„Wilma“ hat Cancún in eine Geisterstadt verwandelt

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Artikelstatus: Fertig 18:05, 25. Okt. 2005 (CEST)
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Cancún (Mexiko), 25.10.2005 – Der Hurrikan „Wilma“ hat in der mexikanischen Stadt Cancún und ihrer Umgebung schwere Verwüstungen angerichtet und fast die gesamte Infrastruktur zerstört. Der Wiederaufbau des Touristenzentrums könne bis zu fünf Monate dauern, ließ die Tourismusbranche verlauten, da mindestens 110 Hotels schwer beschädigt, wenn nicht sogar ganz zerstört seien.

Noch immer gibt es in der Region weder fließendes Wasser noch Strom, und nur wenige öffentliche Telefone funktionieren. Gestern verließen hunderte Menschen ihre Notunterkünfte, um Supermärkte aufzusuchen und Lebensmittel zu kaufen. Wie die mexikanische Tageszeitung La Jornada berichtete, war nur ein einziger Supermarkt geöffnet. Dort sorgten zwölf mit Baseballschlägern und zwei mit Gewehren bewaffnete Mitarbeiter dafür, dass es nicht zu Plünderungen kam. Die Menschen wurden dazu aufgefordert, ihre Unterkünfte nach 19:00 Uhr nicht mehr zu verlassen. Im Radio wurde vermehrt vor Überfällen durch organisierte Banden gewarnt. In einigen Stadtteilen schlossen sich Nachbarn zusammen, um mit Macheten bewaffnet gemeinsam ihr Eigentum vor Plünderern zu schützen.

An den Tankstellen bildeten sich Autoschlangen von bis zu hundert Fahrzeugen. Am Busterminal in Cancún begann gestern vormittag der Verkauf von Busfahrkarten in die nächste größere Stadt Mérida. Da der Flughafen von Cancún schwer beschädigt und momentan nur für Versorgungsflüge geöffnet ist, müssen die Menschen mit Bussen zu Flughäfen in Chetumal, Mérida und Chichén Itzá gebracht werden. Insgesamt 30 zusätzliche Busse wurden von der staatlichen Tourismusbehörde für den Transport aus- und inländischer Touristen zur Verfügung gestellt. Auch Einheimische gaben an, sie wollten Cancún zumindest für einige Zeit verlassen. Im Radio wurde angekündigt, dass es noch drei Wochen dauern könne, bis die Strom- und Wasserversorgung wieder hergestellt sei. Am Samstag soll darüber informiert werden, wann der Schulbetrieb wieder aufgenommen wird.

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Quellen