Wikipedia: Bochum

Wappen Deutschlandkarte
Stadtwappen der kreisfreien Stadt Bochum Lage der kreisfreien Stadt Bochum in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Regionalverband Ruhr
Kreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 145,4 km²
Einwohner: 374.487 [1](31.10.2007)
Bevölkerungsdichte: 2.576 Einwohner/km²
Höhe: 43–196 m
Postleitzahlen: 44701–44894 (alt: 4630)
Vorwahlen: 0234 (Bochum)
02327 (Wattenscheid)
Geografische Lage: 51° 29′ N, 7° 13′ O Koordinaten: 51° 29′ N, 7° 13′ O
Kfz-Kennzeichen: BO
Gemeindeschlüssel: 05 9 11 000
NUTS: DEA51
UN/LOCODE: DE BOM
Stadtgliederung: 6 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Willy-Brandt-Platz 2–6
44787 Bochum
Website: www.bochum.de
Politik
Oberbürgermeisterin: Ottilie Scholz (SPD)
Schulden: 874,2 Mio. € (31. Dez. 2006)
Bevölkerung
Arbeitslosenquote: 10,7 % (Januar 2008)
Ausländeranteil: 8,86 % (31.10.2006)
Geschlechterverteilung: weiblich 51,78 %,

männlich 48,22 %

Altersstruktur:
0–18 Jahre: 15,9 %
18–65 Jahre: 64,7 %
ab 65 Jahre: 19,4 %
Lage
Lage in NRW

Die Stadt Bochum [ˈboːχʊm] (westfälisch: Baukem) ist das Zentrum des mittleren Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg ist eines der vier Oberzentren des Ruhrgebiets und ist mit rund 380.000 Einwohnern die sechstgrößte Stadt des Landes, die zweitgrößte Westfalens und unter den 20 größten Städten der Bundesrepublik Deutschland. Bochum ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt 1905 die 100.000-Grenze und machte Bochum zur Großstadt.

In Bochum befinden sich sechs Hochschulen, darunter die Ruhr-Universität, mit über 30.000 Studierenden eine der größten Universitäten Deutschlands. Überregional bekannt sind das Deutsche Bergbaumuseum, das Schauspielhaus, das Planetarium, das Deutsche Eisenbahnmuseum und das erfolgreichste Musical der Welt, Starlight Express.

Nach dem Niedergang des Bergbaus entwickelte sich Bochum zu einer Dienstleistungsmetropole. Ferner gibt es hier verschiedene Bergbauinstitutionen. Der Bochumer Verein schrieb ab 1842 Industriegeschichte, als es dem Unternehmen gelang, Stahl in Formen zu gießen. Das erste Produkt der Firma waren Glocken aus diesem Werkstoff. Eine 15.000 kg schwere Glocke vor dem Bochumer Rathaus erinnert an diese Epoche.

Inhaltsverzeichnis

Bearbeiten Geographie

Bearbeiten Geografische Lage

Bochum liegt auf dem flachhügeligen „Bochumer Landrücken“ als Teil der Ruhrhöhen zwischen den Flüssen Ruhr und Emscher an der Grenze zwischen südlicher und nördlicher Ruhrkohlezone. Der höchste Punkt im Stadtgebiet liegt in der Kemnader Straße und misst 196 m ü. NN, der niedrigste Punkt liegt am Blumenkamp in Hordel und misst 43 m ü. NN.

Flachhügeliger Landrücken bedeutet, dass die Geländeform in Bochum durch gleichmässige Steigungen und Gefälle, die selten mehr als 3% betragen, geprägt ist. Der Straßenverlauf entspricht dieser Geländeform, es werden in Bochum keine Tunnels zur Überwindung von bergigen Landschaftsabschnitten benötigt. Einzelne steilere Streckenabschnitte sind beispielsweise am Harpener Hellweg beim NSG Berghofer Holz (3,4%), auf der Westenfelder Str. im Stadtbezirk Wattenscheid (3,47%) oder auf der Kemnader Str., die vom Ruhrufer in Stiepel (71 m ü. NN) aufwärts zur Ortsmitte von Stiepel (196 m ü. NN; 5,1% Steigung) führt, zu finden. Auch andere Wege, die vom tiefer gelegenen Ruhrtal durch die zum Bochumer Süden gehörenden Orte führen, weisen als Ausnahme eine erhöhte Steigung auf (beispielsweise Kassenberger Str. und Dr.-C.-Otto-Str. in Dahlhausen, Blankensteiner Str. in Sundern).

Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,0 km und in West-Ost-Richtung 17,1 km. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 67,2 km.

Bearbeiten Geologie

Prägend sind die Sedimentgesteine aus Karbon und Kreide. Die geologischen Schichten können im ehemaligen Steinbruch der Zeche Klosterbusch und im Geologischen Garten Bochum besichtigt werden.

Bearbeiten Gewässer

Zu den Gewässern zählen neben der Ruhr unter anderem Ölbach (mit seinen Zuflüssen Gerther Mühlenbach, Harpener Bach und Langendreer Bach) und der Lottenbach. Weitere Fließgewässer sind Hörsterholzer Bach, Knöselbach und andere. Zum Einzugsbereich der Emscher zählen der Maarbach und der Ostbach.

Bearbeiten Vegetation

Bochum besitzt im Süden einige Wälder, darunter das Weitmarer Holz. In der Regel handelt es sich um Eichen-Buchen-Mischwald. Das Vorkommen der Stechpalme weist auf das gemäßigte Klima hin.

Bearbeiten Nachbargemeinden

Folgende Städte grenzen an die Stadt Bochum (beginnend im Norden im Uhrzeigersinn):
Herne (kreisfreie Stadt), Castrop-Rauxel (Kreis Recklinghausen), Dortmund (kreisfreie Stadt), Witten und Hattingen (beide Ennepe-Ruhr-Kreis) sowie Essen und Gelsenkirchen (beides kreisfreie Städte)

Bearbeiten Stadtgliederung

Fußgängerzone in der Innenstadt mit Nachbau der

Fußgängerzone in der Innenstadt mit Nachbau der “Drehscheibe”(Heuerampel)

Das Stadtgebiet Bochum besteht aus 6 Stadtbezirken. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Stadtbezirke sind in „statistische Bezirke“ unterteilt. Die meisten hiervon waren früher einmal selbständige Gemeinden und verloren ihre Selbständigkeit durch Eingemeindung. Die statistischen Bezirke werden mit einer zweistelligen arabischen Zahl gekennzeichnet.

  • Stadtbezirk Mitte: 10 Grumme, 11 Gleisdreieck, 13 Altenbochum, 14 Südinnenstadt, 15 Kruppwerke, 16 Hamme, 17 Hordel, 18 Hofstede, 19 Riemke
  • Stadtbezirk Wattenscheid: 24 Günnigfeld, 25 Wattenscheid-Mitte, 26 Leithe, 27 Westenfeld, 28 Wattenscheid-Höntrop, 29 Eppendorf
  • Stadtbezirk Nord: 36 Bergen/Hiltrop, 37 Gerthe, 38 Harpen/Rosenberg, 39 Kornharpen/Voede-Abzweig
  • Stadtbezirk Ost: 46 Laer, 47 Werne, 48 Langendreer, 49 Langendreer-Alter Bahnhof
  • Stadtbezirk Süd: 53 Wiemelhausen/Brenschede, 54 Stiepel, 55 Querenburg
  • Stadtbezirk Südwest: 63 Weitmar-Mitte, 64 Weitmar-Mark, 65 Linden, 66 Dahlhausen

Siehe auch: Stadtteile in Bochum

Bearbeiten Geschichte

Bochum 1790

Bochum 1790

Bochum um 1830

Bochum um 1830

Bochum 2007

Bochum 2007

Das Löwendenkmal Bochum

Das Löwendenkmal Bochum

Archäologische Funde zeugen von einer sesshaften Besiedlung des heutigen Bochumer Stadtgebiets in der späten Jungsteinzeit im Bereich des Ölbachs.

Der 890 erstmals genannte Ort wurde 1041 in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe unter dem Namen Cofbuokheim erstmalig urkundlich erwähnt. 1321 verlieh Graf Engelbert II. von der Mark Bochum die Stadtrechte. Bochum blieb – trotz schon für das 14. Jahrhundert beziehungsweise für 1502 belegten Steinkohlenschürfens beziehungsweise -tagebaus – bis ins 19. Jahrhundert hinein ein Ackerbaustädtchen mit einigen überörtlichen Behörden, zu denen 1738 ein Bergamt kam.

Bis 1806 gehörte die Stadt zur preußischen Grafschaft Mark, dann bis 1813 zum Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, anschließend vorübergehend zum preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. 1815 kam die Stadt zu Preußen und wurde der Provinz Westfalen zugeordnet. 1817 wurde die Stadt Bochum Sitz eines Landkreises, aus dem sie jedoch 1876 ausschied (kreisfreie Stadt). Der Kreis Bochum bestand noch bis 1929 und wurde dann aufgelöst.

1832 begann mit dem Übergang vom Tagebau zum Untertagebau die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Ab 1837 wurden die Grundlagen für die Schwerindustrie geschaffen (Bochumer Verein, Friedrich Krupp AG). 1860 erhielt Bochum Anschluss an die Bahnstrecke Witten/Dortmund–Oberhausen/Duisburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft, 1874 folgte die Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, beide wurden ab 1880 verstaatlicht. 1905 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte.

Am 9. November 1938, in der sogenannten Reichspogromnacht, kam es auch in Bochum zu Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger, die Synagoge wurde in Brand gesteckt. Die ersten jüdischen Bürger wurden in die Konzentrationslager verschleppt und zahlreiche jüdische Einrichtungen und Wohnungen zerstört. Etwa 500 jüdische Bürger sind namentlich bekannt, die in den folgenden Jahren bei der Shoa umkamen, darunter 19, die jünger als 16 Jahre alt waren. Im Dezember 1938 begann die jüdische Volksschullehrerin Else Hirsch mit der Organisation von insgesamt zehn Kindertransporten in die Niederlande und nach Großbritannien, um jüdische Kinder und Jugendliche zu retten. Auch viele Bochumer Kinder anderer verfolgter Gruppen wurden von niederländischen Familien aufgenommen und so vor Verschleppung und Ermordung geschützt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt durch Bombenangriffe zu 38 Prozent zerstört.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, gehörte Bochum zur Britischen Besatzungszone. Von der britischen Militärverwaltung wurden in Bochum zwei DP-Lager eingerichtet zur Unterbringung so genannter Displaced Persons. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich Bochum zu einem Kulturzentrum des Ruhrgebietes. 1962 eröffnete, unter anderem auf dem ehemaligen Zechengelände der Zeche Dannenbaum, die Adam Opel AG, eine Tochter von General Motors, in den Stadtteilen Laer und Langendreer die drei Opelwerke, die zum Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet wurden.

1964 wurde im Stadtteil Harpen der Ruhr-Park fertiggestellt, das zweite Einkaufszentrum „auf der grünen Wiese“ in der Bundesrepublik und heute das größte seiner Art in Deutschland. 1973 schloss die letzte Bochumer Zeche (Zeche Hannover). Neben ausgedehnten industriellen Zonen entstanden große durchgrünte, zum Teil fast ländlich wirkende Bereiche, die unter anderem bis zur Ruhr und zum Kemnader Stausee (Freigabe 1980) reichen. 1979 fand die Eröffnung der ersten Stadtbahn-Strecke und des Ruhrstadions statt.

Seit 1919 ist Bochum Theater- und seit 1965 Universitätsstadt (Ruhr-Universität mit rund 33.000 Studierenden), seit 1988 auch Musical-Stadt. Am 12. Juni 1988 eröffnete die deutschsprachige Musicalproduktion „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber am Stadionring in Bochum.

1989 nahm die Stadtbahnlinie U 35 von Bochum Hauptbahnhof nach Herne Schloss Strünkede den Betrieb auf. 1993 schlossen sich die Städte Bochum, Hattingen, Herne und Witten zur Region Mittleres Ruhrgebiet zusammen. Im Jahre 2003 wurde das Veranstaltungszentrum RuhrCongress eingeweiht. 2004 kam es bei den Werken der Adam Opel AG zu Arbeitsniederlegungen. Im Jahre 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen.

Siehe Hauptartikel Geschichte der Stadt Bochum

Bearbeiten Eingemeindungen

Die Phasen der Eingemeindungen in das Bochumer Stadtgebiet

Die Phasen der Eingemeindungen in das Bochumer Stadtgebiet

  • 1904 erfolgen die ersten Eingemeindungen: Grumme, Hamme, Hofstede und Wiemelhausen
  • 1926 zweite Eingemeindung: Altenbochum, Bergen, Hordel, Riemke, Weitmar sowie Teile von Eppendorf und Westenfeld werden eingegliedert. In die benachbarte Stadt Wattenscheid werden die Gemeinden Munscheid, Eppendorf, Günnigfeld, Höntrop, Westfälisch Leithe, Sevinghausen und Westenfeld sowie ein kleiner Teil von Königssteele eingemeindet.
  • 1929 dritte große Eingemeindung: Gerthe, Harpen, Hiltrop, Laer, Langendreer, Linden-Dahlhausen, Querenburg, Stiepel und Werne werden eingegliedert
  • 1975 mit der Vereinigung mit der seit 1926 kreisfreien Stadt Wattenscheid zur neuen „Stadt Bochum“ erreicht das Stadtgebiet seine heutige Ausdehnung

Bearbeiten Einwohnerentwicklung

Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Bochum

1904 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bochum die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1926 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Am 1. Januar 1975 erreichte die Bevölkerungszahl durch die Eingemeindung der Stadt Wattenscheid (81.469 Einwohner 1974) mit 417.336 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Bochum nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 385.626 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern), bis 2025 wird sie laut Prognose des Landesamtes auf 359.300 zurückgehen.

Bearbeiten Religionen

Bearbeiten Christliche Kirchen

Propstei St. Peter und Paul

Propstei St. Peter und Paul

ev. Pauluskirche

ev. Pauluskirche

Ökumenische Kirche an der Universität, Ev. Apostelkirche im Obergeschoss, Kath. Kirche St. Augustinus im Untergeschoss

Ökumenische Kirche an der Universität, Ev. Apostelkirche im Obergeschoss, Kath. Kirche St. Augustinus im Untergeschoss

Bearbeiten Römisch-Katholische Kirche

Bochum gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Kölner Dompropstes unterstellt. Um 1570 fasste die Reformation Fuß. Doch dauerte es noch bis 1613, als sich die lutherische Gemeinde von der katholischen Gemeinde trennte. Ab 1634 entstand auch eine reformierte Gemeinde. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch, doch gab es stets auch Katholiken, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. 1821 wurde sie dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Bochum wurde Sitz eines Dekanats, das später in die Dekanate Bochum-Mitte, Bochum-Süd und Bochum-Ost unterteilt wurde. Vom 31. August bis zum 4. September 1949 fand in Bochum der 73. Deutsche Katholikentag unter dem Motto „Gerechtigkeit schafft Frieden“ statt. 1958 wurde Bochum dem neu gegründeten Bistum Essen angegliedert. Die Zisterzienser errichteten das Kloster Stiepel. Die Pfarrgemeinden Bochums gehören heute zum Stadtdekanat Bochum bzw. Wattenscheid.

Bearbeiten Umstrukturierung des Bistums Essen

Neue Pfarrei-Struktur in Bochum

Bis zum 31. Dezember 2008 sollen nach den Plänen des Bischofs von Essen alle Bochumer Pfarrgemeinden einschließlich der Urpfarrei St. Peter und Paul aufgelöst werden und im Stadtgebiet vier Großpfarreien entstehen:

  • St. Peter und Paul (für die Stadtteile: Innenstadt, Ehrenfeld, Hamme, Hordel, Hofstede, Riemke und Grumme)
  • Liebfrauen, Altenbochum (für die Stadtteile: Altenbochum, Langendreer, Laer, Werne, Gerthe, Harpen und Hiltrop)
  • St. Franziskus, Weitmar (für die Stadtteile: Weitmar, Linden, Dahlhausen, Wiemelhausen, Querenburg, Hustadt und Steinkuhl)
  • St. Gertrud (für ganz Wattenscheid)

für die Gesamtübersicht der Gemeindekirchen, Filialkirchen und „weiteren Kirchen“ siehe auch Bistum Essen.

Die Zisterzienser-Klosterpfarrei St. Marien in Stiepel bleibt als eigenständige Gemeinde bestehen und wird nicht in die neue Struktur des Bistums Essen eingegliedert.

Bearbeiten Protestantische Kirchen, Freikirchen und Religiöse Gemeinschaften

Die protestantischen Gemeinden Bochums kamen mit dem Übergang der Stadt an Preußen zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Bochum wurde Sitz einer Superintendentur, aus welcher der heutige Kirchenkreis Bochum innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen hervorging. Dieser umfasst insgesamt 22 evangelische Kirchengemeinden innerhalb der Stadt Bochum.

Neben den evangelischen und römisch-katholischen Gemeinden in Bochum gibt es auch noch verschiedene Freikirchen, darunter die Gemeinde der Christen Ecclesia, die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Freie Evangelische Gemeinden, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) – zwei Gemeinden –, den Freikirchlichen Bund der Gemeinde Gottes und die Jesus Freaks. Auch die Neuapostolische Kirche und die Christengemeinschaft, sowie die Jehovas Zeugen sind in Bochum vertreten.

Bearbeiten Jüdische Gemeinde

Am 14. November 2005 wurde im Beisein des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, der Grundstein für die neue Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen an der Castroper Straße gelegt. In den offiziellen Grundstein legte Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz neben einer aktuellen Tageszeitung einen silbernen Stadtbarren als Erinnerung an den Tag. Die Einweihung der Synagoge erfolgte am 16. Dezember 2007.

Bearbeiten Islamische Gemeinde

Infolge der vorwiegend türkischen Einwanderung im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts entstanden fünf islamische Gemeinden in Bochum. Gebetshäuser finden sich an der Schmidtstraße und Maximilian-Kolbe-Straße, sowie an der Humboldtstraße, der Essener und der Dibergstraße.

Bearbeiten Politik

An der Spitze der Stadt stand zunächst der gräfliche Stadtschultheiß der Grafschaft Mark. Doch ist bereits seit 1321 ein Rat nachweisbar, dem 2 Bürgermeister und 6 Ratsmänner („Ratsfreunde“) angehörten. Die Bürgermeister wurden bis 1744 jährlich gewählt. Ab 1731 gab es einen „worthaltenden Bürgermeister“, der die Gesamtleitung der Stadt hatte und einen 2. Bürgermeister, der für Polizeiangelegenheiten und das Marktwesen zuständig war. Daneben gab es 3 Senatoren, für Bau- und Wohnungswesen, für Feuerwesen und für die Kämmerei. Zwischen 1714 und 1765 wurde der Rat von der preußischen Regierung ernannt. Danach wurde er wieder gewählt. In französischer Zeit stand ein Maire, ab 1815 ein Bürgermeister an der Spitze der Stadt. 1843 wurde die Landbürgermeisterei Bochum abgetrennt und in der Stadt die revidierte Städteordnung eingeführt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Bochum wurde Verwaltungssitz des NS-Gaus Westfalen-Süd. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1994 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister – hauptamtlich

  • 1743–1772: Gerhard Wilbrand Lennich
  • 1772: Johann Conrad Jacobi
  • 1773–1817: Georg Friedrich Jacobi
  • 1817–1835: Caspar Heinrich Steelmann
  • 1835–1842: Heinrich von Lüdemann
  • 1842–1873: Max Greve
  • 1874–1876: Richard Karl Adalbert Prüfer

Oberbürgermeister – hauptamtlich

  • 1877–1891: Dr. Carl Bollmann
  • 1892–1899: Karl Hahn
  • 1900–1925: Fritz Wilhelm Georg Graff
  • 1925–1933: Dr. Otto Ruer (parteilos)
  • 1933–1943: Dr. Otto Leopold Piclum (NSDAP)
  • 1944–1945: Friedrich Hesseldieck (NSDAP)
  • 1945: Ferdinand Bahlmann (kommissarisch)
  • 1945–1946: Dr. Franz Geyer

Oberbürgermeister – ehrenamtlich

  • 1946: Tilmann Beckers (von der britischen Militärregierung nicht anerkannt)
  • 1946–1952: Willi Geldmacher (SPD)
  • 1952–1969: Fritz Heinemann (SPD)
  • 1969–1975: Fritz Claus (SPD)
  • 1975–1994: Heinz Eikelbeck (SPD)

Oberbürgermeister – hauptamtlich

  • 1994–2004: Ernst-Otto Stüber (SPD)
  • 2004 bis heute: Dr. Ottilie Scholz (SPD)

Oberstadtdirektoren

  • 1946: Dr. Franz Geyer (von der britischen Militärregierung nicht anerkannt)
  • 1946–1951: Dr. Franz Schmidt
  • 1952–1976: Dr. Gerhard Petschelt (SPD)
  • 1976–1990: Herbert Jahofer (SPD)
  • 1990–1993: Dieter Bongert (SPD)
  • 1993–1994: Dr. Burkhard Dreher

Der Rat der Stadt hat derzeit 76 Mitglieder. Diese verteilen sich seit der Kommunalwahl von 2004 wie folgt:

Flagge von Bochum

Flagge von Bochum

Partei Sitze (2004)
SPD 31
CDU 25
Grüne 9
FDP 3
UWG 3
PDS 3
Soziale Liste 2

Bearbeiten Wappen

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Bochum

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Bochum

Das Wappen der Stadt Bochum zeigt in Blau einen in drei Reihen weiß-rot geschachteten Balken, belegt mit einem stehenden schwarzen Buch mit goldenem Schnitt, silberner Deckelprägung und zwei silbern verzierten schwarzen Schließen. Die Stadtfarben sind blau-weiß. Das heutige Wappen wurde nach der jüngsten Vergrößerung des Stadtgebiets 1975 angenommen, wobei der rot-weiße Balken aus dem alten Wattenscheider Wappen entnommen wurde. Das alte Bochumer Wappen zeigte lediglich das Buch ohne den weiß-roten Balken. Es wurde von einer Stadtmauer gekrönt. Dieses Wappen war 1913 amtlich festgelegt und 1953 durch die Hauptsatzung der Stadt bestätigt worden, wobei es bereits in den Siegelabdrucken aus dem 14. Jahrhundert zu sehen ist.[2] Die Herkunft des Buches als Wappensymbol ist jedoch nicht bekannt. Es wurde gelegentlich auch als „redendes Wappen“ bezeichnet, weil man annahm, der Stadtname Bochum komme vom Wort Buch. Dies konnte jedoch nicht bestätigt werden.

Bearbeiten Städtepartnerschaften

Bochum unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Sheffield (Vereinigtes Königreich), seit 1950
Oviedo (Spanien), seit 1980
Donezk (Ukraine), seit 1987
Nordhausen, seit 1990
Xuzhou (China), seit 1994 (Wirtschaftsbezogene Städtepartnerschaft)

Bochum ist auch Patenstadt des ehemaligen Landkreises Neidenburg im früheren Ostpreußen. Seit 1990 trägt die Boeing 747-400 der Lufthansa mit der Registrierung D-ABVD den Taufnamen Bochum in alle Welt.

Bearbeiten Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bearbeiten Theater

Schauspielhaus Bochum

Schauspielhaus Bochum

Die Bochumer Kammerspiele

Die Bochumer Kammerspiele

Bochum verfügt über 20 Theaterspielstätten (Comödie Bochum, Constantin Musik Theater, Der Zauberkasten, Deutsches Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, Figurentheater-Kolleg, Freilichtbühne Wattenscheid, Jahrhunderthalle, Musisches Zentrum der Ruhr-Universität Bochum, Prinz-Regent-Theater, Stadtteilladen Regenbogen, RuhrCongress Bochum, Schauspielhaus Bochum, Stadthalle Wattenscheid, Starlight Express, Thealozzi-Kulturhaus, Theater der Gezeiten im Theaterhaus Ecce Homo, Theater Thespis, TheaterTotal, Varieté Et cetera, Waldbühne Höntrop)

  • Schauspielhaus Bochum – In einem 1908 gebauten ehemaligen Varietétheater eröffnete 1915 das städtische Theater. Während des Ersten Weltkriegs gastierte dort die städtische Bühne aus Düsseldorf. Schon bald machte sich das Theater als Shakespeare-Bühne einen Namen. Im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört, entstand auf den alten Fundamenten bis 1954 das heutige Bochumer Schauspielhaus, das auch architektonisch bemerkenswert ist (Architekt: Gerhard Graubner).

Das Theater in Bochum ist nicht zuletzt wegen seiner Intendanten berühmt.

  1. Saladin Schmitt (1919–1949)
  2. Hans Schalla (1949–1972)
  3. Peter Zadek (1972–1979)
  4. Claus Peymann (1979–1986)
  5. Frank-Patrick Steckel (1986–1995)
  6. Leander Haußmann (1995–2000)
  7. Matthias Hartmann (2000–2005)
  8. Elmar Goerden (seit 2005)
  • Starlight Express – Seit 1988 ist das Musical ein Publikumsmagnet in Bochum.
  • Jahrhunderthalle – Die Jahrhunderthalle ist eine der Hauptspielstätten der RuhrTriennale.

Bearbeiten Museen

Deutsches Bergbaumuseum

Deutsches Bergbaumuseum

Kunstmuseum Bochum

Kunstmuseum Bochum

Die Stadt Bochum beherbergt über zwölf Museen: Bauernhausmuseum bei Haus Kemnade, Deutsches Bergbaumuseum, Eisenbahnmuseum Dahlhausen, Heimatmuseum Helfs Hof, Kunstsammlungen und Antikenmuseum der Ruhr-Universität, Medizinhistorische Sammlung der Ruhr-Universität Bochum, Museum Bochum – Kunstsammlung, Schulmuseum, Situation Kunst, Telefonmuseum, Zeche Hannover (mit Zeche Knirps) Westfälisches Industriemuseum, Brauereimuseum Fiege, Heimatmuseum Eppendorf.

Museum Bochum – Kunstsammlung: Das Museum Bochum wurde 1960 in der Villa Marckhoff eröffnet. 1983 fand mit einem Neubau der dänischen Architekten Bo und Wohlert eine Erweiterung statt. Die Sammlung umfasst zum einem deutsche Kunst nach 1945 und zum anderen internationale Kunst des 20. Jahrhunderts. Das Museum liegt gegenüber dem südlichen Hauptzugang zum Stadtpark Bochum.

Deutsches Bergbaumuseum: Das Deutsche Bergbau-Museum wurde im Jahre 1930 von der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der Stadt Bochum gegründet. Es ist zudem das Zentrum der Montangeschichtsforschung in Deutschland. Das 1974 von der Dortmunder Zeche „Germania“ hierher translozierte Fördergerüst über dem Museum ist mittlerweile zum weithin sichtbaren Wahrzeichen der Stadt geworden. Es besteht für Besucher die Möglichkeit, von zwei Aussichtsplattformen in 50 m und in 62 m Höhe einen Blick über die Stadt zu werfen. In 20 Hallen werden zahlreiche Objekte aus der Bergbaugeschichte ausgestellt. Unter dem Museum befindet sich in einer Tiefe zwischen 17 und 22 das Anschauungsbergwerk. Auf einer Strecke von 2,5 km wird die Technik des Steinkohlen- und Eisenerzbergbaus bis in die neueste Zeit dargestellt.

Heimatstube Langendreer: Die Heimatstube Langendreer befindet sich im Keller des Amtshauses in Langendreer. Vielleicht ist die Bezeichnung Museum nicht ganz zutreffend, aber die beiden Gründer Friedhelm Vielstich und Heinz-Richard Gräfe haben hier eine interessante Sammlung zur Geschichte im Bochumer Osten zusammengetragen. Hier findet man Fotos, Fahnen, Dokumente, Uniformen, Exponate aus den verschiedenen Epochen sowie weitere Interessante Stücke zu “Ihrem” Stadtteil.

Bearbeiten Künstler-Dokumentationsstätte

Das Schlieker-Haus würdigt das Leben und Wirken des Informel-Künstlers Hans-Jürgen Schlieker (1924–2004).

Bearbeiten Musik

Das 1919 gegründete Orchester der Stadt Bochum hat sich im Laufe seiner Geschichte zu einem der wichtigsten Konzertklangkörper im Westen Deutschlands entwickelt. Seit 1994 wirkt Steven Sloane als Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker. In einem der Spielstätten, dem Audimax der Ruhr-Universität Bochum, befindet sich auch eine der modernsten Orgeln aus der Orgelmanufaktur Klais mit 82 Registern.

Seit 1986 findet in der Bochumer Innenstadt das Rockfestival Bochum Total statt. Mittlerweile ist es mit 900.000 Zuschauern eine der größten Musikveranstaltungen Europas. Die Loveparade wird voraussichtlich im Jahr 2009 in Bochum stattfinden.

Bearbeiten Kino

In Bochum gibt es zehn Kinos, unter anderem:

  • UCI Kinowelt Ruhr-Park (Multiplex)
  • Union Kino Bochum
  • Märkisches Kino – Stadthalle Wattenscheid
  • Metropolis Filmtheater
  • Endstation, Kino im Bahnhof-Langendreer
  • Casablanca Kino
  • Bofimax Bochum
  • Fiege KinoOpenAir (im Sommer)

Bearbeiten Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten im Ruhrgebiet

Die 15.000 kg schwere Gussstahlglocke vor dem Bochumer Rathaus

Die 15.000 kg schwere Gussstahlglocke vor dem Bochumer Rathaus

Bochumer Rathaus

Bochumer Rathaus

  • Rathaus Bochum – Mit dem Bau des Rathauses wurde 1926 begonnen. Im Jahr 1927 erfolgte die Grundsteinlegung und am 20. Mai 1931 die Eröffnung. Das Gebäude besitzt einen weitgehend symmetrischen Grundriss. In der Symmetrieachse des Ratshofes liegt der Saalbau mit Nebenhöfen an beiden Seiten. Die Außenseite ist schlicht gehalten und das Eingangsportal sowie der zweistöckige Vorbau an der rechten Front sind die einzigen Fassaden-Schmuckelemente. Der Sockel des Gebäudes besteht aus hartem Granitstein, für die Fassade wurde Muschelkalk verwendet und für das Dach Schiefer. In den Fluren und Repräsentationsräumen kamen Marmor, Bronze und dunkle Holztäfelungen zum Einsatz. Der Rathausbau kostete die für damalige Verhältnisse große Summe von 9,25 Millionen Reichsmark. Weitere Elemente des Innenhofs sind der Glockenturm und die aus Travertin und Bronze hergestellten Brunnen. Einer ist Fortuna gewidmet und mit symboltragenden Putten verziert: Ehering und Pantoffel stehen für Eheglück, der Apfel symbolisiert Fruchtbarkeit, das leere Portemonnaie Optimismus und Seifenblasen die Illusion. Das Glockenspiel besteht aus 28 Gussstahlglocken mit einem Gesamtgewicht von 2300 Kilogramm, jede zwischen 375 und 4 Kilogramm. Es handelt sich dabei um das erste aus Gussstahl hergestellte Glockenspiel der Welt. Die Glocke vor dem Rathaus war 1867 als größte von vier Glocken eine Attraktion auf der Weltausstellung in Paris. Gegossen wurde sie vom Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation AG. Sie stand bis 1979 als Denkmal auf dem Werksgelände. Die Firma Krupp übereignete sie 1979 der Stadt. Bei einem Durchmesser von 3,13 Metern hat sie ein Gewicht von 15.000 Kilogramm. Da sie im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde, kann sie nicht mehr geläutet werden.
Terminal – Skulptur von Richard Serra am Hauptbahnhof

Terminal – Skulptur von Richard Serra am Hauptbahnhof

  • Propsteikirche St. Peter und Paul – Die Propsteikirche ist die älteste Kirche Bochums. Bereits zwischen 785 und 800 wurde von Kaiser Karl dem Großen auf dem Gelände ein Reichshof angelegt und seitdem mehrfach umgebaut. Im Innern der Propsteikirche sind zahlreiche Kunstwerke aus verschiedenen Epochen zu sehen. Hervorzuheben sind der romanische Taufstein aus der Zeit um 1175, der Reliquienschrein der Heiligen Perpetua und ihrer Sklavin Felicitas, sowie der Hochaltar mit seiner Christusfigur aus dem Jahr 1352.
Christuskirche

Christuskirche

  • Pauluskirche – Protestanten und Katholiken hatten sich nach der Reformation zunächst lange und nicht immer einvernehmlich die einzige Kirche Bochums, die heutige katholische Propsteikirche, geteilt. 1655 begann die lutherische Gemeinde mit Bau eines eigenen Gotteshauses. Das schlichte Renaissancegebäude wurde bis 1659 mit Spenden aus Holland, Schweden, Kurland und Dänemark errichtet. Ihren Namen erhielt die Pauluskirche erst nach 1874, als die Christuskirche am Rathaus gebaut worden war. Die Pauluskirche brannte infolge eines Bombenangriffs am 12. Juni 1943 bis auf die Außenmauern nieder, wurde aber nach dem Krieg wieder aufgebaut, dabei erhielt das Gebäude sein heutiges, einer mittelalterlichen Dorfkirche entsprechendes Aussehen. Um die Pauluskirche im Stadtbild besser zur Wirkung zu bringen, wurde ihr Turm 1949 erhöht, ein kleiner Platz geschaffen und die unmittelbare Nachbarbebauung niedrig gehalten. Die modernen Fenster im Altarraum, um 1960 geschaffen vom Bochumer Künstler K. Willy Heyer, zeigen die drei Stationen der Wandlung des Saulus zum Paulus, dem Namenspatron der Kirche. 1974 wurde der Innenraum erneut nach Plänen von Kurt Peter Kremer umgestaltet.
  • Das Mahnmal des Friedens neben der Kirche, die sogenannte »Trauernde Alte«, stammt von dem Kölner Bildhauer Gerhard Marcks. Es soll an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und an den Bombenangriff auf Bochum am 4. November 1944 erinnern. Das Denkmal wurde 1955 enthüllt und ist aus Basaltlava gehauen. Dargestellt ist eine alte Frau, die – wohl vergeblich – nach jemandem ausschaut hält.
  • Christuskirche Bochum – Die Christuskirche (errichtet 1877–1878) wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf den Turm zerstört. Der Architekt Dieter Oesterlen fügte in den 1950er Jahren einen modernen Kirchenneubau hinzu.
  • Marienkirche – Mit ihrem ungefähr 70 Meter hohen neugotischen Spitzhelm dominiert die Kirche (erbaut von 1868 bis 1872), die sich unmittelbar an den Stadtkern anschließende Stadterweiterung nach Westen. Im Mai 2000 wurde kirchenintern bekannt, dass die Verantwortlichen der Gremien der St. Marien-Kirche Bochum-Mitte, Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat unter Pfarrer Gerhard Schürmann (Pfarrei St. Meinolphus & Mauritius), den Abriss des altehrwürdigen Gotteshauses beschlossen hatten. Das letzte Hochamt in der Pfarrkirche fand am 22. September 2002 statt. Seitdem steht das Gebäude leer, die wertvollen Wandmosaiken der Turmnischen wurden einfach abgeschlagen und sind dabei zum größten Teil zerbrochen, die farbigen Glasfenster wurde ausgebaut. Das weitere Schicksal der Kirche ist ungewiss.
Zeiss-Planetarium

Zeiss-Planetarium

  • Zeiss Planetarium Bochum – Das Planetarium befindet sich in an der Castroper Straße in Bochum. Das Gebäude hat einen Durchmesser von rund 20 Metern und eine Projektionsfläche von etwa 600 m². Kernstück der Anlage ist der Planetar. Das erste Gerät dieser Art in Europa hat im April 2000 in Bochum seinen Dienst angetreten. Das Planetarium bietet mehrere unterschiedliche Programme an, auch speziell für Schulklassen.
Sternwarte, das „Kap Kaminski“

Sternwarte, das „Kap Kaminski“

  • Sternwarte Bochum – Die Sternwarte im Stadtteil Sundern bietet freitags zwischen 19:30 und 21:30 die Möglichkeit zur Sternbeobachtung. Hierfür stehen zahlreiche Teleskope zur Verfügung.
  • Jahrhunderthalle – Die „Jahrhunderthalle“ wurde als Ausstellungshalle des Bochumer Vereins für die Düsseldorfer Gewerbeausstellung 1902 gebaut und anschließend als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins wiederverwendet. Sie wurde mehrfach erweitert, der Name Jahrhunderthalle bezeichnet heute das gesamte Bauwerk, das sich über eine Fläche von 8900 m² erstreckt. Seit ihrer Sanierung wird die Halle für Veranstaltungen genutzt, wie etwa die RuhrTriennale. Mittlerweile ist sie das Zentrum des neuen Westparks. Der Westpark wurde im ersten Bauabschnitt 1999 eröffnet und soll bis Ende 2006 fertig gestellt werden. Die im Rat vertretenden Fraktionen diskutieren seit längerem kontrovers darüber, ob sich die Stadt Bochum momentan den Bau eines Konzerthauses für die Bochumer Symphoniker nach einem Entwurf von Thomas van den Valentyn in unmittelbarer Nachbarschaft der Jahrhunderthalle finanziell leisten kann.
Kuhhirte

Kuhhirte

  • Kuhhirten-Denkmal – Das zwischen Propsteikirche St. Peter und Paul und Pauluskirche stehende Denkmal zeigt Fritz Kortebusch mit seinem Hund, den letzten Kuhhirten von Bochum, der das Vieh der Bürger auf die Vöde (städtisches Weideland) trieb. Die Originalfigur von 1908 wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1962 wurde eine Neufassung angefertigt. Siehe auch: Fritz Kortebusch.
  • Kemnader See – Dieser Stausee an der Ruhr dient vorwiegend der Wasserwirtschaft und der Naherholung.
  • Stiepeler Dorfkirche – Um 1008 wurde eine kleine Saalkirche erbaut. Der Bau wurde von Gräfin Imma von Stiepel, einer Verwandten von Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde, veranlasst. Zwischen 1130 und 1170 wurde die alte Kirche durch eine romanische Basilika ersetzt. Von dieser Kirche sind heute noch der Turm und das Mittel- und Querschiff erhalten. Von 1150 bis 1200 wurden zahlreiche romanische Wand- und Deckenmalereien im Innenraum der Kirche angefertigt.
  • Ruhr-Park – Der Ruhr-Park wurde im November 1964 eröffnet und in mehreren Bauabschnitten auf gegenwärtig etwa 126.000 m² erweitert. Er war das erste Einkaufszentrum dieser Art in Deutschland.
  • RewirpowerSTADION – Das ehemalige Ruhrstadion ist die Heimstätte des VfL Bochum, die zwischen März 1976 und Juli 1979 erbaut und mit einem Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 eingeweiht wurde. Das Stadion verfügt über 31.328 Zuschauerplätze, davon 15.639 Sitzplätze.
  • Eisenbahnmuseum Dahlhausen – Das Eisenbahnmuseum liegt auf dem Gelände des ehemaligen Eisenbahn-Betriebswerkes Bochum-Dahlhausen. Die Anlage wurde 1916–1918 errichtet. Da Ende der 1960er Jahre die Kohleförderung im südlichen Ruhrgebiet unrentabel wurde und die Zechen schlossen, somit auch der Bahnbetrieb in diesem Bereich zurückging, wurde das Betriebswerk überflüssig. Es wurde am 1. August 1969 als selbständige Dienststelle geschlossen und teilweise zurückgebaut. Die Güterwagenausbesserung wurde 1982 eingestellt. Die Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e.V. konnte die Anlagen ab dem Jahr 1968 schrittweise wieder in den Betriebszustand zurückversetzen und das Museum in der heutigen Form aufbauen.
Der Haupteingang des Friedhofes

Der Haupteingang des Friedhofes

  • Hauptfriedhof Freigrafendamm – Der im Stadtteil Altenbochum liegende Friedhof ist der größte der Stadt. Er wurde in den 1920er Jahren gärtnerisch geplant, die Hochbauten im Eingangsbereich wurden erst zwischen 1935 und 1939 errichtet. Das Eingangstor, die große und die kleine Trauerhalle sowie das Krematorium geben am deutlichsten den Baustil des Nationalsozialismus wieder. Im Zweiten Weltkrieg nutzte das Regime die Gebäude als Kulisse für die zentralen Trauerfeiern für die im Bombenkrieg umgekommen Bochumer Einwohner. Neben der Zivilbevölkerung und einer Reihe deutscher Soldaten wurden auf dem Friedhof insgesamt 1720 Zwangsarbeiter aus der ehemaligen Sowjetunion beerdigt, die im Krieg in erster Linie in der Rüstungsindustrie eingesetzt waren. An sie erinnert heute ein Mahnmal in Lateinischer und Kyrillischer Schrift.
  • Waldorfschule Langendreer, 1965. Das Gebäude ist europaweit der erste Schulbau, der im Stil der Organischen Architektur errichtet wurde. Er wurde Anfang der 1960er Jahre von dem Architekten Werner Seyfert und dem Künstler Wilfried Ogilvie entworfen. Der Architekt entwickelte auf Basis dieser Erfahrung weitere Waldorfschulen mit verschieden geformten Klassenräumen, je nach der Altersstufe der Schüler. Ein Ansatz, der bis heute nur in dieser Pädagogik angewendet wird.
  • Von den ursprünglich sechs bedeutendsten öffentlichen Bauwerken der östlichen Innenstadt, welche in der Zeit des Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg geplant wurden, stehen heute nur noch der Hauptbahnhof (1955 bis 1957, Architekt Heinz Ruhl), das Stadtwerkehochhaus (1952 bis 1955, Architekt Ferdinand Keilmann), die Berufschule für Jungen (1953 bis 1954) und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (1952 bis 1955, ebenfalls von F. Keilmann). Dagegen wurde das Stadtbad Bochum entgegen dem zuvor bestehenden Denkmalschutz 1998 abgerissen; einige Jahre zuvor war bereits das in die städtebauliche Gesamtplanung zählende Arbeitsamt zugunsten eines Hotelneubaus beseitigt worden.

Bearbeiten Sport

Überregionale Bedeutung im Sport hält Bochum durch die Fußballmannschaften des VfL Bochum und der SG Wattenscheid 09. Während aber der VfL seit 1971 relativ konstant in der ersten oder zweiten Bundesliga spielt, befindet sich die Sportgemeinschaft im Niedergang, der in der Saison 2006/07 im Abstieg aus der Oberliga gipfelte. Dies gilt jedoch nur für die erste Männer-Mannschaft, wohingehend die Damen in derselben Saison den Aufstieg in die 1. Bundesliga erreichten.

Darüberhinaus ist Bochum durch den deutschen Meister im Steeldart DSC Bochum, den vielfachen deutschen Meister im Billard DBC Bochum, die Handballerinnen von Teutonia Riemke, die Basketballer von BG Südpark, die deutschen Meister im Wasserball von SV Blau-Weiß Bochum, die Leichtathleten und Sportgymnastinnen des TV Wattenscheid 01 sowie die Bochum Cadets (Herren) und Bochum Miners (Frauen) bekannt, die im American Football erfolgreich sind.

Bearbeiten Gastronomie

Konrad-Adenauer Platz

Konrad-Adenauer Platz

Das Bermudadreieck ist mit 60 gastronomischen Betrieben das wichtigste Kneipenzentrum des Ruhrgebiets. Über drei Millionen Gäste besuchen die Kneipenmeile pro Jahr. Im Sommer kommen bis zu 30.000 Gäste pro Tag, bei großen Ereignissen wie dem Festival Bochum Total, das jährlich am ersten Wochenende der nordrhein-westfälischen Sommerferien stattfindet, kommen bis zu 400.000 Besucher pro Tag. Bochum ist Standort vieler Diskotheken und Kultureinrichtungen, zum Beispiel dem Kulturzentrum Bahnhof-Langendreer und der Zeche Bochum.

Das Rotlichtviertel der Stadt befindet sich am westlichen Rand der Innenstadt in der Nähe der Fertigungsstätten des Bochumer Vereins. Die dortigen Einrichtungen tragen im Volksmund die Bezeichnungen „Gurke“, „Eierberg“ oder auch derbe „Riemenwalzwerk“.

Bearbeiten Regelmäßige Veranstaltungen

  • März/April: Bochumer Orgeltage (Beginn: Ostermontag)
  • April: Maiabendfest
  • Mai: Figurentheater der Nationen
  • Juni: Rubissimo – Sommerfest der Ruhr-Universität
  • Juni: Ruhrgebiets-Amateurtheatertreffen
  • Juni: Kemnade international
  • Juni/Juli: VfL for Fun (Sommerfest des VfL Bochum)
  • Juni/Juli: Bochum Total (am ersten Wochenende der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen)
  • Juli/August: Sparkassen Giro Bochum (zwei Wochen nach Abschluss der Tour de France)
  • Juli/August: Bochum kulinarisch (letztes Wochenende der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen)
  • September: Open Flair (internationales Kabarett und Straßentheater)
  • Oktober: Oktobermarkt
  • Oktober /November: Bochumer Bachtage
  • Oktober/November: Ruhrgebiets-Antiquariatstag
  • November: Kinder- und Jugendtheatertage
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Bearbeiten Wirtschaft und Infrastruktur

Bearbeiten Verkehr

Bearbeiten Schiene/ÖPNV

Der denkmalgeschützte Bochumer Hauptbahnhof

Der denkmalgeschützte Bochumer Hauptbahnhof

Die Stadt ist über zahlreiche Eisenbahnverbindungen an die umliegenden Städte angeschlossen und hat insgesamt zehn Bahnhöfe bzw. Haltepunkte. Es verkehren sechs RegionalBahn- und RegionalExpresslinien sowie zwei S-Bahnlinien (S1, S3). Der Hauptbahnhof ist als einziger Bochumer Fernbahnhof regelmäßiger ICE- und IC-Halt der durch das Ruhrgebiet verlaufenden Linien. Hinzu kommt der kommunale Nahverkehr. In der Stadt gibt es eine größtenteils unterirdische Stadtbahn-Linie (U35 von Bochum Hustadt nach Herne Schloss Strünkede) sowie fünf Straßenbahnlinien, die in der Innenstadt ebenfalls unterirdisch fahren. Zahlreiche Buslinien werden durch die BOGESTRA im Rahmen des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) betrieben. Siehe auch: Stadtbahn Bochum

Bearbeiten Straße

Bochumer Ring im Bereich des Heusnerviertels

Bochumer Ring im Bereich des Heusnerviertels

Im Stadtgebiet von Bochum verlaufen die drei Bundesautobahnen A 40 (Dortmund – Venlo), A 43 (Münster – Wuppertal) und A 44 (Aachen – Kassel) sowie eine Stadtautobahn, der Bochumer Ring bzw. die ehemalige NS 7. Zudem durchqueren drei Bundesstraßen die Stadt: die Bundesstraße 51 (Osnabrück – Bochum – Bitburg), die B 226 (Hagen – Bochum – Gelsenkirchen) und die B 235 (Datteln – Bochum – Witten).

Derzeit ist eine Verbindung von A44 und A40 über die ehemalige NS 7 geplant, die sogenannte Opel-Spange. Nach derzeitiger Planung wird der entsprechende Abschnitt des Bochumer Rings zur Autobahn A441 hochgestuft werden. Darüberhinaus soll die A 40 bis Essen sechsspurig ausgebaut werden. Diese Pläne sind bereits seit den 1990er Jahren beschlossen, ursprünglich, um eine bessere Anbindung des Opel-Werks 1 im Stadtteil Laer an das Verkehrsnetz zu gewährleisten. Heute steht die Verbesserung des Ost-West-Transits durch das Ruhrgebiet im Vordergrund.

Bearbeiten Wasser

Als eine der wenigen Städte des Ruhrgebiets ist Bochum nicht direkt an das deutsche Bundeswasserstraßennetz angebunden. Eine Anbindung besteht über Herne im Norden an den Rhein-Herne-Kanal. Über die im Süden der Stadt gelegene Ruhr hat man mit kleineren Booten die Möglichkeit über Schleusen an den Rhein zu gelangen. Die Schifffahrt für die Industrie wurde schon lange eingestellt.

Bearbeiten Luft

Die nächstgelegenen, per Autobahn an das Stadtzentrum Bochum angebundenen, Flughäfen befinden sich in Dortmund (31 km), Essen/Mülheim (27 km) und Düsseldorf (47 km). Zum Flughafen in Düsseldorf besteht über ICE-, IC-, RE- und S-Bahnlinien eine direkte Verbindung. Weitere erreichbare Luftverkehrsanbindungen sind der Konrad-Adenauer-Flughafen in Köln, der Airport Weeze, der Flughafen Münster-Osnabrück sowie der Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Bearbeiten Ansässige Unternehmen

Firmenschild Deutsche Annington

Firmenschild Deutsche Annington

GEA Hauptverwaltung

GEA Hauptverwaltung

GLS Bank, Hauptverwaltung

GLS Bank, Hauptverwaltung

  • Bogestra (Hauptsitz) Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, lokaler Nahverkehrsbetrieb
  • Deutsche Annington Immobilien GmbH – Deutschlands größtes Immobilienunternehmen (Hauptsitz)
  • Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik u. Eisengießerei GmbH
  • Privatbrauerei Moritz Fiege, mittelgroße regionale Bierbrauerei
  • GEA Group AG (Konzernzentrale) – High Tech Lüftungssysteme und Maschinen, größtes börsennotiertes Unternehmen von Bochum
  • Johnson Controls, Just in Time Zulieferer für Autobauteile, speziell für Opel
  • Nokia (ATO Center, Service und R&D; das Nokia-Werk Bochum schließt Mitte 2008)
  • Adam Opel GmbH – In den Bochumer Werken wird unter anderem der Opel Zafira sowie der Opel Astra Caravan produziert
  • GLS-Gemeinschaftsbank
  • ThyssenKrupp
  • Bochumer Verein – ehemaliger Konzernanteil von ThyssenKrupp
  • QVC – Call Center GmbH & Co. KG
  • FABER Lotto-Service KG
  • USB Umweltservice Bochum GmbH – städt. Entsorger (100 %-ige Tochter der Bochumer Stadtwerke)
  • Deutsche BP AG (Hauptsitz)
  • Bochumer Eisenhütte Heintzmann GmbH & Co. KG – Bergbau, Tunnelbau und Wärmebehandlung
  • Wollschläger Group (Hauptsitz) – Handelshaus im Bereich Werkzeug und Maschinen
  • Meteomedia GmbH (Hauptsitz) – privater Wetterdienst, deutsche Tochter der schweizer Meteomedia ag

Bearbeiten Medien

Bearbeiten Zeitungen

Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) und die Ruhr Nachrichten (RN) erscheinen mit eigenen Lokalausgaben, die Zukunft der Bochumer Redaktion der Ruhr-Nachrichten über 2007 hinaus ist jedoch ungewiss. Außerdem erscheint mittwochs und samstags das kostenlose Lokalblatt „Stadtspiegel“. Eine Alleinstellung hat die kostenlose „Langendreerer Dorfpostille“, die 1981 im Zuge soziokultureller Zeitschriftengründungen (1976 „Guckloch“ später in „Prinz“ umbenannt, 1978 „Marabo“, 1982 „Terminal“, 1983 „coolibri“) ins Leben gerufen wurde. Sie realisiert noch heute ihr ursprüngliches Konzept einer politischen Gegenöffentlichkeit bezogen auf einen begrenzten lokalen Raum.

Bearbeiten Hörfunk

Seit 1990 sendet „98.5 Radio Bochum“ ein lokales Radioprogramm in Kooperation mit Radio NRW in Oberhausen. Chefredakteurin ist Andrea Donat. Für den Bereich Sport zuständig ist Michael Ragsch. Moderatoren der Frühsendung „Hallo Wach“ sind Alexander Brauer und Ansgar Borgmann. Kultcharakter hat Fußball-Reporter Günther Pohl („Tooor im Ruhrstadion“) erlangt. Unter dem Namen Ruhrwelle ist der Sender gestartet, später wurde er in Radio 98.5 umbenannt. 98.5 Radio Bochum heißt er seit dem 24. Februar 2006.

Seit 1997 sendet „CT das radio“ (erstes Campusradio auf eigener Frequenz in NRW) ein lokales Radioprogramm auf der Frequenz 90 MHz. Zuvor war „Radio c.t.“ ein Programmelement im Bürgerfunk der Ruhrwelle gewesen.

Bearbeiten Onlinezeitungen

Mein-Bochum beschäftigt sich fast ausschließlich mit Lokalpolitik, während Bo-Alternativ auch kulturelle Themen aufgreift und verschiedene Serviceseiten anbietet. Stud.rub.de und bochumer-szene.de hingegen legen den Schwerpunkt auf studentische Interessen, dort sind vor allem Terminhinweise für Party, Spaß und Kultur zu finden.

Bearbeiten Online-TV

Seit 2006 sendet Bochum TV Dokumentationen über die Geschichte der Stadt Bochum. Der Sender wurde im Rahmen eines Projektes gegründet und sendet Material des Stadtarchivs Bochum. Der Stream kann nur über das Internet empfangen werden.

Bearbeiten Öffentliche Einrichtungen

  • Bergbau-Berufsgenossenschaft
  • Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See – Hauptverwaltung
  • Industrie- und Handelskammer im mittleren Ruhrgebiet zu Bochum – Kammerbezirk: Kreisfreie Städte Bochum und Herne sowie die Städte Hattingen und Witten des Ennepe-Ruhr-Kreises

Bearbeiten Gesundheitswesen

Einige Krankenhäuser liegen in der Innenstadt, während sich andere in den ehemaligen Gemeinden und heutigen Stadtteilen befinden:

  • Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
  • Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer
  • St. Josef-Hospital Bochum
  • St. Josefs-Hospital Bochum-Linden
  • St. Elisabeth-Hospital Bochum
  • Augusta-Kranken-Anstalt
  • Zentrum für Psychiatrie
  • Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
  • Martin-Luther-Krankenhaus
  • Marien-Hospital Wattenscheid
  • St. Maria-Hilf-Krankenhaus

Einige von ihnen sind im Rahmen des Bochumer Modells auch Universitätsklinikum der Ruhr-Universität.

Bearbeiten Hochschulen

Audi Max der Ruhr-Universität Bochum

Audi Max der Ruhr-Universität Bochum

Hochschule Bochum

Hochschule Bochum

In Bochum befinden sich die folgenden sieben Hochschulen:

  • Ruhr-Universität Bochum, die größte Campus-Universität Deutschlands, gegründet 1965
  • Hochschule Bochum, gegründet 1972 aus mehreren Vorgängereinrichtungen, unter anderen der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen, der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen Recklinghausen und der Höheren Wirtschaftsschule Bochum
  • Technische Fachhochschule Georg Agricola – Die Hochschule geht zurück auf die 1816 gegründete Bochumer Bergschule. 1971 wurde die Fachhochschule Bergbau errichtet, die 1990 in die Trägerschaft der Deutschen Montan Technologie-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB) überführt wurde. Seit 1995 trägt die Fachhochschule ihren heutigen Namen.
  • Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe – Die 1971 staatlich anerkannte Fachhochschule geht auf mehrere kirchliche und diakonische Einrichtungen zurück.
  • Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, der Fachbereich Sozialversicherung der Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung besitzt, neben seinem Hauptsitz in Berlin, auch einen Sitz in Bochum (bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See).
  • Schauspielschule Bochum – Die ehemalige Westfälische Schauspielschule ist seit 1. Januar 2000 der Folkwang Hochschule in Essen angegliedert.
  • Im Gebäude der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie befindet sich ein Studienzentrum der Fachhochschule für Oekonomie & Management.

Bearbeiten Schulen

Gymnasium am Ostring, Schule des Nobelpreisträgers Manfred Eigen

Gymnasium am Ostring, Schule des Nobelpreisträgers Manfred Eigen

In Bochum gibt es neben 61 Grundschulen, neun Hauptschulen und vierzehn Förderschulen

elf Gymnasien:

  • Albert-Einstein-Schule
  • Goethe-Schule Bochum
  • Graf-Engelbert-Schule
  • Gymnasium am Ostring
  • Heinrich-von-Kleist-Schule
  • Hellweg-Schule
  • Hildegardis-Schule
  • Lessing-Schule
  • Märkische Schule
  • Schiller-Schule und
  • Theodor-Körner-Schule

sowie die fünf Gesamtschulen

  • Erich Kästner-Gesamtschule Schule
  • Heinrich-Böll-Gesamtschule
  • Maria Sibylla Merian-Gesamtschule
  • Willy-Brandt-Gesamtschule
  • Matthias-Claudius-Schulen Bochum (Gesamt- und Grundschule)

und 8 Realschulen

  • Anne-Frank-Schule
  • Annette-von-Droste-Hülshoff-Schule
  • Franz-Dinnendahl-Schule
  • Hans-Böckler-Schule
  • Helene-Lange-Schule
  • Hugo-Schultz-Schule
  • Pestalozzi-Schule
  • Realschule Höntrop
  • Freie Schule Bochum mit Primarstufe

Zudem gibt es zwei Waldorfschulen

  • Rudolf Steiner Schule Bochum
  • Widar Schule Wattenscheid

Das Louis-Baare-Berufskolleg wird von über 3.000 Schülern besucht. An der Musikschule Bochum werden derzeit ungefähr 7.000 Schüler unterrichtet.

Bearbeiten Persönlichkeiten

Bearbeiten Ehrenbürger

siehe Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Bochum

Bearbeiten Söhne und Töchter der Stadt

  • Graf Heinrich Johann Friedrich Ostermann (russisch Andrej Iwanowitsch; 1686–1747), russischer Diplomat und Staatsmann
  • Adalbert von der Recke-Volmerstein (1791–1878), Mitbegründer der Diakonie
  • Wenceslaus Straussfeld (1867–1933), Gründer des Kolleg St. Ludwig in den Niederlanden
  • Friedrich Albert Groeteken (1878-1961), Priester, Lehrer, Autor und Heimatforscher
  • Heinrich Schmiedeknecht (1880–1962), Architekt
  • Ottilie Schoenewald (1883–1961), Politikerin und Frauenrechtlerin
  • Maria Backenecker (1893–1931), kommunistische Politikerin
  • Hermann Stopperich (1895–1952), Politiker (SPD), MdB
  • August Oppenberg (1896–1977), Maler
  • Nora Platiel (1896–1979), sozialdemokratische Politikerin, Juristin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus
  • Elisabeth Treskow (1898–1992), Goldschmiedin
  • Hans Fritzsche (1900–1953), Journalist und Träger verschiedener Funktionen im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda
  • Paul Sethe (1901–1967), Journalist, Gründungsherausgeber der FAZ
  • Siegfried Balke (1902–1984), Politiker (CSU), MdB, Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen (1953–1956), Bundesminister für Atomenergie und Wasserwirtschaft (1956–1962), Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände BDA (1964–1969)
  • Heinrich Wullenhaupt (1903–1985), Politiker (SPD), MdB
  • Josef Kappius (1907–1967), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus (ISK) und Politiker (MdL, SPD)
  • Georg Brauer (1909-2003), Chemiker und Universitätsprofessor
  • Hans Werdehausen (1910–1977), Maler und Begründer der Gruppe „junger westen“
  • Heinrich Hogrebe (1913–1998), Forstmann und Offizier im Zweiten Weltkrieg
  • Friedrich Rische (1914-2007), Politiker (KPD), MdB
  • Siegfried Reda (1916–1968), Komponist und Organist
  • Heinz Oskar Vetter (1917–1990), Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB (1969–1982)
  • Claus Holm (1918–1996), Schauspieler (u.a. Hasso in Raumpatrouille)
  • Heinz Kaminski (1921–2002), Chemie-Ingenieur und Radioastronom, Leiter von „Kap Kaminski“
  • Gershon Kingsley (* 1922), jüdischer Komponist („Popcorn“)
  • Karl Liedtke (* 1925), Politiker (SPD), MdB
  • Peter Scholl-Latour (* 1924), Journalist, Publizist und Buchautor
  • Hans Matthöfer (* 1925), Bundesminister für Forschung und Technologie (1974–1978), Bundesfinanzminister (1978–1982), Bundesminister für das Post- und Fernemeldewesen (1982)
  • Alfred Müller-Felsenburg (1926-2007), Schriftsteller
  • Manfred Eigen (* 1927), Physikchemiker (1967 Nobelpreis für Chemie)
  • Friedrich Gräsel (* 1927), Künstler
  • Sybil Gräfin Schönfeldt (* 1927), Schriftstellerin
  • Klaus Rose (* 1928), deutscher Volkswirt
  • Friedhelm Busse (* 1929), Neonazi, bis zum Verbot Vorsitzender der rechtsextremen FAP, NPD-Mitglied
  • Hans Korte (* 1929), deutscher Schauspieler
  • Friedrich Witt (* 1930), Kontrabassist
  • Gerhard Bellinger (* 1931), Univ.-Professor
  • Otto Schily (* 1932), Bundesinnenminister (1998–2005)
  • Gisbert Schneider (* 1934), Professor und Kirchenmusikdirektor
  • Werner Stengel (* 1936), Ingenieur, der sich im Achterbahnbau einen Namen gemacht hat.
  • Konrad Schily (* 1937), Politiker, MdB
  • Willi Schulz (* 1938), deutscher Fußballspieler und Vizeweltmeister 1966
  • Martin Kayenburg (* 1940), Politiker, Landtagspräsident von Schleswig-Holstein
  • Wolfgang Clement (* 1940), ehemaliger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit (2002–2005)
  • Eberhard Figgemeier (* 1947), Journalist und Sportreporter
  • Norbert Lammert (* 1948), Bundestagspräsident
  • Otto Happel (* 1948), Unternehmer
  • Heinz-Josef Koitka (* 1952), ehemaliger Bundesliga-Profi bei Hamburger SV
  • Uwe Vorkötter (* 1953), Journalist und Chefredakteur der Frankfurter Rundschau
  • Hermann Gerland (* 1954), Fußballspieler und -trainer
  • Peter Seewald (* 1954), Schriftsteller und Journalist
  • Fritz Eckenga (* 1955), Kabarettist
  • Hans Werner Olm (* 1955), Kabarettist
  • Ute Thimm (* 1958), Leichtathletin
  • Axel Rudi Pell (* 1960), Musiker
  • Dirk Sondermann (* 1960), Sagenforscher und Schriftsteller
  • Ingo Naujoks (* 1962), Schauspieler
  • Thomas Hermanns (* 1963), Kabarettist
  • Frank Goosen (* 1966), Schriftsteller, Kabarettist
  • Hanna Rudolph (*1966), Schauspielerin, Regisseurin
  • Martin Schwab (*1967), Jurist
  • Hennes Bender (* 1968), Kabarettist
  • Michael Härle (* 1968), Schauspieler
  • Nicole Glocke (* 1969), Schriftstellerin
  • Per-Anders Kurenbach (* 1970), Keyboarder und Komponist
  • Sebastian Orlac (* 1970), Autor
  • Mark Warnecke (* 1970), Weltrekordhalter im 50-m-Brustschwimmen
  • Kai Schürholt (* 1971), Politiker, Laienprediger und Hochstapler
  • Bastian Pastewka (* 1972), Schauspieler und Komödiant
  • Michael Wurst (* 1975), Sänger
  • Patrick Joswig (* 1975), Schauspieler
  • Konstanze von Gutzeit (* 1985), Cellistin

Bearbeiten Sonstige

Darüber hinaus sind die folgenden Personen untrennbar mit Bochum verbunden, jedoch anderenorts geboren:

  • Carl Arnold Kortum (1745–1824), Arzt und Schriftsteller
  • Johann Joachim Schlegel (1821–1880), Bierbrauer und Gründer Schlegel Brauerei AG
  • Carlos Otto (bekannt als „Dr. C. Otto“; 1838–1897), Chemiker (Schüler Liebigs) und Unternehmensgründer
  • Karl Elkart (1880–1959), Architekt und Stadtplaner, 1912–1918 Stadtbaumeister in Bochum, später Stadtbaurat in Berlin-Spandau bzw. Senator und Stadtbaurat in Hannover sowie Honorarprofessor an der TH Hannover
  • Else Hirsch (* 1889), jüdische Lehrerin, die in der Zeit des Nationalsozialismus Kindertransporte nach England organisierte
  • Ferdinand Keilmann (1907–1979), von 1950 bis 1972 Architekt im Hochbauamt, entwarf u.a. das Stadtwerke-Hochhaus und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie
  • Josef Hermann Dufhues (1908–1971), Politiker, Vorsitzender der Jungen Union, Geschäftsführender Bundesvorsitzender der CDU, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, war in Bochum als Richter sowie als Rechtsanwalt und Notar tätig
  • Liselotte Rauner (1920–2005), Schriftstellerin, Gründerin der Liselotte-und-Walter-Rauner-Stiftung
  • Hans-Jürgen Schlieker (1924–2004), Hochschullehrer, Maler und Grafiker des Informel
  • Max Imdahl (1925–1988), Kunsthistoriker
  • Tana Schanzara (* 1925), Schauspielerin am Bochumer Schauspielhaus
  • Klaus Steilmann (* 1929), Textilunternehmer in Bochum-Wattenscheid
  • Kurt Biedenkopf (* 1930), deutscher Politiker, war von 1967 bis 1969 Rektor der Ruhr-Universität Bochum
  • Knut Ipsen (* 1935), Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Rektor der Ruhr-Universität Bochum
  • Jochen Borchert (* 1940), war von 1993 bis 1998 Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
  • Joachim Hermann Luger (* 1943), Schauspieler, seit den 1970er Jahren in Bochum ansässig.
  • Werner Streletz (* 1949), Schriftsteller und Journalist, seit 1985 Kulturredakteur der WAZ in Bochum
  • Dietrich Grönemeyer (* 1952), Arzt und Begründer der Mikrotherapie, Bruder von Herbert Grönemeyer, aufgewachsen in Bochum
  • Armin Rohde (* 1955), Schauspieler
  • Herbert Grönemeyer (* 1956), Schauspieler und Sänger (unter anderem des Liedes „Bochum“), Bruder von Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, aufgewachsen in Bochum
  • Claude-Oliver Rudolph (* 1956), Schauspieler
  • Ralf Richter (* 1957), Schauspieler
  • Karl-Heinz von Liebezeit (* 1960), Schauspieler, besuchte Gymnasium und Schauspielschule in Bochum
  • Jochen Malmsheimer (* 1961), Kabarettist, aufgewachsen in Bochum
  • Wolfgang Wendland (* 1962), Sänger der Punkrockband Die Kassierer
  • André Tanneberger (* 1973), lebt und arbeitet als DJ und Produzent in Bochum. Besser bekannt unter seinem Künstlernamen ATB
  • Mambo Kurt (bürgerlich Rainer Limpinsel; * 1967), Musiker und Alleinunterhalter
  • Alex Hofmann (* 1980), Motorradrennfahrer
  • Toto & Harry, Die Zwei vom Polizeirevier

Bearbeiten Einzelnachweise

  1. Stadt Bochum
  2. vgl. www.ngw.nl Seite über Bochumer Heraldik (engl.)
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