Fußball-WM: Brasiliens Turnierauftakt nicht berauschend

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Veröffentlicht: 11:59, 17. Jun. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Port Elizabeth / Johannesburg (Südafrika), 17.06.2010 – Brasilien mühte sich, kam aber über ein 2:1 gegen Nordkorea nicht hinaus. Das zweite Spiel der als „Todesgruppe“ titulierten Gruppe G zwischen Portugal und der Elfenbeinküste endete torlos. Unentschieden trennten sich auch die Slowakei und Neuseeland; hier bescherte der Ausgleich in der dritten Minute der Nachspielzeit den Neuseeländern den historischen ersten Punkt bei einer Weltmeisterschaftsendrunde.

Neuseeland – Slowakei
1:1 (0:0)

Die Begegnung zwischen der Slowakei und Neuseeland vervollständigte die erste Spielrunde in der Gruppe F – und macht die Situation verworren. Alle vier Teams sind punkt- und torgleich. Das Spiel in Rustenburg sahen rund 20.000 Zuschauer. Es wurde vom einheimischen Schiedsrichter Jerome Damon geleitet, der beide Mannschaften mit je einer Gelben Karte belohnte. „Unser Land hat heute einen Grund zu feiern. Dieser Punkt bedeutet sehr viel für den Fußball bei uns“, erklärte Neuseelands Trainer Ricki Herbert glücklich. Sein Gegenüber, der slowakische Trainer Vladimír Weiss sieht das Abschneiden seiner Mannschaft hingegen als „kleine sportliche Tragödie“.

Von dem recht langweiligen Spiel im Royal-Bafokeng-Stadion Rustenburgs gibt es wenig zu berichten. Die Slowaken brauchten eine gute halbe Stunde, um ihr Spiel zu finden, kontrollierten jedoch den Gegner. Vladimír Weiss, der Sohn der Trainers und Enkel des ehemaligen Fußballprofis Vladimír Weiss, gab in der 28. Minute eine Vorlage an Stanislav Šesták (VfL Bochum). Der traf das Tor allerdings nicht. Zwei Minuten später segelte Neuseelands Torwart Mark Paston am Ball vorbei, der zu Róbert Vittek gelangte. Der ex-Nürnberger konnte die Möglichkeit zum Torerfolg jedoch nicht nutzen.

Fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff gelang Vittek dann doch noch ein Torerfolg. Er stand in abseitsverdächtiger Position, als er den Ball mit dem Kopf ins Tor stieß. Der bei SSC Neapel unter Vertrag stehende Kapitän der Slowaken, Marek Hamšík, nutzte in der 64. Minute seine Chance nicht, um auf 2:0 zu erhöhen. Am Spielstand änderte sich in der regulären Spielzeit allerdings nichts, obwohl in der Schlussphase das slowakische Team spielbestimmend war. Dann kam die dritte Minute der Nachspielzeit, die Slowaken waren wohl mental bereits mit einem knappen Sieg in der Kabine, als Abwehrspieler Winston Reid für die „All Whites“ per Kopfball den Ausgleich herstellte.

Elfenbeinküste – Portugal
0:0
Vorläufige Tabelle der Gruppe F
Rang Land Tore Punkte
1 Italien Italien 1:1 1
1 Paraguay Paraguay 1:1 1
1 Neuseeland Neuseeland 1:1 1
1 Slowakei Slowakei 1:1 1

Auch das Spiel Elfenbeinküste gegen Portugal war wenig ansehnlich, trotz der Stars, die in diesem Spiel aufeinander trafen. Auf Seiten der Elfenbeinküste wurde in der 66. Minute Didier Drogba eingewechselt. Er konnte ebensowenig eine Entscheidung erzwingen, wie der portugiesischen Stardribbler Cristiano Ronaldo. Das von Jorge Larrionda aus Uruguay geleitete Spiel in Port Elizabeth sahen 31.034 Zuschauer, Gelbe Karten sahen zwei Westafrikaner und ein Portugiese.

Ronaldos Pfostenschuss aus 30 Metern, nachdem er Yaya Touré durch einen Hackentrick umspielt hatte, knallte nur an den Pfosten. Die Aktion war die einzige nennenswerte Torchance der ersten Halbzeit.

Die Ivorer gelangten erst in der zweiten Hälfte vor das Tor von Portugals Torhüter Eduardo, doch gefährlich genug waren weder Gervinho in der 47. Minute noch Salomon Kalou in der 54. Minute. Die Entscheidung hatte dann doch noch Drogba auf dem Fuß. Doch statt in der Nachspielzeit unweit des Tores direkt zu schießen, passte er quer – ins Leere.

Brasilien – Nordkorea
2:1 (0:0)

Auch das dritte Spiel des Tages war enttäuschend. Statt spielerischer Überlegenheit der Brasilianer im Samba-Stil sahen die 54.331 Zuschauer in Johannesburg eine kämpferisch eingestellte Mannschaft aus Nordkorea, mit der die Südamerikaner ihre Mühe hatten. Das Spiel wurde vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitet. Es gab eine Gelbe Karte für den Brasilianer Ramires. Insgesamt dürfte der Spielverlauf die Kritik an Brasiliens Trainer Carlos Dunga nicht verringert haben.

Die erste Chance hatten die Brasilianer durch Kaká nach rund einer Minute Spielzeit; Kaká wurde allerdings von zwei Abwehrspielern gestoppt. Zwei weitere Schussversuche durch Kaká und Robinho in der sechsten Minute verfehlten das Tor deutlich. Auf der Gegenseite hatte Jong Tae-se, ein in Japan geborener und spielender Koreaner die erste Möglichkeit für Nordkorea. Brasiliens Torhüter Júlio César konnte den Schuss aus rund sechzehn Metern jedoch abwehren. Das Mittelfeld gehört den Südamerikanern, doch vor dem Strafraum Nordkoreas verhinderten zwei kompakte Abwehrketten ein Durchkommen effektiv. Erst in der 35. Minute gelangte ein brasilianischer Angriff mit spielerischer Finesse in eine torgefährliche Position. Robinho dribbelte rechts außen um zwei Abwehrspieler herum und gab zu Michel Bastos ab, dessen abgefälschter Schuss ans Außennetz ging. Die letzte Chance der ersten Halbzeit war eine verunglückte Flanke von Bastos, die knapp am oberen Eck des langen Torpfostens vorbeisegelte.

Bastos war es auch, dem die erste Chance in der zweiten Halbzeit gehörte. Sein Freistoß ging jedoch ebenso knapp vorbei wie ein Schuss von Robinho in der gleichen Minute. Die Ballkünstler Robinho und Kaká blieben auch weiterhin mit ihren Dribbelversuchen gegen die kompakte nordkoreanischen Abwehr erfolglos. Dagegen erspurtete Abwehrspieler Maicon einen Ball von Elano. Praktisch von der Torauslinie passte er jedoch nicht nach innen, wie es Torhüter Ri Myong-guk wohl erwartete hatte, sondern schob den Ball ins kurze Eck. Stürmer Luís Fabiano konnte kurze Zeit später beinahe erhöhen, traf aber nur knapp über das Gebälk. In der 72. Minute fiel dann die Entscheidung. Einen hervorragend gespielten Pass von Robinho verwandelte Elano mit einem diagonal ins lange Eck gezirkelten Schuss, bei dem Torhüter Ri keine Abwehrmöglichkeit hatte. Elano wurde danach ausgewechselt. In der 89. Minute wurde schließlich doch noch der Kampfgeist der Nordkoreaner belohnt. Der mit nach vorne gestürmte Abwehrspieler Ji Yun-nam konnte sich gegen zwei Brasilianer durchsetzen und den Ball an Brasiliens Schlussmann vorbei im Tor versenken.

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Quellen