Ukraine erhält Schuldenschnitt

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Veröffentlicht: 15:58, 19. Sep. 2015 (CEST)
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Kiew (Ukraine) / Brüssel (Belgien), 19.09.2015 – Die Ukraine hat sich mit ihren privaten Gläubigern auf einen Schuldenschnitt in Höhe von 20 Prozent der ausstehenden Forderungen geeinigt, dies entspricht einem Verzicht von ungefähr 20 Milliarden Euro. Die Umstrukturierung der Schuldenlast soll bis Ende Oktober 2015 abgeschlossen sein. Des Weiteren soll die Laufzeit der Kredite um vier Jahre gestreckt werden, und für die verbleibenden Schulden ist ein Zinssatz in Höhe von 7,75 Prozent vorgesehen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) machte diesen Schuldenschnitt zu einer Grundbedingung für ein Hilfspaket in Höhe von 40 Milliarden Euro. Dies dient dazu, das derzeitige Haushaltsloch in Höhe von 15 Milliarden Euro zu schließen. Gleichzeitig lehnte Russland aber die Teilnahme am Schuldenschnitt ab, obwohl IWF-Chefin Christine Lagarde alle Gläubiger dazu aufforderte. Die russische Regierung behauptet, dass dieses Geld für Infrastrukturprojekte in Russland selbst benötigt würde.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker lobte die Vereinbarung zwischen der Ukraine und den privaten Gläubigern. Juncker verwies darauf, dass die Ukraine nun Zeit für notwendige Reformen bekomme.

Derzeit ist die Ukraine aufgrund des Konflikts in der Ostukraine mit von Russland unterstützten Rebellen und der insgesamt schlechten wirtschaftlichen Lage aufgrund von Korruption und Vetternwirtschaft von einer Staatspleite bedroht.

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Quellen[Bearbeiten]