Der April bricht alle Wetterrekorde

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Artikelstatus: Fertig 23:01, 27. Apr. 2007 (CEST)
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Offenbach am Main (Deutschland), 27.04.2007 – Viel zu warm, extrem trocken und außerordentlich viel Sonnenschein: Der April 2007 bricht in Mitteleuropa alle bisherigen Rekorde. Und auch das ist wieder ein Rekord: Noch nie gab es in einem Monat in allen drei Bereichen Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer gleichzeitig Rekordwerte.

Die Entwicklung der Frühlingstemperaturen in Deutschland seit 1761. Der bislang wärmste Frühling war 2000 mit 9,9°C.

Die Monatsdurchschnittstemperatur lag in Deutschland nach vorläufiger Auswertung des Deutschen Wetterdienstes bei mindestens 11,7 Grad Celsius. Das sind 4,4 Grad mehr als normal und 1,1 Grad mehr als im bisherigen Rekordmonat, dem April 1961. Im Rheinland gab es sogar mehr Sommertage als üblicherweise im Juli zu erwarten sind. Auch in der Schweiz war es rund fünf Grad wärmer als üblich. Damit wird wahrscheinlich auch der bisherige Temperaturrekord für die Alpennordseite aus dem Jahr 1865 gebrochen werden. Im Vereinigten Königreich wird der wärmste April seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1659 erwartet. Dort sind die letzten zwölf Monate insgesamt wahrscheinlich die wärmste Periode die je gemessen wurde. Auch aus den Niederlanden wird der wärmste April seit mindestens 300 Jahren gemeldet.

Der April war auch geprägt von extremer Trockenheit, der Deutsche Wetterdienst spricht gar von einer Jahrhundert-Dürre. In einigen Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz fiel überhaupt kein Niederschlag. In Deutschland wurden bislang durchschnittlich vier Liter Regen pro Quadratmeter im ganzen Monat registriert, das sind lediglich sieben Prozent des Üblichen. Möglicherweise wird der April sogar der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Trockenheit hat negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und führt zu einer hohen Waldbrandgefahr. In nahezu ganz Deutschland gilt die zweithöchste Warnstufe, rund um Berlin die höchste.

Auch die Sonne schien deutlich mehr als üblich. In Deutschland wurden durchschnittlich 283 Stunden Sonnenschein registriert, normal wären 152 Stunden. Der bisherige Rekord von 217 Stunden aus dem Jahr 1968 wurde damit deutlich überschritten. Für das österreichische Innsbruck wird sogar erwartet, dass der bisherige Rekord aller Monate vom Juli 2006 überschritten werden könnte.

Die seit acht Monaten anhaltende ungewöhnliche Wärme setzt sich also weiter fort. Auf den wärmsten Herbst seit Beginn der Messungen folgte der wärmste Winter. Da auch der März mit 6,2 Grad Celsius deutlich wärmer war als üblich, würde schon ein durchschnittlich warmer Mai reichen, um auch im Frühlingsdurchschnitt eine Rekordtemperatur zu erreichen.

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Quellen