bei einer Kommandoaktion getötet. Dies gab US-Präsident Barack Obama in einer Rede an die Nation bekannt. In der Nacht zum heutigen Montag wurde die Aktion gestartet und erfolgreich beendet.

Kurz nach Mitternacht griffen 25 Mann der Navy-Seals die Bastion des Terroristen in Abbottabad, 60 Kilometer von Islamabad, mit zwei Hubschaubern an. Schon beim Anflug wurden sie von Wachen Osama bin Ladens beschossen. Zwei Explosionen waren zu hören, dann stand das von Mauern und Stacheldraht umgebene Gebäude in Flammen.

Das Versteck soll weder über einen Telefon- noch über einen Internetanschluss verfügt haben. Die Einwohner von Abbottabad waren ahnungslos, wussten nicht, wer sich unter ihnen niedergelassen hatte. 40 Minuten soll die gut vorbereitete Militäraktion gedauert haben. Laut US-Kongress wurde bin Laden mit einem Kopfschuss getötet. Vorher habe man ihm angeboten, sich zu ergeben. Bei der Aktion sollen drei weitere Männer und eine Frau getötet worden sein. Unter den Männern befand sich auch der mutmaßliche Sohn bin Ladens. Wegen eines technischen Defekts habe man einen Hubschrauber zurücklassen müssen, dieser sei zerstört worden. Die Spezialeinheit sei mit dem verbliebenen Hubschrauber ausgeflogen. Die Leiche Osamas habe man mitgenommen und im Meer beigesetzt. Eine DNA-Untersuchung laufe bereits.

Im August 2010 waren US-Agenten auf die Spur eines Boten gekommen, der Nachrichten an Osama bin Laden überbrachte. Seine Spur führte sie zu dem Gebäude, in dem Osama bin Laden Unterschlupf gefunden hatte. Anhand von Satellitenbildern war die CIA schließlich zu dem Auffassung gekommen, dass sich bin Laden hier aufhalten könnte. Die unmittelbare Vorbereitung des Zugriffs begann laut New York Times am 14. März.

Osama bin Laden gilt als geistiger Führer des Terrornetzwerks al-Qaida und soll für den Terroranschlag vom 11. September 2001 auf das World-Trade-Center und das Pentagon verantwortlich sein. Seitdem war bin Laden ständig auf der Flucht. Lediglich mit sporadischen Video- und Audiobotschaften wandte er sich an seine Anhänger weltweit. Seine letzte Botschaft stammt vom Oktober 2010. Obwohl bin Laden als meistgesuchter Terrorist der Welt galt, war er als Person mehr eine Art Identifikationsfigur und Leitbild für die Anwerbung weiterer Terroristen. Das operative Tagesgeschäft wurde von anderen geführt.

Das US-State Department, das Außenministerium der Vereinigten Staaten, rechnet nach der Tötung bin Ladens mit weiteren Terrorakten und anderen Formen des Protests in der Region, insbesondere in Afghanistan. Es warnt ausdrücklich vor antiamerikanischen Ausschreitungen. Pakistan war häufig Ziel von US-Drohnen-Angriffen. US-Politiker werfen der politischen Führung Pakistans schon seit längerem vor, zu wenig gegen den islamistischen Terrorismus zu unternehmen. US-Soldaten und CIA-Agenten operieren schon seit einigen Jahren auf pakistanischem Gebiet, um die dortigen Terrorlager zu bekämpfen. Die afghanischen Taliban organisieren ihren Kampf gegen die von den USA und westlichen Ländern unterstützte Regierung Afghanistans von pakistanischem Boden aus.

Ein Bericht der Neuen Züricher Zeitung wirft die Frage auf, wie es möglich war, dass Osama in einer 2005 erbauten Villa nahe der Hauptstadt wohnen konnte, ohne dass der pakistanische Geheimdienst Inter-Services Intelligence (ISI) Kenntnis davon erlangt. In Washington wird vermutet, dass die Terroristen nicht nur toleriert, sondern auch aktiv unterstützt werden. In der Vergangenheit waren Aktionen fehlgeschlagen, bei denen die pakistanische Seite mitwirken sollte. In Pakistan werden weitere Führer von al-Qaida vermutet. In der Bevölkerung gibt es Sympathien für das terroristische Netzwerk. In Pakistan ist die Meinung verbreitet, dass die Vereinigten Staaten den Anschlag vom 11. September selbst inszeniert haben, um Afghanistan angreifen zu können.

Reaktionen

Barack Obama: „Die Welt ist durch den Tod von Osama Bin Laden sicherer geworden und eine besserer Ort. Heute ist ein guter Tag für Amerika“.

Central Intelligence Agency (CIA) Chef Leon Panetta: „Die Terroristen werden so gut wie sicher versuchen, ihn zu rächen“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“

Generalsekretär der NATO Anders Fogh Rasmussen: „Wir werden weiter für Werte wie Frieden, Demokratie und Humanität einstehen, die Osama Bin Laden besiegen wollte.“

Der 43. Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush: „Diese bedeutsame Errungenschaft ist ein Sieg für Amerika, für Menschen in der ganzen Welt, die nach Frieden streben, und für all diejenigen, die am 11. September 2001 Angehörige und Freunde verloren haben.“

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD): „Zum einen ist es ganz eindeutig ein Verstoß gegen das geltende Völkerrecht, zum anderen kann die Aktion angesichts der Unruhen in der arabischen Welt zu Folgewirkungen führen, die man im Augenblick nicht wirklich übersehen kann“.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland Aiman Mazyek: „Mit einer Mischung aus Erleichterung und Überraschung, dass Bin Laden überhaupt noch lebte, haben viele Muslime seinen Tod aufgenommen. Die Seebestattung ist intelligent gewählt worden, so kann aus seiner Grabstätte später keine extremistische Kultstätte entstehen.“

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December 22, 2009

Pakistanisches Gericht: Nase um Nase, Ohr um Ohr

Pakistanisches Gericht: Nase um Nase, Ohr um Ohr

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Veröffentlicht: 19:06, 22. Dez. 2009 (CET)
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Lahore (Pakistan), 22.12.2009 – Ein pakistanisches Gericht verurteilte zwei Männer zu einer körperlichen Verstümmelung. Ihnen sollen Ohren und Nasen abgeschnitten werden. Die Strafe erfolgt für eine gleiche Tat, die die beiden Angeklagten im September an einer Cousine verübt hatten. Damit folgt das Gericht der islamischen Rechtstradition der Scharia, die sich an dem auch aus dem Alten Testament bekannten Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ orientiert. Außerdem wurde eine finanzielle Entschädigung für das Opfer in Höhe von umgerechnet 5.800 Euro, eine Geldstrafe von umgerechnet 2.500 Euro sowie eine lebenslange Haftstrafe gegen die beiden Täter verhängt.

Die beiden Männer hatten ihrer Cousine auf dem Nachhauseweg von der Arbeit aufgelauert. Dann legten sie eine Schlinge um ihren Hals und schnitten ihr beide Ohrmuscheln sowie die Nase ab. Die Eltern der jungen Frau hatten ihre Einwilligung zu einer Heirat ihrer Tochter mit einem der beiden Angeklagten verweigert. Wie berichtet wird, sei die Mutter des Opfers beim Anblick ihrer verstümmelten und blutenden Tochter vor Schreck gestorben.

Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden. Bisher wurden ähnliche Urteile, die solche drakonischen Strafen in der Rechtstradition der Scharia vorsahen, selten wirklich vollstreckt.

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December 11, 2008

Pakistan: Talibankämpfer verhindern Hilfslieferungen für Afghanistan

Pakistan: Talibankämpfer verhindern Hilfslieferungen für Afghanistan

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Veröffentlicht: 08:28, 11. Dez. 2008 (CET)
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Peschawar (Pakistan), 11.12.2008 – In Pakistan wird seit Tagen von der ISAF-Schutztruppe versucht, mehrere Hilfslieferungen für die afghanische Bevölkerung durch die Grenzregion nach Afghanistan zu transportieren. Dabei wurden vermutlich durch Talibankämpfer mehrere dieser LKWs zerstört. Diese Zerstörung sei durch Brandsätze auf mehr als 50 beladenen Containern am Abgangsort der Hilfslieferungen durch die Rebellen durchgeführt worden, so die Erklärung eines Wachmannes. Die Taliban versucht so, Hilfslieferungen für den Nachbarstaat und Materiallieferungen für die dort stationierten ISAF-Soldaten zu verhindern.

In Afghanistan sollen die Rebellen einer Studie des brasilianischen Internationalen Rats für Sicherheit und Entwicklung (ICOS) zufolge drei Viertel des Landes kontrollieren, nachdem diese dort 2001 vertrieben worden waren. Diese Studie zweifeln NATO-Verantwortliche an. Sie bezeichnen die Angaben als unglaubwürdig.

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April 3, 2008

Pärchen wegen Ehebruch gesteinigt

Pärchen wegen Ehebruch gesteinigt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Pärchen wegen Ehebruch gesteinigt

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Veröffentlicht: 14:04, 3. Apr. 2008 (CEST)
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Peschawar (Pakistan), 03.04.2008 – Vermutlich zu Tode gesteinigt wurden ein Mann und eine Frau im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan, nachdem ihre gemeinsame Flucht misslang. Der Mob warf ihnen Ehebruch vor.

Bereits vorher hatte die Familie der verheirateten Frau den örtlichen Taliban gemeldet, dass sie Versuche unternommen habe, mit einem anderen Mann wegzulaufen. Nach einem Hinweis auf den Bus, in dem das Pärchen unterwegs war, wurde das Fahrzeug gestoppt und das Paar gekidnappt.

Ein Sprecher der Taliban, die in dieser Region weitgehend freie Hand haben, gab an, die beiden hätten vor einem „Taliban-Tribunal“ gestanden und seien zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. In derselben Nacht sei die Hinrichtung ausgeführt worden.

Steinigungen dieser Art waren eine früher übliche Praxis der Taliban in Afghanistan als sie dort noch die Macht ausübten. In Pakistan soll es sich um den zweiten Fall dieser Art gehandelt haben.

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January 2, 2008

Video: Benazir Bhutto wurde offenbar erschossen

Video: Benazir Bhutto wurde offenbar erschossen

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Veröffentlicht: 20:26, 2. Jan. 2008 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 02.01.2008 – Durch ein neu aufgetauchtes Video des Attentats auf die pakistanische Oppositionsführerin und ehemalige Ministerpräsidentin Benazir Bhutto wird die offizielle Version der pakistanischen Regierung zum Hergang des Attentats stark angezweifelt. Benazir Bhutto ist offenbar doch erschossen worden. Bhuttos Berater und Vertrauter Safdar Abbassi gab an, die sterbende Bhutto in den Armen gehalten zu haben. Abbassi gab an, sie sei eindeutig erschossen worden. Ein Amateurvideo, das dem britischen Sender „Channel 4“ zugespielt wurde, zeigt die Oppositionsführerin, wie sie bereits vor der Bombenexplosion nach drei Schüssen zusammensackt. Zuvor weisen die Bewegung ihres Kopftuches und ihrer Haare darauf hin, dass sie getroffen wurde.

Auch die These eines einzelnen Attentäters wirkt auf einige Beobachter unglaubwürdig. Pakistanische Medien zeigten Fotos des Schützen, eines glattrasierten jungen Mannes mit dunkler Brille. Er trug eine Anzugjacke und ein weißes Hemd. Der Täter näherte sich Bhutto und zeigte mit einer Pistole auf sie. Auch ein Video zeigt den Mord. Darin ist ein Mann mit dunkler Jacke und hellem Hemd zu sehen, der drei Schüsse auf den Hinterkopf der Frau abgibt. Dabei zuckt einer der Mitfahrer Bhuttos zusammen. Auch in die Luft soll geschossen worden sein. Der Bombenattentäter stand hingegen nach Angaben von Sicherheitskräften an einer anderen Stelle.

Die Ärzte, die Bhutto obduziert hatten, gaben an, dass sie unter Druck gesetzt worden wären. Sie distanzieren sich inzwischen vom Tathergang, den die Regierung nennt. Bhuttos Witwer Asif Ali Zardari, der eine Exhumierung und erneute Obduktion seiner verstorbenen Frau ablehnt, bat die UNO und Großbritannien um Hilfe bei der Aufklärung des Anschlags. Die pakistanische Regierung verweigert bisher eine von Oppositionspolitikern geforderte unabhängige internationale Untersuchung.

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December 17, 2007

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben

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Veröffentlicht: 23:43, 17. Dez. 2007 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 17.12.2007 – Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat den seit sechs Wochen geltenden Ausnahmezustand für beendet erklärt. Ein entsprechendes Dekret vom Freitag trat am Samstagmittag in Kraft.

In einer am Abend vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede an die Nation sicherte Musharraf zu, die für den 8. Januar geplanten Parlamentswahlen würden „ausgewogen und transparent“ verlaufen. Von Gegnern des Regimes wird jedoch eingewandt, ein normaler Wahlkampf sei angesichts einer zu erwartenden Fortsetzung der Kontrolle der Medien und des Justizapparates kaum möglich. Musharraf hatte die Verhängung des Ausnahmezustandes mit der wachsenden Terrorismusgefahr begründet, seine Macht dann jedoch auch dazu benutzt, führende Richter auszutauschen. Außerdem sollen tausende Oppositionelle während des Ausnahmezustandes verhaftet worden sein.

Die Rechtmäßigkeit seiner Kandidatur zu den Präsidentschaftswahlen vom 6. Oktober des Jahres sollte vor Gericht angefochten werden, weil der Präsident gleichzeitig Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee war. Ende November trat Musharraf von dieser Funktion zurück. Einem möglichen für ihn negativen Urteil des Obersten Gerichts war der Präsident durch die Absetzung des obersten Richters Iftikhar Muhammad Chaudhry zuvorgekommen, der als einer der schärfsten Gegner Musharrafs gilt. Die neu eingesetzten Richter erklärten dann die Kandidatur Musharrafs für rechtens.

Benazir Bhutto, die ehemalige Ministerpräsidentin von Pakistan, welche auch zur Wahl steht, begrüßte die Entscheidung Musharrafs als „entscheidenden Schritt vorwärts“. Als sie Mitte Oktober nach achtjährigem Exil in ihr Land zurückkehrte, ereignete sich ein folgenschwerer Anschlag bei den Feierlichkeiten, der über 130 Menschenleben forderte. Ihre Partei konnte sich mit der von Nawaz Sharif, der erst im November aus dem Exil zurückkam, nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Sharif hatte zu einem Boykott der bevorstehenden Wahlen aufgerufen, nachdem er zuvor als Kandidat ausgeschlossen worden war.

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