Mitarbeiter der Deutschen Telekom stimmen für Arbeitskampf

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Artikelstatus: Fertig 20:19, 10. Mai 2007 (CEST)
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Bonn (Deutschland), 10.05.2007 – Nach den Warnstreiks in den vergangenen Tagen, bei denen bis zu 12.000 Telekom-Mitarbeiter vorübergehend die Arbeit niederlegten, steht bei der Deutschen Telekom AG jetzt der erste Streik in der Unternehmensgeschichte unmittelbar bevor. Bei der von der Gewerkschaft Ver.di durchgeführten Urabstimmung stimmten 96,5 Prozent der gewerkschaftlich organisierten Telekom-Mitarbeiter für einen Arbeitskampf.

Ver.di-Verhandlungsführer Lothar Schröder sagte, damit habe die Gewerkschaft einen sehr eindeutigen Auftrag erhalten. Schon morgen solle mit dem Arbeitskampf begonnen werden. Wie Schröder weiter berichtete, habe sich Ver.di in einer hausinternen Umfrage der Unterstützung der Nicht-Gewerkschaftsmitglieder versichert, da eine Arbeitsniederlegung nur der organisierten Telekom-Mitarbeiter wenig Sinn mache.

Die Telekom-Beschäftigten wollen mit dem Streik erreichen, dass die Telekom ihre Umstrukturierungspläne zurücknimmt. Das Unternehmen plant, 50.000 Beschäftigte in Servicegesellschaften auszugliedern. Die betroffenen Mitarbeiter hätten bei dieser Maßnahme längere Arbeitszeiten und gleichzeitig ein geringeres Einkommen akzeptieren sollen.

Ver.di-Streikleiter Ado Wilhelm sagte, die Auswirkungen des Arbeitskampfes sollten für die Kunden so gering wie möglich gehalten werden. Es sei aber mit Verzögerungen bei der Auftragsbearbeitung und der Beseitigung von Störungen zu rechnen. Call-Center könnten möglicherweise nicht erreichbar sein. Dass Notfallleitungen jederzeit funktionieren und erreichbar sind, soll aber auf jeden Fall sichergestellt werden. Wie Ado Wilhelm erklärte, könnte auch der G8-Gipfel, der Anfang Juni in Heiligendamm stattfinden wird, von den Streikauswirkungen betroffen sein.

Telekom-Chef René Obermann sagte, ein Arbeitskampf nütze niemandem. Er forderte die Verhandlungsführer der Gewerkschaft Ver.di auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Konzernleitung der Deutschen Telekom bleibt dabei, dass es für das Unternehmen keine Alternative zu den Reformplänen gebe. Durch die geplanten Maßnahmen will die Telekom den Service verbessern und bis zu 900 Millionen Euro an Kosten sparen.

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