Wikipedia: Kamen

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Kamen (Begriffsklärung) aufgeführt.

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Adresse fehlt

Kamen ist eine Stadt im östlichen Ruhrgebiet, Nordrhein-Westfalen, Deutschland und gehört zum Kreis Unna.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geografie

Das Wahrzeichen von Kamen: Der „Schiefe Turm“ der Pauluskirche

Das Wahrzeichen von Kamen: Der „Schiefe Turm“ der Pauluskirche

Alter Markt

Alter Markt

Kamen liegt am Südrand des Münsterländer Beckens und unmittelbar nördlich des ersten Höhenrückens der mitteldeutschen Hügelzone, des Haarstrangs, und nahe der Hellweg-Zone, die durch die Kreisstadt und südliche Nachbarstadt Unna zentriert ist.

Kamen wird von dem Fluss Seseke von Osten nach Westen durchströmt, nimmt auf seinem äußersten nordwestlichen Stadtgebiet die Körne, die aus dem Dortmunder Osten kommt, auf und klärt im nordwestlichen Stadtgebiet beide Flüsschen, die ein Jahrhundert lang eine Abwasserfunktion hatten, jedoch nun renaturiert werden und in künstlichen Mäandern fließen. Die Seseke mündet in der Nähe der Lüner Innenstadt in die Lippe.

Kamen liegt in der Südwestecke des Kamener Kreuzes, einem der wichtigsten Straßenverbindungspunkte Deutschlands. Das Stadtgebiet wird in Ost-West-Richtung durch die Eisenbahn-Magistrale Dortmund-Hamm gegliedert, was bis zur Schaffung der bahn-überbrückenden Hochstraße (B 233) anfangs der 1970er Jahre wegen des schienengleichen Bahnübergangs ein gewaltiges Verkehrsproblem für den innerstädtischen und regionalen Nord-Süd-Verkehr nach sich zog.

An Natur ist Kamen etwas arm; in der Stadt befinden sich nur kleine Grünzonen mit dem Postpark, dem Koppelteich-Park und der baumbestandenen Seseke-Aue (siehe Foto). Draußen nahe der Stadtgrenzen finden sich zwei Waldgebiete, der Kurler Busch jenseits der Stadtgrenze zu Dortmund im Westen, und im Osten auf Kamener Gebiet das Heerener Holz. Die einzelnen Ortschaften von Kamen sind durch Ackerland voneinander separiert; das Kamener Umland gehört zum Randgebiet der sehr fruchtbaren und ertragreichen Soester Börde.

Bearbeiten Gliederung und angrenzende Gemeinden

Kamen grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Städte und Gemeinden Bergkamen, Hamm, Bönen, Unna, Dortmund und Lünen.

Bearbeiten Stadtgliederung

Die Stadt Kamen besteht aus sechs Stadtteilen:

  1. Derne,
  2. Heeren-Werve,
  3. Methler,
  4. Mitte,
  5. Rottum und
  6. Südkamen
Stadtteil Einwohnerzahl Fläche Bevölkerungsdichte
Kamen-Mitte 22.169 EW 10,6 km² 2095 EW/km²
Kamen-Methler 12.019 EW 12,6 km² 952 EW/km²
Kamen-Heeren-Werve 8.725 EW 10,1 km² 867 EW/km²
Kamen-Südkamen 4.937 EW 2,8 km² 1751 EW/km²
Kamen-Derne 85 EW 2,5 km² 34 EW/km²
Kamen-Rottum 90 EW 2,3 km² 39 EW/km²
Gesamt 48.025 EW 40,9 km² 1174 EW/km²

So verkehrsgünstig Kamen auch liegt (klar als Vorteil zu verbuchen), einen gewichtigen Nachteil hat die Stadt: wenig Wald. Der Kreis Unna ist bereits der waldärmste Kreis in ganz Nordrhein-Westfalen, zusätzlich aber ist Kamen im großen und waldarmen Kreis Unna auch noch die waldärmste Stadt.

Lediglich zwei kleine Waldgebiete, der Kurler Busch im Osten von Dortmund und das Heerener Holz in Kamen-Heeren, sorgen für den Luftaustausch.

Bearbeiten Methler

Die Seseke in Kamen

Die Seseke in Kamen

Pauluskirche in Kamen

Pauluskirche in Kamen

Der Bereich, der heute als Stadtteil Methler bezeichnet wird, bestand vor der kommunalen Neuordnung von 1968 aus den selbständigen Gemeinden Methler (mit über 1100-jähriger Geschichte), Westick und Wasserkurl. Die Ortslage Kaiserau war nie eigenständige Gemeinde, sondern ursprünglich eine Bergarbeitersiedlung, die sich auf dem Gemeindegebiet von Westick und Methler befand. Der Name „Kaiserau“ ist bundesweit durch die Sportschule Kaiserau bekannt geworden, die inzwischen in SportCentrum Kaiserau umbenannt wurde. Hier trainierte die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu den Fußballweltmeisterschaften 1974 und 1990. Während der Fußballweltmeisterschaft 2006 war die spanische Nationalmannschaft zu Gast.

Hauptverbindungsstrecke zwischen der Kamener Innenstadt und Methler ist die Westicker Straße, die sich nach einem großzügigen Ausbau in den 1970er Jahren zu einem Unfallschwerpunkt entwickelt hat. Durch den Bau von mehreren Kreisverkehren soll dieser Entwicklung begegnet werden.

Bearbeiten Südkamen

Südkamen ist ein Wohngebiet der Stadt Kamen, das die Infrastruktur des benachbarten Kamen und damit insbesondere die südlich der Eisenbahn gelegenen Geschäfte mitnutzt.

Bearbeiten Kamen-Süd

Kamen-Süd ist eigentlich Teil der Kamener Stadt, wird jedoch durch die Eisenbahn von der nördlich der Eisenbahnlinie gelegenen Innenstadt getrennt. Die einzige für Autos nutzbare Verbindung zum Innenstadtbereich ist die Hochstraße der B233, die aufgrund der langen Rampen für jeden Nord-Süd-Weg mindestens drei Kilometer zu fahren erfordert und nicht als Fußweg oder per Fahrrad genutzt werden kann. Fußgänger und Radfahrer können eine Unterführung im Bereich des Kamener Bahnhofs nutzen.

Aufgrund dieser Trennung versteht sich Kamen-Süd als eigener Stadtteil und war lange auch vom zuvor erwähnten Südkamen durch einige hunderte Meter Ackerland getrennt. Insbesondere durch die Erschließung von Wohngebieten im südlichen Ortsteil in den 1980er Jahren ist Kamen-Süd mit Südkamen inzwischen zusammen gewachsen. Daher wurde bereits damals der Stadtteil Kamen-Süd mit dem Stadtteil Südkamen zusammengelegt. Heute gibt es somit (gem. § 1, Abs. 2 der Hauptsatzung der Stadt Kamen) nur noch den Stadtteil Südkamen.

Im Westen des Stadtgebietes bestehen weitere fünf Bahnquerungen: eine ehemalige Viehdrift in Nähe des Körnebaches die als Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ausgebaut wurde, eine neu ausgebaute Unterführung für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der Bauernschaft Westick, zwei Querungen für KFZ (Unterführung Schimmelstraße & Überführung Wasserkurler) Straße sowie eine Fußgängerunterführung im Bereich der Straße „Telgei“. Des weiteren gibt es einen letzten schienengleichen Bahnübergang im Bereich Südkamen. Auch hier ist der Umbau zu einer Unterführung geplant.

Im Osten der Stadt gibt es drei weitere Bahnquerungen, hier jedoch sind überall Brückenbauwerke vorhanden. Der gesamte innerstädtische Verkehr jedoch geht über die vierspurige Hochstraße der B233.

Zusätzlich gibt es noch einige Unterführungen nur für Fußgänger und Radfahrer im Stadtgebiet.

Bearbeiten Heeren-Werve

Heeren mit dem Herrensitz Haus Heeren war eine eigene Bauernschaft und hat auch heute noch einen ausgeprägten Ortskern. Die Heerener sind in ihrem Selbstverständnis zumeist nicht erst Kamener, sondern eben Heerener: der Weg zur Stadt Kamen ist mit über vier Kilometern recht weit. Der Ortsteil Werve hat ebenso einen eigenen kleinen Dorfkern und ist sowohl westfälisch ländlich als auch aus der Bergbauzeit geprägt. Getrennt werden Heeren und Werve durch den Mühlbach. Zu erreichen ist der jeweils andere Teil des Dorfes über eine von 3 Brücken.

Bearbeiten Rottum

Kamen-Rottum liegt inmitten des wohl bekanntesten Autobahnkreuzes Deutschlands, des Kamener Kreuzes, wo die BAB1 die BAB2 überquert. In dennoch sehr ruhiger Lage leben im Moment ca. 90 Menschen in Kamen-Rottum, der damit nach Kamen-Derne (ca. 85 Einwohner) der zweitkleinste Stadtteil ist.

Bearbeiten Derne

Derne ist eine verstreute Bauernschaft zum Nordosten von Kamen, in Betrachtung zum Autobahnkreuz diagonal der Stadt Kamen gegenüberliegend. Durch das Eingeschlossensein von den zwei Autobahntrassen ist die Orientierung von Derne eher zum benachbarten Bönen-Nordbögge und nach Hamm zu. Der wohl bekannteste Anziehungspunkt von Derne ist der Segelflugplatz an der Grenze zu Heeren-Werve. Hier findet jedes Jahr im Mai das Drachenflugfestival “Kite” mit internationaler Beteiligung statt, dass mit seinen zahlreichen ausgefallenen Drachen und seinem bunten Rahmenprogramm Zuschauer aus der ganzen Region anlockt. Fälschlicherweise wird dieses Highlight der kleinen Bauernschaft in der Presse immer dem benachbarten Stadtteil zugeordnet.

Bearbeiten Geschichte

Siehe Hauptartikel: Geschichte der Stadt Kamen

Bearbeiten Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung weist eine typische Kurve der Ruhrgebiets-Industrialisierung aus. In Kamen kletterten die Einwohnerzahlen mit dem Abteufen der Zechen Monopol und Königsborn.

Seit der Montankrise und der Eingemeindung von Heeren und Methler hat sich die Einwohnerschaft stabilisiert, knapp unterhalb der förderungsrelevanten 50.000er Schallmauer.

Bearbeiten Politik und Verwaltung

Neues Rathaus von Kamen

Neues Rathaus von Kamen

Bearbeiten Politik

Die Stadtpolitik Kamens ist aufgrund ihrer industriellen Vergangenheit seit Jahrzehnten sozialdemokratisch geprägt. Insbesondere die Schulverwaltung hat stets hochrangigen Einfluss in Kamen gehabt: der vorige Bürgermeister Erdtmann war Grundschulrektor (übrigens dann nach Änderung des Kommunalgesetzes einer der allerersten hauptamtlichen Bürgermeister in NRW), der aktuelle (Stand: 2005) Bürgermeister Hupe war zuvor Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Kamen.

Kamen gehörte auch zum Landeswahlkreis des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und heutigen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

Bearbeiten Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[1] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:

Jahr SPD CDU FDP VDS Grüne GAL BG
1975 55,9 32,7 6,1 5,3
1979 60,0 32,0 6,7
1984 56,5 26,5 3,9 7,8 5,3
1989 54,4 24,2 4,3 10,5 6,5
1994 53,2 28,6 10,8 4,9
1999 49,5 37,7 3,6 9,3
2004 49,0 30,1 4,4 8,1 3,1 5,2

Bearbeiten Bürgermeister

Kamen hatte mit dem vorigen Bürgermeister Erdtmann, einem früheren Bergmann und Grundschulrektor, einen der ersten hauptamtlichen Bürgermeister nach der Kommunal-Gesetzesreform der 90er Jahre. Der zuvor in Kamen amtierende Stadtdirektor Hermann Görres wurde Geschäftsführer der Gemeinschafts-Stadtwerke (zusammen mit Bönen und Bergkamen).

Nunmehr ist Hermann Hupe, zuvor Schulleiter des Gymnasiums, als Bürgermeister Vorsitzender der städtischen Verwaltung.

Bearbeiten Verwaltung

Die Verwaltung von Kamen ist in einem recht neuen Rathaus vor den westlichen Toren der Innenstadt konzentriert. Einige Verwaltungsbereiche, so die VHS, das Stadtarchiv, sind in anderen städtischen Liegenschaften ausgelagert.

Bearbeiten Gemeindewappen

Das Wappen der Stadt Kamen zeigt den märkischen Schachbalken und das Kammrad auf gelbem Grund.

Der Schachbalken ist das Wappen der mittelalterlichen Landesherren der Grafen von der Mark. Das Kammrad ist ein Zusatz für die Stadt Kamen. Die Bedeutung ist umstritten. Es wird in einigen Theorien als Mühlrad gedeutet, andere sehen es als Zeichen der westfälischen Feme oder als germanisches Sonnenrad. Im Jahre 1912 wurde die vom Staat verordnete Wappenform angenommen, ein unten zugespitzter spanischer Heraldik mit oben aufgesetzter, dreitürmiger Mauerkrone. Diese Form wurde für die meisten Städte mit mittelalterlicher Tradition verordnet. Die Mauerkrone sollte die Wehrhaftigkeit Deutschlands unterstreichen. In den 90er Jahren führte die Stadt Kamen wieder die historische Form des Wappens ohne die Mauerkrone ein.

Bearbeiten Städtepartnerschaften

Kamen unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

  • Beeskow (Brandenburg)
  • Ängelholm (Schweden)
  • Montreuil-Juigné (Frankreich)
  • Bandırma (Türkei)
  • Sulęcin (Zielenzig) (Polen)
  • Eilat (Israel)
  • Unkel (Rheinland-Pfalz)

Bearbeiten Wirtschaft

Der verbliebene Förderturm der stillgelegten Zeche Monopol erinnert an die industrielle Vergangenheit Kamens

Der verbliebene Förderturm der stillgelegten Zeche Monopol erinnert an die industrielle Vergangenheit Kamens

Kaltwalzwerk Gülde

Kaltwalzwerk Gülde

Vahle

Vahle

Markant für Kamen ist die Gastronomie. Die Innenstadt ist eine überregionale Attraktion für den Zeitvertreib am Wochenende, mit vielen Bars, Restaurants und Pubs ist die Gastronomie sehr nachgefragt. Eine Filiale des Kaufhaus-Konzerns Hertie befindet sich in der Innenstadt, vor den Stadttoren sind Möbelhäuser und Baumärkte zu finden.

Auf dem früheren Gelände der Zeche Monopol ist ein Technologie- und Gründerzentrum angesiedelt. Ebenfalls angesiedelt haben sich ein Fahrradhändler, ein Piano-Restaurations- und Handelshaus, ein Computer, Bau- und Handelsunternehmen sowie mehrere Lebensmittelmärkte. Es befindet sich ebenso eine Holzgroßhandlungen im Umfeld.

Das „Sportzentrum Kaiserau“ des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen e. V. im Ortsteil Methler ist über die Grenzen von Nordrhein-Westfalen hinaus bekannt als Trainingslager für Fußballer und Leichtathleten.

Ikea im

Ikea im “Kamen Karree”

Kamen ist Sitz einiger großer Firmen und Institutionen. Eine der ersten IKEA-Niederlassungen in Deutschland wurde hier schon in den 1970er Jahren eröffnet und zog vor kurzem auf eine große Fläche östlich der Autobahn A1. 3M sowie Kettler betreiben in Kamen Fertigungsstätten. Um den Bahnhof sind die Betriebe der Zahnradfabrik Lechleitner, des Kaltwalzwerkes Gülde und auch die Firma Vahle, Hersteller von Stromzuführungen und unter anderem Zulieferer von Systems für den Transrapid, erwähnenswert.

In der Innenstadt hat die im Jahre 1857 gegründete Städtische Sparkasse ihren Hauptsitz und betreibt insgesamt noch 5 weitere Filialen in Kamen.

Bearbeiten Verkehr

Kamen ist für sein stauträchtiges Autobahnkreuz bekannt, das Kamener Kreuz. Hier kreuzen sich die Nord-Süd-Achse A 1 (Lübeck – Saarbrücken) und die West-Ost-Achse A 2 (Oberhausen – Berlin). Das Kreuz wird derzeit (2006) vollständig umgebaut und wird dabei die typische Kleeblattform verlieren.

Durch Kamen verlaufen die folgenden Bundes- (B) und Landesstraßen (L):

  • Die B 61 beginnt in Lünen an der B 54. Sie verläuft von Westen kommend durch den Bergkamener Stadtteil Oberaden und führt durch das Zentrum Kamens durch den ländlichen Süden des Bergkamener Ortsteils Overberge. Sie verlässt den Kreis Unna in Richtung Hamm. Nach insgesamt ca. 160 km endet sie in Bassum vor den Toren Bremens.
  • Die B 233 beginnt in Werne an der B 54. Über Bergkamen erreicht sie in Nord-Süd-Richtung Kamen. Sie endet zunächst an der Auffahrt der A 1. Der nun folgende Straßenabschnitt bis Unna wurde zur L 678 herabgestuft. Ab Unna verläuft die B 233 bis Iserlohn, wo sie an der B 46 endet.
  • Die L 663 kommt von Dortmund. Sie durchquert die Ortsteile Südkamen und Heeren-Werve. Sie verläuft weiterhin durch den Bönener Ortsteil Flierich und endet an der B 63 in Hamm-Osterflierich.
  • Die L 665 beginnt im Hammer Ortsteil Pelkum an der B 61. Sie verläuft über Bönen-Nord- und Altenbögge und Heeren-Werve bis nach Unna, wo sie an der L 678 (der ehemaligen B 233) endet.
  • Die L 821 beginnt im Bergkamener Ortsteil Heil. Sie verläuft hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung durch Oberaden, Methler, den Unnaer Stadtteil Massen und Holzwickede nach Dortmund-Aplerbeck bis zur B 234.
Der seit 1850 unveränderte Bahnhof von Kamen

Der seit 1850 unveränderte Bahnhof von Kamen

Eine der ältesten und meistbefahrenen Eisenbahn-Magistralen führt durch Kamen: die Köln-Mindener Eisenbahn auf der Teilstrecke zwischen Dortmund und Hamm. (Oder, wenn man so will, von Lissabon über Madrid, Bordeaux, Paris, Brüssel, Köln, Dortmund, Kamen nach Hamm, Berlin, Warschau, Moskau nach Peking und Wladiwostok.) Derzeit halten in beiden Richtungen an Wochentagen drei RegionalExpress-Linien (RE1, RE3, RE6) stündlich in Kamen und eine Linie (RE11) zweistündlich. Am Haltepunkt Kamen-Methler halten die beiden Linien RE1 und RE3.

Die Eisenbahn-Strecke über Kamen ist lediglich zweigleisig; ein viergleisiger Ausbau ist in Planung, aber von einer Realisierung momentan weit entfernt. Der Bahnhof Kamen ist ein Baudenkmal aus den Jahren um 1850. Er wurde im Rahmen eines Projektes der IBA Emscher Park (Internationale Bauausstellung Emscher Park) Ende der 90er Jahre umfangreich saniert und mit einer Radstation (eine der ersten in NRW) erweitert.

Eine Schnellbuslinie (S80) verbindet Kamen mit Werne, Bergkamen und Unna. In die Nachbargemeinden und Städte fahren Regiobusse. Kamen besitzt ein Stadtbusnetz (CityBus C21 – C24).

Auf allen Linien gelten die Tarife der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe, wobei allerdings auch die Tarife des VRR auf allen Bus- und Bahnlinien bei Fahrten nach Dortmund oder in das restliche VRR-Gebiet gelten

Bearbeiten Bildung

Altes Rathaus in Kamen, heute Sitz der Stadtbücherei

Altes Rathaus in Kamen, heute Sitz der Stadtbücherei

In Kamen sind alle Schulformen vertreten. Weiterhin verfügt Kamen über eine Musikschule und eine Volkshochschule. Die Stadtbücherei ist erst vor wenigen Jahren in das frisch renovierte alte Rathaus am Alten Markt gezogen.

Bearbeiten Förderschulen

Kamen-Heeren-Werve

  • Käthe-Kollwitz-Schule, Förderschule für Lernbehinderte
  • Sonnenschule, Förderschule für Sprachbehinderte

Bearbeiten Grundschulen

Bei dem Anmeldeverfahren der I-Männchen (Kinder im ersten Schuljahr) sind mittlerweile die Schulbezirksgrenzen entfallen.

Kamen-Mitte und -Südkamen

  • Diesterwegschule
  • Friedrich-Ebert-Schule
  • Glückaufschule
  • Südschule/Josefschule (Schulverbund)

Kamen-Methler

  • Eichendorffschule
  • Jahnschule

Kamen-Heeren-Werve

  • Brüder-Grimm-Schule/Grundschule in der Mark (Schulverbund)

Bearbeiten Weiterführende Schulen

  • Städtisches Gymnasium Kamen
  • Gesamtschule Kamen
  • Fridtjof-Nansen-Realschule
  • Städtische Hauptschule Kamen

Bearbeiten Religionen

In Kamen finden sich knapp mehrheitlich evangelische Christen. Katholiken sind seit der Reformation leicht in der Minderheit. Durch die Arbeitsimmigration hat Kamen nun vor allem in den nördlichen Stadtteilen auch einen islamischen Bevölkerungsanteil. Auf der Lüner Höhe existiert entsprechend eine islamische Kultusgemeinde. Andere Religionen sind in Kamen nicht stark vertreten.

Jede Teilgemeinde Kamens hat sowohl katholische als auch evangelische Kirchen.

Insbesondere ist hier die Pauluskirche zu nennen, deren schiefer, gegen den Wind gebauter Turm das Wahrzeichen von Kamen ist und deren Silhouette das Logo liefert, die geneigte Dachhaube.

Bearbeiten Infrastruktur

Bearbeiten Sport- und Freizeiteinrichtungen

Kamen hat, neben mehreren Fußballvereinen, insbesondere mit dem VfL Kamen einen tatkräftigen Sportverein, der mit seinen Sporteinrichungen in der westlichen Stadt am Hemsack über gute Trainingsmöglichkeiten verfügt und in viele Abteilungen gegliedert ist, und der neben dem Fußball eine Handball- und eine Leichtathletik-Abteilung betreibt. In der Nachbarschaft „Am Schwimmbad“ befindet sich, wie der Straßenname nahelegt, eine große Freibadanlage, in der oft Schwimmwettbewerbe und vor allem zweimal jährlich überregionale Wasserball-Turniere ausgetragen werden.

Gegenüber dem Freibad befindet sich eine baulich interessante, als Spannbeton-Rundbogenkonstruktion ausgeführte Sporthalle, die neben der Funktion als Schulsporthalle für die benachbarten Grund- und Hauptschulen auch dem Sportvereinsleben dienstbar ist; insbesondere sei unter ihren Nutzern die sehr aktive Handballabteilung des VfL Kamen erwähnt.

Wichtigstes Aushängeschild des Kamener Sports jedoch ist der Landessportbund-Komplex im Osten des Stadtteils Methler-Kaiserau. Neben der Funktion als Ausrichungsstätte namhafter Tanzturnier-Wettbewerbe war diese Sportstätte oftmals auch Trainingslager für Nationalmannschaften, bis hin zur Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Dieser Sportanlage zugeordnet ist auch eine kleine Schwimmhalle, deren Weiterbetrieb jedoch mangels Größe und Nutzungsmöglichkeiten in Frage steht.

Kamen hat zwei Tennisvereine: eine Anlage findet sich ebenso dem Schwimmbad-Komplex benachbart, und ein zweiter großer Verein existiert in Methler an der Stadtgrenze zu Dortmund-Husen.

Im Stadtgebiet von Kamen befindet sich eine Minigolf-Anlage, eine weitere ist in der unmittelbaren Nachbarschaft der nordöstlichen Stadtgrenze in Bergkamen-Overberge zu finden.

Bearbeiten Kindergärten und Gemeinschaftshäuser

In jedem Stadtteil Kamens existieren Kindergärten. In der Stadt selbst besteht oft noch die Wahl zwischen städtischen und konfessionellen Kindergärten. Insgesamt ist die Versorgung der Bevölkerung mit Kindergärten in Kamen als gut zu bezeichnen.

Als Einrichtungen der Behinderten- und Altenpflege ist zuvorderst das Justus-Perthes-Heim in Kamen-Süd zu nennen, eine Wohn- und Arbeitsstätte für behinderte Menschen. In Kamen-Heeren unterhält das Perthes-Werk der Ev. Kirche das Haus Mühlbach. Weiter befindet sich „Am Schwimmbad“ eine große Alten-Wohneinrichtung, eine weitere kommerzielle Anlage ist in Kamen-Süd östlich der Hochstraße mit dem Volkermann-Hof im Ausbau.

Kamen hat im Gebäude der städtischen Grundschule einen türkisch-deutschen Club. Des weiteren finden sich in allen Stadtteilen Hallen, die für Vereins- und große Familien-Veranstaltungen genutzt werden können.

Bearbeiten Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kamen ist in 7 Löschgruppen (3 Löschzüge) aufgeteilt:

  • Mitte & Südkamen (Löschzug 1)
  • Methler, Westick & Wasserkurl (Löschzug 2)
  • Heeren-Werve & Rottum (Löschzug 3).

Neben den freiwilligen Kräften unterhält die Feuerwehr Kamen auch eine hauptamtliche Wache, welche unter anderem auch den Rettungsdienst in Kamen, Bergkamen und Bönen bewältigt.

Insgesamt stehen den Einsatzkräften 23 Fahrzeuge zu Verfügung (Mitte 11, Südkamen 2, Methler 3, Westick 2, Wasserkurl 1, Heeren-Werve 3, Rottum 1)

Bearbeiten Veranstaltungen und Einrichtungen

Bearbeiten Stadthalle

Dem Rathaus unmittelbar benachbart befindet sich die Stadthalle, in der vielerlei Veranstaltungen kultureller, vereins- und gewerbebezogener Arten stattfinden. Regelmäßig gastieren hier Tournee-Theater und Konzert-Ensembles. Weiter finden hier kommerzielle Partys statt (z.B. „Ü 30-Fete“), Ausstellungen der ortsansässigen Autohändler, sowie regelmäßige Büchermärkte (des Lions-Clubs Kamen) und Flohmärkte (z.B. Modelleisenbahnen).

Bearbeiten Konzertaula

Kamen hat mit der Konzertaula auf dem Gelände des Gymnasiums eine weitere Schauspiel- und Musikspielstätte, in der regelmäßig Veranstaltungen auch überregionaler Ensembles stattfinden: Konzerte und Tourneetheater-Gastspiele.

Bearbeiten Vereine

Kamen besitzt eine reges Vereinsleben auf allen klassischen und einigen modernen Sektoren,

  • Sportvereine für
    • Fußball,
    • Handball,
    • Schwimmen einschließlich Wasserball,
    • Radsport
  • modernen Sportbetätigungen wie
    • Tanzen,
    • Tennis oder
    • Reiten,
  • Schützenvereine,
  • teils überregional bekannte Leistungs-Chöre,
  • Tierzüchtervereine,
  • Modellbauverein (mit großem Modellfluggelände, auf dem, eine Seltenheit mittlerweile, mit Verbrennungsmotoren geflogen werden darf),
  • Musikerinitiative “Laut & Lästig e.V. – Verein zur Förderung der Kamener Amateurmusik” (eine der ältesten noch aktiven Musikerinitiativen Deutschlands)

Bearbeiten Regelmäßige Veranstaltungen

Vor Beginn der Sommerferien des Landes NRW gibt es das mehrtägige Altstadt-/Brunnenfest. In den Oster- und Herbstferien findet jeweils ein mehrtägiger „Severinsmarkt“ (Kirmes) statt, mit Feuerwerk zum Abschluss. Im Stadtteil Methler findet im Spätsommer die „Pflaumenkirmes“ statt. Das international besuchte Drachenfestival „KITE“ wird seit 1987 jährlich im Mai auf dem Segelfluggelände in Kamen-Derne ausgerichtet. Einer der Höhepunkte ist das Nachtdrachenfliegen mit Drachen und Feuerwerk am Samstagabend.

Bearbeiten Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten Kamen (Altstadt)

Fachwerkhaus „Rathausapotheke“ mit Kolonnade

Fachwerkhaus „Rathausapotheke“ mit Kolonnade

Fünf-Bogen-Brücke über die Seseke in Kamen

Fünf-Bogen-Brücke über die Seseke in Kamen

Bahnhof Kamen

Bahnhof Kamen

  • Pauluskirche: Der romanische Turmbau aus grünem Sandstein sowie das (nicht mehr erhaltene) ursprüngliche Kirchenschiff wurden im 12. Jahrhundert errichtet. Die Dachhaube (im Volksmund „Schiefer Turm“ genannt) soll bei ihrer Errichtung im 14. Jahrhundert angeblich bewusst gegen die vorherrschende Windrichtung geneigt worden sein und ist heute das Wahrzeichen von Kamen (im Stadtlogo vereinfacht als Kontur dargestellt). Das heutige Kirchenschiff dieser evangelischen Stadtkirche wurde 1844–1849 im neoromanischen Stil neu errichtet.
  • Weiße Straße und Alter Markt, jeweils mitten im Stadtzentrum gelegen, weisen sehr schöne und gut erhaltene Fachwerkhäuser auf, so zum Beispiel die gegenüber dem historischen Rathaus am Marktplatz gelegene
  • Rathausapotheke: Das Fachwerkhaus gehört zu den seltenen Fachwerkbauten mit einer öffentlichen Kolonnade (vgl. The Rows in Chester, Großbritannien).
  • Kämerstraße 5: Das kleine zweigeschossige Traufenhaus wurde ursprünglich wohl als Speicher errichtet. Es ist zwischen 1550 und 1600 entstanden. Der Scheunenanbau stammt von 1865.
  • Fünf-Bogen-Brücke: Die 1846 für die Köln-Mindener Eisenbahn auf tausenden Eichenpfählen im Flussbett der Seseke errichtete Steinbrücke ist im Originalzustand erhalten. Sie gehört zu den ältesten noch erhaltenen Eisenbahnbauwerken Deutschlands, wie auch das
  • Bahnhofsgebäude, das 1848 nach einem Musterentwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtet wurde. Es befindet sich im restaurierten Originalzustand.

Bearbeiten Heeren-Werve

Der Eckturm von Haus Heeren.

Der Eckturm von Haus Heeren.

  • Schloss Heeren: Im Jahr 1606 errichtetes frühbarockes Wasserschloss. Es befindet sich heute im Besitz der Familie von Plettenberg (Hofbesichtigung möglich).
  • Rollmannsbrunnen: frühindustrielle Solequelle, 1844 abgeteuft für die benachbarte Saline Königsborn (Pumpmaschinenhaus noch vorhanden).

Bearbeiten Kamen-Methler

  • Margaretenkirche: spätromanische Hallenkirche aus dem 12. Jahrhundert mit besonderen Deckenmalereien im Altarbereich. Siehe auch Kamen-Methler

Bearbeiten Persönlichkeiten

Bearbeiten Ehrenbürger

  • 1924, 23. November, Werner Berg, † 8. Januar 2002 in Kamen, Kamener Altbürgermeister

Bearbeiten Söhne und Töchter der Stadt

  • 1564, 15. Dezember, Johann Buxtorf der Ältere, † 13. September 1629 in Basel, reformierter Theologe
  • 1856, 3. September, Ernst Marcus, Richter und Philosoph (Essener „Krupp der Logik“)
  • 1863, 3. April, Wilhelm Middelschulte, Organist, Komponist und Lehrer
  • 1908, 19. Juni, Alfred Gleisner, † 15. Februar 1991 in Unna, deutscher Politiker (SPD), MdB, MdL (Nordrhein-Westfalen)
  • 1927, 27. Januar, Diether Ritzert, Maler und Graphiker
  • 1935 Fritz Nöpel, Karate-Großmeister und Gründer des Gōjū-Ryū Karate in Deutschland
  • 1947, 2. Mai, Horst Hensel, Schriftsteller
  • 1949, 15. Juli, Heinrich Peuckmann, Schriftsteller
  • 1949, 5. Januar, Gerd Puls, Schriftsteller und Maler
  • 1977, 24. September, Frank Fahrenhorst, Fußballspieler

Bearbeiten Persönlichkeiten, die in Kamen gewirkt haben

  • Hermann Hamelmann, *1526 in Osnabrück, Theologe, Historiker und Reformator Westfalens
  • Anton Praetorius, *1586 in Lippstadt, Theologe, Rektor der Lateinschule in Kamen

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004
This text comes from Wikipedia. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the GNU Free Documentation License, Version 1.2 or any later version published by the Free Software Foundation; with no Invariant Sections, no Front-Cover Texts, and no Back-Cover Texts. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikipedia.

No Comments »

No comments yet.

RSS feed for comments on this post. TrackBack URL

Leave a comment