Wikipedia: Mecklenburg-Vorpommern

Dieser Artikel erläutert das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern; es ist auch der Name von Schiffen, siehe Mecklenburg-Vorpommern (Schiff).
Mecklenburg-Vorpommern
Flagge Mecklenburg-Vorpommerns
Berlin Bremen Bremen Hamburg Niedersachsen Bayern Saarland Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein Brandenburg Sachsen Thüringen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz
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Wappen Mecklenburg-Vorpommerns

Näheres zum Wappen
Sprache Deutsch, Niederdeutsch[1]
Landeshauptstadt Schwerin
Fläche 23.180,14 km²
Einwohnerzahl 1.682.200 (31. Oktober 2007)
Bevölkerungsdichte 72,7 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote 15,0 % (April 2008)
Schulden 10,7 Mrd. € (Ende 2006)
ISO 3166-2 DE-MV
Kontakt:
Offizielle Webseite: www.mecklenburg-vorpommern.eu
Politik:
Ministerpräsident: Harald Ringstorff (SPD)
(seit 3. November 1998)
Regierende Parteien: SPD und CDU
Sitzverteilung im Landtag: SPD 23
CDU 22
Die Linke 13
FDP 7
NPD 6
Letzte Wahl: 17. September 2006
Nächste Wahl: 2011
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 3

Mecklenburg-Vorpommern (plattdeutsch Mekel(n)borg-Vörpommern) ist ein Land im Nordosten Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Schwerin. Das Land ist als Zusammenschluss des historischen Landes Mecklenburg mit Vorpommern, dem nach 1945 zu Deutschland gehörigen Teil des historischen Landes Pommern, entstanden.

Mecklenburg-Vorpommern grenzt im Norden an die Ostsee, im Westen an Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Süden an Brandenburg und im Osten an Polen.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Name

Bearbeiten Aussprache

Der Landesname wird häufig mit dem Buchstabenkürzel M-V, MV, manchmal auch mit MVP abgekürzt.

Das Wort Mecklenburg wird wie [meːklənbuɐç] oder Meeklenburch ausgesprochen. Das „e“ wird lang gesprochen (siehe: Dehnungszeichen) und das „g“ wie ein palatales „ch“.

In der niederdeutschen Sprache sagt man auch Mekelnborg oder Mäkelnborg. Im modernen Hochdeutsch findet außerdem auch die Aussprache mit kurzem [ɛ] und am Wortende [k] Verwendung.

Bearbeiten Entstehung

Der Name Mecklenburg („Mikelenburg“) taucht erstmals in einer Urkunde des Jahres 995 auf. Im Altsächsischen bedeutete mikil „groß“, im 10./11. Jahrhundert war das Wort Mikilinborg („große Burg“) gebräuchlich. Der Name bezieht sich auf die Burg Mecklenburg. Im Mittelalter wurde daraus mittelniederdeutsch Mekelenborch, später dann Meklenburg und Mecklenburg.

Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und der Westen der preußischen Provinz Pommern 1880

Mecklenburg-Schwerin, Mecklenburg-Strelitz und der Westen der preußischen Provinz Pommern 1880

Der Name Vorpommern entstand erst relativ spät (16./17. Jahrhundert) als Bezeichnung für die westlich der Oder liegenden Gebiete des Herzogtums Pommern. Der Name Pommern wiederum leitet sich von dem slawischen (kaschubischen) „po morje“ = am Meer ab (siehe auch Pommern). Dieser politisch-geographische Terminus ist in etwa ebenso alt wie der von Mecklenburg. Er wurde im Laufe des Mittelalters zur tragenden Bezeichnung des Herrschaftsgebietes der Dynastie der Greifen.

Entstanden ist der Name „Mecklenburg-Vorpommern“ erstmals durch die Vereinigung des ehemaligen Freistaates Mecklenburg mit den westlich der Oder-Neiße-Linie gelegenen Gebieten der früheren preußischen Provinz Pommern auf Grund eines Befehls der Sowjetischen Militäradministration von Anfang Juli 1945. Anfangs kursierten verschiedene Bezeichnungen für das neue Verwaltungsgebilde, u. a. „Mecklenburg-Pommern“ und auch schon früh, unter Ignorierung der pommerschen Landesteile, einfach nur „Mecklenburg“. Letztere Bezeichnung wurde auf Anweisung der sowjetischen Besatzungsmacht ab 1947 verbindlich. Erst mit der Neukonstituierung des Landes in verändertem Gebietszuschnitt − Basis waren die drei DDR-Nordbezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg – im Herbst 1990 erhielt das Land wieder die Bezeichnung „Mecklenburg-Vorpommern“.

Bearbeiten Geografie

Bearbeiten Landesgebiet

Geografisch gesehen gehört Mecklenburg-Vorpommern zu Norddeutschland. Das Bundesland entstand im Juli 1945 aus dem ehemaligen Freistaat Mecklenburg und dem westlichen Teil Pommerns und erneut 1990 nach der Deutschen Wiedervereinigung aus den drei DDR-Bezirken Rostock, Schwerin und Neubrandenburg.

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfasst das Gebiet Mecklenburgs, welches etwa zwei Drittel der Landesfläche ausmacht, sowie den westlich der Oder-Neiße-Linie bei Deutschland verbliebenen Teilen der ehemals preußischen Provinz Pommern (Vorpommern), kleinen Teilen der Prignitz und dem nördlichsten Zipfel der Uckermark (ehemals brandenburgisch).

aufrechte Zahlen (dunkelgrün) = Höhen über NN           |     lila = Gewässer kreuzt Wasserscheide. kursive Zahlen (dunkelblau) = Wasserspiegel über NN   |     dunkelblaue Pfeile = Strömungsrichtung

aufrechte Zahlen (dunkelgrün) = Höhen über NN | lila = Gewässer kreuzt Wasserscheide.
kursive Zahlen (dunkelblau) = Wasserspiegel über NN | dunkelblaue Pfeile = Strömungsrichtung

Bearbeiten Landschaft

Mecklenburg-Vorpommern hat insgesamt eine Küstenlänge von etwa 1700 km und damit die längste Küste aller deutschen Bundesländer. Den Großteil davon nimmt die Vorpommersche Bodden- und Haffküste ein. Die Außenküste ist ca. 350 km lang. Die Küste ist besonders im östlichen Teil (Vorpommern) stark gegliedert. Die größten Inseln sind Rügen, Usedom, Poel sowie Hiddensee. Wichtigste Halbinsel ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Kreidefelsen auf Rügen

Kreidefelsen auf Rügen

Die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns im Norddeutschen Tiefland ist durch die Weichseleiszeit (Pleistozän) geprägt. Die Landschaftsformen jenseits der Küstenlinie gliedern sich etwa von Nordost nach Südwest: Nordöstliches Flachland (umfasst etwa das Vorpommersche Festland), Rückland der Seenplatte (umfasst in den Landkreisen Demmin und Uecker-Randow Teile Vorpommerns sowie das nordöstliche Mecklenburg), Baltischer Landrücken und Seenplatte (zieht sich als Jungmoränenlandschaft von Nordwestmecklenburg bis in den Mecklenburger Südosten), Südwestliches Vorland der Seenplatte (Gebiet südwestlich der Landeshauptstadt Schwerin) sowie einen kleinen Teil des Elbetals.

Die größten Seen wie die Müritz, der Schweriner See und der Plauer See befinden sich in der Mecklenburgischen Seenplatte. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 2028 Seen mit einer Gesamtfläche von 738 km².

Das Land ist flach bis hügelig, die höchsten Erhebungen sind die Helpter Berge (179 m), die Ruhner Berge (176,6 m), Piekberg auf Rügen (161 m) sowie die Brohmer Berge (152,9 m).

Bearbeiten Bevölkerung

Mecklenburg-Vorpommern: Bevölkerung 1939-2002

Mecklenburg-Vorpommern: Bevölkerung 1939-2002

Die Bevölkerung setzt sich aus Mecklenburgern und Pommern und zum kleinen Teil aus Brandenburgern zusammen. Hinzu kamen viele Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg, v. a. Pommern und Ostpreußen, sowie Zugezogene aus den anderen Regionen Deutschlands und ihre Nachkommen, geschichtlich bedingt hauptsächlich aus der ehemaligen DDR. Vergleichsweise klein ist der Anteil an Bürgern ausländischer Herkunft, die größten Gruppen kommen aus Vietnam oder sind Immigranten aus Russland, Kasachstan und der Ukraine.

Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte Bundesland. Es gibt mit der Hansestadt Rostock nur eine Großstadt. Sie ist damit auch das größte der vier Oberzentren des Landes, weitere sind die Hansestädte Stralsund und Greifswald, die zusammen das zweitgrößte Oberzentrum bilden, die Landeshauptstadt Schwerin und Neubrandenburg. Alle anderen Städte haben weniger als 50.000 Einwohner, die wichtigsten Städte in dieser Gruppe sind die Hansestadt Wismar und Güstrow.

Bearbeiten Geschichte

Haus in Schwerin

Haus in Schwerin

Zur Geschichte der historischen Territorien bis 1945 – siehe: Geschichte Mecklenburgs bzw. Geschichte Pommerns.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone aus dem ehemaligen Land Mecklenburg sowie Vorpommern gebildet, dem westlich von Stettin beziehungsweise Swinemünde gelegenen Teil des früheren preußischen Regierungsbezirks Stettin der Provinz Pommern, sowie dem ehemals hannoverschen Amt Neuhaus. Ab 1947 galt nur noch die Bezeichnung Land Mecklenburg, das eine Fläche von 22.893 km² aufwies. 1952 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land aufgelöst und in die drei Bezirke Neubrandenburg (der Südosten), Rostock (die Küste) und Schwerin (der Südwesten) aufgeteilt. Der südöstlichste Zipfel Vorpommerns kam zum Bezirk Frankfurt (Oder) (heutiges Amt Gartz (Oder)). Die beiden Exklaven Rossow und Schönberg kamen an den Bezirk Potsdam.

1990 erfolgte die Neugründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern in jener territorialen Ausdehnung, die Mecklenburg bei der Auflösung 1952 gehabt hatte. Die vormaligen DDR-Bezirke wurden dabei zusammengelegt: Neubrandenburg (ohne die Kreise Templin und Prenzlau), Rostock und Schwerin (ohne den Kreis Perleberg). Da beispielsweise die altmecklenburgische Stadt Fürstenberg/Havel und einige umliegende Dörfer bereits 1950 Stadt nach Brandenburg umgemeindet worden und eine Rückkehr nach Mecklenburg politisch nicht durchsetzbar war, blieb dieses Gebiet wie auch die Gegend um Gartz (Oder) beim Land Brandenburg. Andere Gemeinden wie Dambeck und Brunow sowie die Ortsteile Pampin und Platschow der Gemeinde Berge wurden aber nach einem Bürgerentscheid 1992 wieder vom Land Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern ausgegliedert. 1993 wurde das Amt Neuhaus an der Elbe an den niedersächsischen Landkreis Lüneburg angegliedert, zu dem es bis 1945 gehört hatte. Ebenfalls 1993 kamen die Gemeinden des Amtes Lenzen-Elbtalaue zum brandenburgischen Landkreis Prignitz. Die Stadt Strasburg (Uckermark) entschied sich in einer Volksabstimmung für die Zugehörigkeit zu Mecklenburg-Vorpommern.

Siehe auch: Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns

Bearbeiten Religion

18,4 % der Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern bekennen sich zur evangelischen Kirche und 3,4 % zur katholischen Kirche. Der überwiegende Teil der Bevölkerung (rund 78,2 %) ist konfessionslos. (laut Statistik der EKD, Stand 2004).[2]

Bearbeiten Evangelische Kirchen

Die evangelische Religionsgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern ist in Mecklenburg-Vorpommern in zwei verschiedenen Landeskirchen organisiert:

  • Die Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) mit Bischofssitz in der Landeshauptstadt Schwerin ist mit derzeit 212.000 Mitgliedern die größte kirchliche Gemeinschaft im Bundesland. Sie umfasst die evangelisch-lutherischen Gemeinden im Landesteil Mecklenburg sowie einige Gemeinden in Schleswig-Holstein und Brandenburg.
  • Die Pommersche Evangelische Kirche (PEK) mit Bischofssitz in Greifswald umfasst die evangelischen Gemeinden im bei Deutschland verbliebenen Teil Pommerns. Mit derzeit etwa 104.000 Mitgliedern ist sie die zweitgrößte kirchliche Gemeinschaft in Mecklenburg-Vorpommern.

Beide Landeskirchen stehen derzeit in Fusionsverhandlungen mit der deutlich mitglieder- und finanzstärkeren Nordelbischen Kirche (Schleswig-Holstein und Hamburg). Die dabei entstehende „Nordkirche“ mit zukünftigem Bischofssitz Lübeck (bisher Kiel, Schwerin, Greifswald) würde sich von der dänischen bis an die polnische Grenze und damit über die gesamte deutsche Ostseeküste austrecken.

Bearbeiten Sonstige

Die Katholische Kirche spielt seit der Reformation in Mecklenburg-Vorpommern eine zahlenmäßig geringe Rolle. Sie ist gegenwärtig territorial zweigeteilt. Mecklenburg in der traditionellen Ausdehnung (von vor dem Zweiten Weltkrieg) gehört zum Erzbistum Hamburg und gliedert sich in die fünf Dekanate Güstrow, Ludwigslust, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin mit insgesamt 46.000 Kirchenangehörigen (Stand: 2004). Vorpommern gehört zum Katholischen Erzbistum Berlin und umfasst etwa 13.000 Katholiken (Stand: 2004).[3]

Daneben gibt es mehrere kleinere christliche Kirchen. Die Evangelisch-reformierte Kirche gehört dem Synodalverband VIII der Evangelisch-Reformierten Kirche – Synode der evangelisch-reformierten Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland an und hat ihren zentralen Sitz in Bützow.[4] Die Neuapostolische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern mit Verwaltungssitz in Schwerin gliedert sich in sieben Bezirke. Die Gemeinden der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Mecklenburg-Vorpommern bilden mit den hamburgischen und schleswig-holsteinischen Gemeinden die Hansa-Vereinigung der Siebenten-Tags-Adventisten.[5]

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es je eine jüdische Gemeinde in der Landeshauptstadt Schwerin (inklusive Wismar) sowie in Rostock. Beide Gemeinden sind im Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern organisiert, welcher Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland ist.

Bearbeiten Politik

Sitzverteilung im Landtag

Sitzverteilung im Landtag

Das Schweriner Schloss, Sitz des Landtags

Das Schweriner Schloss, Sitz des Landtags

Bearbeiten Ministerpräsidenten

von Mecklenburg-Vorpommern (1945-1947), Mecklenburg (1947-1952) und Mecklenburg-Vorpommern (ab 1990):

  • 1945–1951: Wilhelm Höcker
  • 19. Juli – 28. Juli 1951: Kurt Bürger (alias Karl Wilhelm Ganz)
  • 1951–1952: Bernhard Quandt

[1952–1990 existierte das Land nicht.]

  • 1990–1992: Alfred Gomolka (CDU) (Kabinett)
  • 1992–1998: Berndt Seite (CDU) (Kabinett 1992), (Kabinett 1994)
  • 3. November 1998 – heute: Harald Ringstorff (SPD) (Kabinett 1998, Kabinett 2002, Kabinett 2006)

Bearbeiten Landtag

siehe: Landtag Mecklenburg-Vorpommern und Ergebnisse der Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland

Bearbeiten Kreistage

siehe: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Bearbeiten Wappen und Flaggen

Hauptartikel: Wappen Mecklenburg-Vorpommerns, Flagge Mecklenburg-Vorpommerns

Großes Landeswappen Kleines Landeswappen Landesflagge Mecklenburg-Vorpommerns Landesdienstflagge Mecklenburg-Vorpommerns (Inoffizielle) Flagge Mecklenburgs (Inoffizielle) Flagge Vorpommerns
Großes Landeswappen Kleines Landeswappen Landesflagge Landesdienstflagge
(nur für behördliche Benutzung)
Landesflagge Mecklenburgs
(für nichtstaatliche Benutzung)
Landesflagge Vorpommerns
(für nichtstaatliche Benutzung)

Bearbeiten Verwaltungsgliederung

Bearbeiten Landkreise und kreisfreie Städte

Am 12. Juni 1994 wurden aus vormals 31 Landkreisen zwölf neue Kreise gebildet. Sechs kreisfreie Städte behielten ihren Status.

Karte mit den Verwaltungsgrenzen in Mecklenburg-Vorpommern
Nr. Landkreis Einwohner Fläche
1. Landkreis Bad Doberan (DBR) 119.486 1.362
2. Landkreis Demmin (DM) 85.241 1.921
3. Landkreis Güstrow (GÜ) 104.294 2.058
4. Landkreis Ludwigslust (LWL) 127.310 2.517
5. Landkreis Mecklenburg-Strelitz (MST) 82.365 2.090
6. Landkreis Müritz (MÜR) 67.002 1.713
7. Landkreis Nordvorpommern (NVP) 110.906 2.172
8. Landkreis Nordwestmecklenburg (NWM) 119.362 2.076
9. Landkreis Ostvorpommern (OVP) 109.219 1.910
10. Landkreis Parchim (PCH) 101.279 2.233
11. Landkreis Rügen (RÜG) 70.459 974
12. Landkreis Uecker-Randow (UER) 76.262 1.624
Kreisfreie Städte:
HGW Greifswald 53.434 50,50
NB Neubrandenburg 67.517 85,65
HRO Rostock 199.868 181,44
SN Schwerin 96.280 130,46
HST Stralsund 58.288 38,97
HWI Wismar 45.182 41,36

Bearbeiten Kreisgebietsreform 2009/2011

Bis spätestens 1. Oktober 2009 sollten fünf neue Großkreise gebildet werden, die in der Regel den Planungsregionen des Landes entsprachen. Die kreisfreien Städte sollten in diesen Großkreisen aufgehen. Am 26. Juli 2007 hat das Landesverfassungsgericht in Greifswald das Gesetz über die Funktional- und Kreisstrukturreform des Landes Mecklenburg-Vorpommern als unvereinbar mit der Landesverfassung erklärt. Das von Rechts- und Verwaltungswissenschaftlern massiv kritisierte Urteil[6] stützt sich in der Begründung auf die Konstatierung eines Abwägungsfehlers im Verfahren. Da aufgrund der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung im Land die Notwendigkeit einer Kreisgebietsreform von Politik und Fachleuten anerkannt wird, werden derzeit erneut Pläne für eine Neugestaltung der Kreisebene entwickelt. Die neuen Strukturen sollen jetzt im Jahr 2011 eingeführt werden [7].

Siehe auch: Kreisreform Mecklenburg-Vorpommern 2011

Bearbeiten Städte, Ämter und Gemeinden

Das Land Mecklenburg-Vorpommern besteht aus insgesamt 849 politisch selbständigen Städten und Gemeinden. Diese verteilen sich wie folgt: 6 kreisfreie Städte und 843 kreisangehörige Städte und Gemeinden. Von den kreisangehörigen Städten und Gemeinden sind 34 amtsfrei. Die 809 amtsangehörigen Gemeinden haben sich zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zu 79 Ämtern (Stand: 1. Oktober 2006) zusammengeschlossen.

Siehe auch: Liste der Ämter in Mecklenburg-Vorpommern, Liste der Städte und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, Liste der Städte in Mecklenburg-Vorpommern

Panorama der Hansestadt Stralsund

Bearbeiten Größte Städte und Gemeinden

Stadt/
Gemeinde
Landkreis Einwohner
31. Dezember 2000
Einwohner
31. Dezember 2006
Rostock kreisfreie Stadt 200.506 199.868
Schwerin kreisfreie Stadt 101.267 96.280
Neubrandenburg kreisfreie Stadt 73.318 67.517
Stralsund kreisfreie Stadt 60.663 58.288
Greifswald kreisfreie Stadt 54.236 53.434
Wismar kreisfreie Stadt 47.031 45.182
Güstrow Güstrow 32.323 31.083
Neustrelitz Mecklenburg-Strelitz 23.333 22.152
Waren (Müritz) Müritz 22.044 21.236
Parchim Parchim 20.048 19.187
Ribnitz-Damgarten Nordvorpommern 17.200 16.608
Bergen auf Rügen Rügen 15.616 14.430
Anklam Ostvorpommern 15.826 14.092
Ludwigslust Ludwigslust 12.506 12.815
Demmin Demmin 13.529 12.633
Wolgast Ostvorpommern 13.747 12.359
Hagenow Ludwigslust 12.272 12.178
Pasewalk Uecker-Randow 12.873 11.856
Bad Doberan Bad Doberan 11.515 11.375
Grimmen Nordvorpommern 11.565 11.032
Grevesmühlen Nordwestmecklenburg 11.080 10.945
Boizenburg/Elbe Ludwigslust 10.654 10.756
Sassnitz Rügen 11.637 10.747
Ueckermünde Uecker-Randow 11.526 10.339
Torgelow Uecker-Randow 11.449 9.909

Bearbeiten Kultur

Bearbeiten Sprache

In weiten Teilen des Landes wird bis heute neben Hochdeutsch von der älteren Generation auch Niederdeutsch mindestens verstanden und oft auch gesprochen. Die Jüngeren beherrschen es aber praktisch nicht mehr. Heute bemüht man sich, mit vielfältigen Schulprojekten und Vereinarbeit nachwachsenden Generationen die aussterbende Sprache ihrer Heimat nahezubringen. Nachhaltige Erfolge zeigen das jedoch bisher nicht.

Der sogenannte mecklenburgisch-vorpommersche Sprachraum gehört zum Ostniederdeutschen und entspricht in etwa den heutigen Grenzen des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Dabei gibt es keine eindeutig festzumachenden Grenzen zwischen mecklenburgischem und vorpommerschen Niederdeutsch, sondern die dialektalen Unterschiede drücken sich, geographisch betrachtet, in einem West-Ost-Kontinuum aus. Es kommen also keine Isoglossenbündel vor.

Bedeutende niederdeutsche Schriftsteller sind unter anderem Fritz Reuter, John Brinckman und Rudolf Tarnow.

Bearbeiten Theater und Museen

Staatstheater Schwerin, Großes Haus

Staatstheater Schwerin, Großes Haus

Die größten staatlichen Theater des Landes sind das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin, das Theater Vorpommern und das Volkstheater Rostock.

Bemerkenswerte Museen sind zum Beispiel das Staatliche Museum Schwerin, das Deutsche Meeresmuseum und das Ozeaneum in Stralsund, das Deutsche Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten, das Pommersche Landesmuseum in Greifswald, das Rostocker Kloster zum Heiligen Kreuz oder die Kunsthalle Rostock. Das älteste Museum Mecklenburg-Vorpommerns ist das Stralsunder Kulturhistorische Museum, das kleinste das Bildhauermuseum Prof. Wandschneider in Plau am See.

Die jährlich stattfindenden Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sind sein Festival für klassische Musik.

Bearbeiten 2-Euro-Münze mit Mecklenburg-Vorpommern-Motiv

Seit 2006 erscheinen jährlich 2-€-Gedenkmünzen mit einem Motiv des Bundeslandes, welches den Präsidenten des Bundesrats stellt. Dies ist 2007 Mecklenburg-Vorpommern. Rund 30 Millionen Münzen die das Schweriner Schloss, den Sitz des Landtages, zeigen, repräsentieren Mecklenburg-Vorpommern in Europa, wo die Gedenkmünzen offizielles Zahlungsmittel sind.

Bearbeiten Bildung

Hauptgebäude der staatlichen Universität Rostock

Hauptgebäude der staatlichen Universität Rostock

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Universität Rostock (gegründet 1419) und die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (gegründet 1456) sind die beiden ältesten Universitäten im Ostseeraum und gehören zu den ältesten Hochschulen Deutschlands und Europas.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Hochschulen, z.B. die Hochschule für Musik und Theater Rostock, die Hochschule Neubrandenburg, die Fachhochschule Stralsund, die Hochschule Wismar, die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow sowie ebenfalls die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit mit Sitz Mannheim und Schwerin

In privater Trägerschaft befinden sich die staatlich anerkannte Private Hanseuniversität in Rostock (gegründet 2007) sowie das Baltic College Güstrow.

Bearbeiten Wirtschaft

Traditionell sind im Industriesektor die maritime Industrie und die Lebensmittelindustrie vorherrschend. Darüber hinaus spielen Landwirtschaft, Tourismus und Gesundheitswirtschaft eine große Rolle.

Bearbeiten Maritime Wirtschaft

Größere Unternehmen im maritimen Bereich sind zum Beispiel die weltweit agierende Deutsche Seereederei, Scandlines, die MMG oder die Weiße Flotte. Entlang der Ostseeküste gibt es mehrere Werften, zum Beispiel in Stralsund (Volkswerft), Wismar (Aker MTW), Rostock (Aker-Werft), Wolgast (Peene-Werft) sowie die mittelständische Hanse Yachts AG in Greifswald. Der maritime Sektor bietet 28.000 Arbeitsplätze (2004).

Bearbeiten Tourismus

Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund

Kreidefelsen im Nationalpark Jasmund

Hauptartikel: Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern

Vor allem die Region Vorpommern ist einer der Schwerpunkte des Tourismus in Deutschland. Beliebte Urlaubsziele sind Inseln und Halbinseln wie Rügen, Usedom, Fischland-Darß-Zingst und Hiddensee sowie Seebäder wie Heiligendamm, Graal-Müritz oder Kühlungsborn. Weitere Tourismusgebiete sind die Mecklenburgische Seenplatte sowie die vier Nationalparks und hunderte von Landschafts- und Naturschutzgebieten. Außerdem ziehen auch traditionelle Hansestädte wie Rostock, Stralsund, Wismar und Greifswald viele Besucher an.

Bearbeiten Sonstige Bereiche

Als Zukunftsbranche gilt die Ansiedlung von Unternehmen der Biotechnologie und Medizintechnik um die Städte Greifswald und Rostock mit ihren alten Universitäten. Die beiden traditionsreichen Universitäten des Landes, die Universität Rostock (gegr. 1419) und die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (gegr. 1456), um die sich zahlreiche Forschungsinstitute angesiedelt haben, tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur Profilstärkung des Landes bei. Ein Beispiel aus der Lebensmittelindustrie ist die Kartoffelveredelung durch Pfanni.

Im Bereich der Windenergie gehört das Land, gemessen an der erzeugten Strommenge, zu den führenden in Deutschland. 1200 Windkraftanlagen speisen derzeit etwa 1250 Megawatt ins Netz ein. Derzeit sind zusätzlich zu den bereits vorhandenen Anlagen an Land mehrere Windparks auf dem Meer vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns in Planung. Derzeit werden etwa 34 Prozent des Energiebedarfs im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern durch Windenergie gedeckt.

Bearbeiten Kennzahlen der Wirtschaft

Arbeitslosenquoten Mecklenburg-Vorpommerns im März 2008

Arbeitslosenquoten Mecklenburg-Vorpommerns im März 2008

Das Flächenland weist im Durchschnitt mit Sachsen-Anhalt und Berlin die höchste Arbeitslosigkeit unter den Bundesländern auf. Die Arbeitslosenquote sinkt infolge des allgemeinen Wirtschaftswachstums momentan, sodass sie im Oktober 2007 auf 14,4 % zurückging (vgl. im September 2006 noch 18,0 %, im September 2004 sogar 20,0 %). Innerhalb des Bundeslandes gibt es weiterhin starke regionale Unterschiede hinsichtlich der Anzahl der Arbeitslosen. Diese Unterschiede zeigen sich insbesondere zwischen dem Westen und Südosten des Landes. So liegen beispielsweise der Landkreis Bad Doberan und der Landkreis Ludwigslust im Westen des Bundeslandes mit jeweils 9,7 % (Oktober 2007) nur knapp über dem Bundesdurchschnitt, während z.B. der Landkreis Uecker-Randow im Südosten des Landes mit 18,6 % eine deutlich überdurchschnittliche Arbeitslosenquote aufweist.

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Mecklenburg-Vorpommern einen Index von 78,6 (EU-27:100; Deutschland:115,8) (2004).[8]

Im Jahr 2006 war MV zusammen mit Bayern und Sachsen eins von drei Ländern die im Landeshaushalt eine ausgegliche Bilanz aufwiesen und keine neuen Schulden aufnehmen mussten. Das Land konnte seine Schulden im Jahr 2006 sogar senken.[9] Auch im Jahr 2007 nimmt das Land MV voraussichtlich keine neuen Schulden auf. [10]

Bearbeiten Verkehr

Bearbeiten Eisenbahn

Durch die südwestliche Peripherie Mecklenburg-Vorpommerns verläuft die Eisenbahnhauptstrecke von Hamburg nach Berlin. Daneben existieren Verbindungen von dieser Strecke über Schwerin und Bad Kleinen nach Wismar/Rostock-Stralsund-Rügen. Weitere Hauptstrecken verlaufen von Berlin über Neustrelitz nach Rostock/Neubrandenburg-Stralsund-Rügen und von Berlin über Pasewalk-Anklam-Greifswald nach Stralsund. Hinzu kommen verschiedene Nebenstrecken und die Bäderbahnen an der Ostseeküste, z.B. der Usedomer Bäderbahn. Siehe auch Eisenbahnverkehr in Mecklenburg-Vorpommern.

Bearbeiten Straße

Mecklenburg-Vorpommern wird durch die Bundesautobahn 20 von Lübeck über Wismar, Rostock und Neubrandenburg zum Dreieck Uckermark, die Bundesautobahn 24 von Hamburg nach Berlin mit Anschluss über die A 14 nach Schwerin (Verlängerung nach Wismar im Bau) sowie die A 19 von Berlin nach Rostock und im äußersten Südosten von der Bundesautobahn 11 erschlossen. Hinzu kommen verschiedene Bundesstraßen.

Bearbeiten Schiffsverkehr

Wichtige Seehäfen sind in Rostock, Wismar, Stralsund, Sassnitz und Greifswald angesiedelt. Von Rostock-Überseehafen und von Mukran bei Sassnitz aus fahren Fähren nach Dänemark, Finnland, und Schweden. Die vielen Seen im Hinterland sind über die Warnow, die Recknitz, die Peene und verschiedene Kanäle für die Schifffahrt miteinander und mit der Ostsee verbunden.

Bearbeiten Flugverkehr

In Mecklenburg-Vorpommern befindet sich ein größerer Regionalflughafen, mehrere mittlere Flughäfen, auf denen auch Flugzeuge bis zur Größe von Airbus A320 landen können, sowie zahlreiche kleinere Flugplätze. Der mit Abstand größte und passagierreichste Flughafen ist in Laage bei Rostock. Die mittelgroßen Flughäfen befinden sich in Trollenhagen bei Neubrandenburg, in Garz bei Heringsdorf auf Usedom, in Parchim bei Schwerin und in Barth bei Stralsund. Sie sind aus ehemaligen Luftwaffenstützpunkten der NVA und der Luftstreitkräfte der Sowjetunion entstanden. Dazu gesellen sich zahlreiche kleinere Flugplätze zum Beispiel in Anklam, Güttin auf Rügen, Rechlin-Lärz bei Röbel, Peenemünde auf Usedom, Rerik, in Wismar, Pasewalk oder Neustadt-Glewe.

Bearbeiten Sport

Der bekannteste Sportverein aus Mecklenburg-Vorpommern ist der F.C. Hansa Rostock, welcher 2007 wieder in die Erste Fußball-Bundesliga aufgestiegen ist. Daneben wird in den Vereinen Stralsunder HV, SV Post Schwerin und HC Empor Rostock hochklassiger Handball und im Schweriner SC in der 1. Damen-Bundesliga Volleyball gespielt. Außerdem spielt die Eishockeymannschaft, der Rostocker EC, in der Oberliga Nord.

An der Ostseeküste und den vielen hundert kleineren Gewässern wird viel Segeln und Rudersport betrieben. Ein großes jährliches Sportereignis um den Segelsport ist die Hanse Sail in Rostock.

Beim Stralsunder Sundschwimmen wird alljährlich von ca. 1000 Schwimmern der Strelasund durchschwommen.

Bearbeiten Klima

Das Klima wird in Mecklenburg-Vorpommern durch den Übergang vom maritimen Einfluss im Küstenbereich der Ostsee zu kontinentalgemäßigtem Klima im Binnenland geprägt. So nimmt die Niederschlagsneigung im Binnenland ab. Die Ostseeregion, vor allem die Inseln Rügen und Usedom, hat die deutschlandweit höchste Zahl an Sonnentagen.

Bearbeiten Siehe auch

  • Portal:Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburgisch-Vorpommersche Küche
  • Polizei Mecklenburg-Vorpommern
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